Bottrop

Nach waghalsiger Aktion in Zeche: Youtuber richten diese Worte an die Bergleute

Youtuber sind in die Zeche Prosper Haniel eingedrungen. Nun meldet sich einer von ihnen zu Wort.
Youtuber sind in die Zeche Prosper Haniel eingedrungen. Nun meldet sich einer von ihnen zu Wort.
Foto: DER WESTEN/ Matthias Biesel

Bottrop. Youtuber filmen sich über Minuten, wie sie in die Bottroper Zeche Prosper Haniel hinabsteigen. Kilometerweit laufen sie in die Tiefe, halten ihre Gesichter in die Kamera. Was sie offensichtlich nicht wissen: Ihre Aktion ist brandgefährlich.

Schon der kleinste Funke unter Tage kann hochexplosive Gasgemische entzünden. Daher darf unter Tage nicht gefilmt werden, Fotos werden nur mit analogen Kameras geschossen. Unbedarft stiefeln die Mitglieder des Youtube-Kanals „Dark Underground“ an Förderbändern vorbei und öffnen Wettertüren.

Noch Ende des letzten Jahres war ein erfahrener Bergmann durch solch eine Wettertür eingeklemmt worden. Er verstarb später an seinen Verletzungen (hier mehr lesen).

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• Mehr zur Zeche Prosper Haniel:

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Youtube brechen in Zeche ein und richten nun eindringliche Worte an die Bergmänner

Wie die Polizei gegenüber DER WESTEN mitteilt, ist Anzeige eingegangen. Der Vorfall ereignete sich wahrscheinlich bereits Ende April. Erst später verbreiteten sich die Videos, die bei Youtube hochgeladen wurden, auch bei Facebook.

Nun hat sich einer der Verdächtigen bei der Polizei gemeldet. Polizeisprecherin Ramona Hörst: „Er zeigte sich sehr reumütig und ist kooperativ.“ Der Druck in den sozialen Medien sei zu groß geworden. Außer Hausfriedensbruch seien keine weiteren Delikte begangen worden.

„Den Youtubern ist es extrem wichtig, sich bei den Bergleuten zu entschuldigen“, stellt Hörst heraus. Denn durch ihr unbedachtes Handeln bestand auch Gefahr für Bergmänner, wenn es zu einer Explosion gekommen wäre.

In Prosper Haniel wird noch aufgeräumt

Nachdem die Zeche Prosper Haniel am 21. Dezember vergangenen Jahres feierlich das letzte Stück Kohle gefördert wurde, begannen die Aufräumarbeiten. Maschinen, Stahl und Co. müssen weiterhin demontiert werden.

Schicht im Schacht - Die Geschichte des Bergbaus im Ruhrgebiet
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>> Hier kannst du nochmal nachlesen, wie die emotionalen Feierlichkeiten liefen. (mb)

 
 

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