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Nach Fall Elli (†48): Wie auch du Obdachlosen helfen kannst - und was du vermeiden solltest

Gerade im Winter sollte man bei Obdachlosen nicht einfach wegsehen.
Gerade im Winter sollte man bei Obdachlosen nicht einfach wegsehen.
Foto: imago
  • Viele Obdachlose sind vor allem im Winter auf Hilfe angewiesen
  • Wir sagen dir, was du machen kannst und was du lieber lassen solltest
  • Es gilt: Handeln ist immer besser als einfach wegzusehen

Essen. Die kälteste Zeit des Jahres ist endgültig bei uns angekommen. Auch im Ruhrgebiet wurden in den vergangenen Tagen Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt gemessen.

Für viele Obdachlose bedeutet das einen Kampf ums Überleben. Der Todesfall von Elli (†48) etwa sorgte bei vielen Menschen für tiefe Trauer.

Wir sagen dir, was du tun kannst, wenn du einen Obdachlosen bei eisiger Kälte auf der Straße liegen siehst. Und was du besser vermeiden solltest.

In Notfällen immer den Notruf wählen

Wenn du einen Betroffenen schlafend antreffen solltest, versuche möglichst du vermeiden, ihn zu wecken.

„Viele Menschen fühlen sich dadurch verständlicherweise bedroht“, erklärt Markus Pajonk, von der Organisation Essen packt an! (EPA), die Wohnungslose unter anderem zweimal in der Woche mit Essen und heißen Getränken versorgt.

„Wenn die Temperaturen bedrohlich werden, sollte man aber trotzdem prüfen, ob derjenige noch warm ist. Im Zweifelsfall muss auch der Puls gefühlt werden. Sollte ein Notfall bestehen, bitte umgehend die 112 alarmieren“, so Pajonk.

„Auf Augenhöhe kommunizieren“

Auch wenn der Obdachlose nicht mehr alleine aufstehen kann, orientierungslos oder stark alkoholisiert ist, oder sich nicht mehr verständlich machen können, sollte der Notruf gerufen werden.

Auch für weniger dramatische Fälle gibt es Dinge, die es zu beachten gilt. „Ganz wichtig ist, dass man die Situation seines Gegenübers akzeptiert, auf Augenhöhe mit ihm kommuniziert.

Viele Bedürftige sind zwar oft zu stolz, um sich helfen zu lassen, ein Kaffee oder etwas Süßes wird aber meist trotzdem gerne genommen.“

Handeln, statt wegzusehen

„Im Endeffekt ist es so, wie man es im Erste-Hilfe-Kurs gelernt hat“, sagt Pajonk. „Besser, man versucht etwas zu tun, als einfach wegzusehen.“Auch die Angst, etwas grob falsch machen zu können, oder sich gegebenenfalls sogar strafbar zu machen, sei unbegründet. „Mit Menschlichkeit kann man sich nicht strafbar machen.“

Bei Fragen steht die EPA in Essen unter der Nummer 0151-20187787 zur Verfügung. Zudem soll schon bald eine 24-Stunden-Hotline eingerichtet werden.

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