Düsseldorf

Nach merkwürdigem 0,0-Prozent-Ergebnis in Mönchengladbach - AfD zählt bei NRW-Wahl nach

Foto: dpa
  • Seltsame 0,0-Prozent-Ergebnisse in einigen NRW-Wahlbezirken
  • AfD lässt ihre Ortsverbände nach Unstimmigkeiten suchen
  • Schon etwa 15 Fälle gemeldet

Düsseldorf. Die AfD will die Ergebnisse der NRW-Wahl von ihren Ortsverbänden auf Unstimmigkeiten prüfen lassen. Das bestätigte AfD-Landessprecher Michael Schwarzer gegenüber DER WESTEN.

„Wir haben bis jetzt etwa 15 Fälle gesammelt“, so Schwarzer. Die Unstimmigkeiten würden aus dem gesamten Land einlaufen: „Es gibt Fälle in Bottrop, Ostwestfalen oder Mönchengladbach.“

Seltsames 0,0-Prozent Ergebnis für die AfD in Mönchengladbach

In Mönchengladbach gab es offenbar eine besonders schwere Panne. Dort wurden in einem Wahlbezirk fälschlicherweise alle AfD-Stimmen für ungültig erklärt. Es sei zu einem Fehler bei der Stimmauszählung gekommen, teilte die Stadt am Freitag mit.

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis hatte die Partei im Bezirk „Altenheim Eicken“ 7,6 Prozent der Erststimmen, allerdings 0,0 Prozent der gültigen Zweitstimmen erhalten. Aufgrund dieses kuriosen Ergebnisses wurde eine Neuauszählung veranlasst.

Panne auch bei AfD-Ergebnis in Mönchengladbach

Das Ergebnis: Alle 37 Zweitstimmen für die AfD sind gültig. Die Partei hatte 8,6 Prozent der Stimmen erhalten. Wie es zu dem Fehler kommen konnte, war zunächst nicht bekannt. „Der Wahlvorstand hat sich vergaloppiert“, sagte ein Sprecher der Stadt Mönchengladbach. „Sowas darf nicht passieren.“

Auch in Gütersloh gab es eine Panne zu Lasten der AfD. So bekam die AfD-Kandidatin Uta Opelt in Stimmebezirk 82 zwar 10,5 Prozent der Erststimmen - die AfD bekam aber auch hier 0,0 Prozent der Zweitstimmen.

AfD bindet ihre Ortsverbände ein

Nach Angaben der Kreisverwaltung wurden die Ergebnisse der AfD und der ADD (Allianz Deutscher Demokraten) bei der Übermittlung der Ergebnisse vertauscht. Mittlerweile wurde das Ergebnis korrigiert.

Die AfD will ihre Ortsverbände trotzdem nach weiteren Unregelmäßigkeiten forschen lassen. „Vor dem aktuellen Hintergrund müssen wir davon ausgehen, dass die aktuellen Fälle nur die Spitze des Eisbergs sind“, so AfD-Sprecher Schwarzer. Derzeit bekomme die NRW-Landesgeschäftsstelle der AfD von den Ortsverbänden weitere Mails mit Beschwerden.

AfD hat Vertrauen in die Landeswahlleitung

Man stehe wegen der Auffälligkeiten im Dialog mit der Landeswahlleitung. „Die Landeswahlleitung hat sich bisher absolut neutral und tadellos verhalten“, so Schwarzer.

Er gehe davon aus, dass sie die nötigen Schritte veranlassen werde. so Schwarzer. Die Landeswahlleitung war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

(mit dpa)

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