Nach roten Zahlen rollt es nun beim Metropolrad Ruhr

Holger Dumke
Auch am Essener Hauptbahnhof gibt es die Metropolräder mit dem weiß-orange-farbenen Logo.
Auch am Essener Hauptbahnhof gibt es die Metropolräder mit dem weiß-orange-farbenen Logo.
Foto: Lars Heidrich
Schon in den ersten neun Monaten dieses Jahres gab es über 300.000 Ausleihen. Große Hoffnungen verbinden sich mit den Hochschulkooperationen.

Im Ruhrgebiet. Das Jahr ist noch gar nicht rum. Zumindest dieser Oktober könnte, wenn er denn ein bisschen golden wird, die Zahlen noch etwas nach oben treiben. Aber schon jetzt verzeichnet das Metropolrad Ruhr für 2016 mit 306 000 Ausleihen deutlich mehr als im Vorjahr (250 000). „Die wirtschaftliche Situation hat sich deutlich gebessert“, berichtet Mareike Rauchhaus von Betreiber Nextbike auf NRZ-Nachfrage.

Rückblende: 2015 hatte das regionale Leihradsystem, das sich nach einer Anschubfinanzierung eigentlich selbst tragen soll, noch ein Minus von 300.000 Euro eingefahren. Im Vorfeld der Vertragsverlängerung am 31. März wurde über mögliche Dauersubventionen nachgedacht, wie sie andernorts üblich sind. Verlängert wurde dann ohne Dauersubvention, aber in der Hoffnung auf weiter steigende Ausleihen und weitere Werbepartner.

„Prächtige“ Entwicklung in Duisburg

„Die Kuh ist noch nicht ganz vom Eis“, betonte Nextbike-Sprecherin Rauchhaus. Allerdings haben sich gerade in einigen Städten im Westen der Region die Ausleihzahlen „prächtig entwickelt“ (Rauchhaus). Aus Duisburg werden in 2016 für die ersten neun Monate 41 000 Ausleihen gemeldet, im kompletten Vorjahr waren es 27 000. In Mülheim wurden bereits 9000mal Räder gebucht (Vorjahr: 7000). Und mit aktuell 26 000 Ausleihen und noch drei Monaten Zeit schickt sich auch Essen an, den Wert von 27 000 zu toppen.

Aus Sicht von Nextbike bilden die Zahlen noch nicht das Ende der Fahnenstange: „Hier liegt noch viel Potenzial bei den Studierenden“, ist Meike Rauchhaus überzeugt. Die

Westfälische Hochschule in Gelsenkirchen testet seit September für ein Jahr. Die Uni Duisburg/Essen sowie die Folkwang-Hochschule sind schon weiter. Da entscheiden die Studierenden in wenigen Wochen, ob aus der bestehenden Testnutzung der Räder ein Dauerbetrieb werden soll. Eine wichtige Entscheidung fürs Leihradsystem: „Mit den Hochschulkooperationen sollte es wirtschaftlich in ruhigere Gewässer gehen“, so die Nextbike-Sprecherin.

1,50 Euro müssen alle Studierenden pro Semester zahlen, um die ersten 60 Minuten pro Fahrt frei radeln zu können. Ist die Abstimmung positiv, wird auch das Verleihnetz ausgebaut. Insgesamt 17 Stationen mit alles in allem etwa 100 Rädern sollen in Essen und Duisburg hinzukommen (weil Wohnheime angebunden werden).

Mit der Dortmunder Firma Wilo wurde ein weiterer Partner gefunden, der eine Mitarbeiter-Rad-Station eingerichtet hat. Bei der Suche nach Werbepartnern war der Regionalverband Ruhr (RVR) mit gutem Beispiel vorangegangen und hatte für 10 000 Euro Werbeflächen geschaltet. Es gibt aber auch neue kommerzielle Partner. So hat ein Discounter bei Nextbike bundesweit und damit auch im Ruhrgebiet Flächen gemietet.