Dortmund

Nach Messerstecherei in Dortmund: Nordstadt-Kneipe wirft Polizei Rassismus vor

Auf der Mallinckrodtstraße in der Dortmunder Nordstadt gibt es oft Polizeieinsätze. (Symbolbild)
Auf der Mallinckrodtstraße in der Dortmunder Nordstadt gibt es oft Polizeieinsätze. (Symbolbild)
Foto: Funke Foto Services

Dortmund. Schwere Anschuldigungen gegen die Polizei.

Nachdem eine Festnahme in der Nordstadt eskalierte, macht Bärbel Hof, die zusammen mit anderen die Kneipe „Nordpol“ betreibt, schwere Vorwürfe gegen die Polizei.

„Unsere Gäste sind die täglichen herabwürdigenden Kontrollen schwarzer Passanten gewohnt. Oft beschweren sich da auch Anwohner oder unsere Gäste. So auch am gestrigen Abend.“

Was war passiert? In einer Flüchtlingsunterkunft an der Mallinckrodtstraße wurde ein Mann am Samstagabend mit einem Messer verletzt. Als die Polizei kurze Zeit später einen Verdächtigen auf der Münsterstraße festnehmen wollte, kam es zur Eskalation.

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Und hier gehen die Aussagen von „Nordpol“ und Polizei auseinander.

In einer Pressemitteilung schreiben die Kneipenbetreiber weiter, dass sich Gäste und Betreiber bei der Polizei über die Härte der Maßnahmen beschwert hätten, bis dahin sei die Lage ruhig gewesen.

Lage eskaliert

Doch plötzlich habe einer der Beamten wütend ausgesehen, habe aufgeregt in sein Funkgerät gesprochen. Kurze Zeit später soll die Lage eskaliert sein.

Mehrere Streifenwagen sollen vorgefahren, Beamte überfallartig auf die Gäste des Nordpol zugerannt sein. Danach habe es Schläge gegen die Gäste gegeben, eine Person soll durch einen Polizeihund verletzt worden sein.

Anders stellt die Dortmunder Polizei die Lage dar. So hätten sich während der Kontrolle des potentiellen Täters etwa „40 Personen des linksautonomen Spektrums“ versammelt. Sie sollen den Einsatz massiv gestört und einzelne Polizisten angegriffen haben.

Polizei angegriffen

Wie die Polizei mitteilt, wurden Beamte beleidigt, bedrängt, körperlich angegriffen und mit Flaschen beworfen.

So reagiert die Dortmunder Polizei

Polizeipräsident Gregor Lange: „Nach einer sehr schweren Ursprungstat, einer Messerattacke mit einer schweren Verletzung war es der Auftrag der Beamten nach dem Verbrecher zu fahnden.“

Und weiter: „Unsere Maßnahmen bezogen sich auf eine konkrete Verdachtslage nach einer schweren Straftat. Das Opfer war ein Zuwanderer und meine Beamten haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Straftat zu seinem Nachteil aufzuklären. Der Polizei dabei rassistische Motive zu unterstellen, ist nicht überzeugend.“

Person bedrängt Filmemacher massiv

Der Polizei liegt derzeit ein im Internet öffentlich zugängliches Video vor. In einer Sequenz behindert und bedrängt eine Person den Filmemacher massiv, so die Polizei. Diese Person ist kein Polizeibeamter - es handelt sich um einen freiberuflich arbeitenden Fotojournalisten aus Dortmund. Bis die Ermittlungen abgeschlossen sind, will er zum Sachverhalt nichts sagen.

Die Polizei ermittelt nun in fünf Fällen wegen besonders schweren Landfriedensbruchs. Außerdem wird wegen Verdacht des Widerstands, der Gefangenenbefreiung und Beleidigung ermittelt.

 
 

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