Düsseldorf

Neue Umweltspur: Pendler stinksauer – „Mit Umweltschutz hat das Null zu tun“

Pendler Denis K. (26) ist genervt von der neuen Umweltspur in Düsseldorf.
Pendler Denis K. (26) ist genervt von der neuen Umweltspur in Düsseldorf.
Foto: dpa / privat, Montage: DER WESTEN

Düsseldorf. Die Umweltspur spaltet Düsseldorf – seit einigen Wochen gibt es auf zwei stark frequentierten Straßen eine eigene Spur für umweltschonende Verkehrsmittel: Bus, Taxi, Fahrrad und E- Fahrzeug.

Die Maßnahme der Stadt Düsseldorf auf der Merowingerstraße in Bilk und der Prinz-Georg-Straße in Pempelfort sorgt für heiße Diskussionen.

Düsseldorf: Umweltspur sorgt für Diskussionen – und Ärger

Die einen äußern Bedenken, ob sich Fahrradfahrer und Omnibusse wirklich auf einer Spur aufhalten sollten. Doch hitziger wird es bei der Frage, ob die fehlende Spur nicht für einen Verkehrskollaps auf der betroffenen Straße führt – und womöglich sogar noch die umliegenden Verkehrsadern in Mitleidenschaft zieht.

Auf Merowinger- und Prinz-Georg-Straße blieb das Chaos in den Stoßzeiten der ersten Tage aus. Jedoch nur, weil die Pendler diese Straßen wohlwissend mieden – und dafür die Parallelstraßen verstopften.

Pendler Denis K. (26) braucht dreimal so lange zur Arbeit

So zumindest schildert der Düsseldorfer Denis K. (26) die neuen Zustände. Er wohnt unweit der Merowingerstraße, pendelt täglich nach Grafenberg – und erlebte nach dem Osterferien-Ende sein blaues Wunder.

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„Normalerweise brauche ich 15, maximal 20 Minuten zur Arbeit. Am Montag habe ich stolze 60 Minuten gebraucht“, schimpft der KfZ-Mechatroniker. Dabei führt sein Arbeitsweg nicht einmal über die Merowingerstraße, sondern die größere, parallel verlaufende Witzelstraße.

„Da war es so brechend voll wie noch nie. Das zog sich bis auf die A46“, sagt Denis. K. „Die Leute wollen die Umweltspur umfahren und nutzen diese Straße als Ausweicheroute“, ist sich der 26-Jährige sicher.

Düsseldorfer Pendler Denis K.: „Mit Umweltschutz Null zu tun“

Nun fährt K., der beruflich auf das Auto angewiesen ist, eine Stunde früher los als zuvor. „Jetzt brauche ich wieder nur 15 Minuten, bin dann aber eine Stunde vor Dienstbeginn da. Das ist auch keine befriedigende Lösung.“

Neben dem persönlichen Ärger zweifelt Denis K. aber auch am umweltschonenden Charakter der Umweltspur in Düsseldorf: „Auf der Merowingerstraße sinken die Abgaswerte vielleicht. Auf den Ausweichrouten steigen die dadurch aber umso mehr an.“

Umweltspur: „Umwege bedeuten mehr Abgase“

Auch er müsse jetzt Umwege fahren, um nicht im Stau stecken zu bleiben. „Und Umweg bedeutet mehr Abgase, die ich in die Luft puste. Mit Umweltschutz hat das Null zu tun.“

 
 

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