Sauerland: Rassismus-Vorwürfe! Dorf trägt tatsächlich DIESEN Namen

Foto: Privat

Die ganze Welt diskutiert über Rassismus. Die Debatte um rassistische Namen und Bezeichnungen hat in den letzten Wochen auch das Sauerland erreicht. Denn ein Dorf trägt einen Namen, der durchaus verwundert...

Nachdem der dunkelhäutige US-Amerikaner George Floyd am 25. Mai in Minneapolis (USA) infolge einer gewaltsamen Festnahme getötet wurde, kam es weltweit zu Protesten. Auch in Deutschland wurde die Debatte um Rassismus wieder aktuell.

DER WESTEN im Dorf Neger
DER WESTEN im Dorf Neger

Sauerland: Dorf heißt ausgerechnet „Neger“

Zunächst ging es um die Polizei, später auch um rassistische Sprache und Namen: In Berlin soll die „Mohrenstraße“ umbenannt werden, in Essen bietet die Eisdiele „Mörchens Eis“ ausgerechnet „Mohren-Kuller“ und „Mohren-Birne“ an, was zu Rassismus-Vorwürfen führte.

Doch auch im Kreis Olpe (NRW) im tiefen Sauerland gibt es ein Dorf, dessen Name für Verwunderung sorgt: das beschauliche Neger. Die 360-Seelen-Ortschaft begrüßt ihre Einwohner und Gäste mit einem großen Willkommen-Stein („Willkommen in Neger“), hat eine Kirche, ein Jugendheim und auch eine Kneipe. Es sieht gepflegt aus, die Menschen sind freundlich, grüßen.

Schaut man auf die Straßennamen, kann einem dennoch unwohl werden: Die „Negertalstraße“ kreuzt sich mit der „Negergate“, der Spielplatz heißt „Spielplatz Negergate“, das Dorf unterteilt in Unterneger, Mittelneger und Oberneger.

Unbekannte besprühen Ortsschilder

Anfang Juni, kurz nach dem Tod von George Floyd in den USA, haben Unbekannte nachts auf den Ortsschildern das Wort „Neger“ mit schwarzer Farbe gefärbt, die Polizei ermittelt.

Ortsvorsteher Manuel Ochibowski (34) hält es für möglich, dass die Täter im Zusammenhang mit der weltweiten Anti-Rassismus-Bewegung so gehandelt haben. Dabei hat das Dorf seinen Namen schon seit Jahrhunderten, wurde 1468 erstmals erwähnt. Der Name leitet sich schlicht vom Dorfbach Neger ab.

Auch deshalb kann Ochibowski die Aufregung nur bedingt verstehen. Der 34-Jährige zu DER WESTEN: „Anti-Rassismus-Demos sind richtig und wichtig. Es ist aber nicht richtig, ein völlig unbescholtenes Dorf dafür an den Pranger zu stellen.“ Der Dorfname stehe seit hunderten Jahren für die Örtlichkeit, das Negertal um den so benannten Bachlauf und die damit verbundene Heimat von Generationen.

Es sei wahrscheinlich etwas anderes, wenn man Straßennamen oder Haltestellen umbenennen wolle. Einem ganzen Dorf aber, und sei es noch so klein, einen anderen Namen zu verleihen und den Bewohnern das Heimatgefühl zu nehmen, sei unverhältnismäßig.

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Das ist die Kreisstadt Olpe im Sauerland:

  • wurde 1311 die Stadtrechte von Erzbischof Heinrich II. Graf von Virneburg verliehen
  • hat rund 24.500 Einwohnern (Stadt: Dezember 2019)
  • wird „Stadt der 1.000 Linden“ genannt , besteht aus 22 Ortsteilen
  • Sehenswürdigkeiten im Kreis unter anderen: Atta-Höhle, der Panorama-Park und der Biggesee
  • Bürgermeister ist Peter Weber (CDU)

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Ortsvorsteher: „Halten Umbenennung für nicht passend und zweckmäßig“

Der Politiker weiter: „Wir halten eine Umbenennung für nicht passend und zweckmäßig. Wir identifizieren uns mit diesem Ort, er schafft Zusammenhalt und Verbundenheit. Es wäre absurd, wenn man wegen des Dorfnamens denken würde, dass die Bewohner rassistische Tendenzen haben. Das Gegenteil ist der Fall. In der Dorfgemeinschaft gibt es mehrere Mitglieder mit ausländischen Wurzeln, die wunderbar integriert sind.“

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Auch der Olper Bürgermeister Peter Weber (CDU), politisches Oberhaupt der Kreisstadt (rund 24.500 Einwohner), stimme ihm in diesen Punkten zu.

Eine ältere Frau, die namentlich nicht genannt werden will, bestätigt Ochibowskis Ansicht. Sie sagt zu DER WESTEN: „Ich wohne jetzt seit Jahren hier, habe mich hier schon immer wohlgefühlt. Wir sind friedlich und lieben das Dorf so, wie es ist. Das gilt auch für den Namen.“

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So, wie es schon seit Jahrhunderten eben der Fall ist...

 
 

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