Münsterland: 900 Schweine sterben qualvoll, weil Unbekannte die Lüftung abgeschaltet haben

In einem Mastbetrieb im Münsterland sind 900 Schweine qualvoll verendet.
In einem Mastbetrieb im Münsterland sind 900 Schweine qualvoll verendet.
Foto: dpa (Symbolbild)
  • Schweine sterben qualvoll im Münsterland
  • Unbekannte Täter hatten Stromversorgung für Belüftung in Ställen unterbrochen

Münster. 900 Schweine sterben auf schreckliche Art und Weise im Münsterland: Die Tiere sind auf einem Bauernhof qualvoll verendet. Nun wollen sich die Eigentümer dazu äußern.

In ihrem Mastbetrieb im westlichen Münsterland sind die Schweine erstickt. Unbekannte hatten die für das Überleben notwendige Belüftungsanlage in den Ställen einfach abgeschaltet. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen.

Polizei teilt mit: Eigentümer wollen öffentlich Stellung beziehen

Nach dem gewaltsamen Eindringen Unbekannter in einen Schweinemastbetrieb in Vreden bei Münster nehmen am Dienstag die Eigentümer des Hofes öffentlich Stellung zum Unglück. Das teilte die Polizei mit.

Bei dem Vorfall waren ihre rund 900 Tiere unter Qualen gestorben. Der materielle Schaden wird auf rund 100 000 Euro geschätzt.

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Hof wird von Sohn des CDU-Bundestagsabgeordneten Johannes Röring bewirtschaftet

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur gehört der Hof der Familie eines hohen Bauernfunktionärs. Er wird vom Sohn des CDU-Bundestagsabgeordneten Johannes Röring bewirtschaftet. Röring ist auch Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes. Die Polizei ermittelt momentan in alle Richtungen.

Unbekannte dringen in Technikraum ein und unterbrechen Stromversorgung

Laut Polizei waren die unbekannten Täter in der Zeit zwischen Sonntagabend gegen 18.00 Uhr und Montagmorgen gegen 8.50 Uhr in den Technikraum des Betriebes eingedrungen. Dort hatten sie die Stromversorgung unterbrochen. Damit wurde die komplette Belüftung des Stalles ausgeschaltet, die für die Mastschweine lebensnotwendig ist.

„Ich kann weder bestätigen noch dementieren, dass der Hof der Familie Röring betroffen ist“

Am Montag wollte sich die Familie auf Nachfrage noch nicht äußern. Der Sprecher des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes in Münster hielt sich ebenfalls zurück.

„Ich kann weder bestätigen noch dementieren, dass der Hof der Familie Röring betroffen ist“, sagte Hans-Heinrich Berghorn auf Nachfrage. Johannes Röring (CDU) selbst war nach Auskunft seines Bundestagsbüros am Montagabend in einer Sitzung.

„Panaroma“ Sendung: 2015 hatten Tierschützer im Betrieb Videos gedreht

2015 waren Tierschützer in den Betrieb eingedrungen und hatten Aufnahmen gemacht, um vermeintliche Verstöße gegen das Tierschutzgesetz zu dokumentieren. Die Bilder wurden im ARD-Magazin „Panaroma“ im Fernsehen gezeigt. Der Bauernpräsident hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Nach Angaben des zuständigen Veterinäramtes des Kreises Borken gab es keine Auffälligkeiten in dem Betrieb.

Technischer Defekt sorgte 2013 für Ausfall der Belüftungsanlage

Schon im Juli 2013 waren auf dem Hof in Vreden über 900 Tiere verendet. Damals hatte ein technischer Defekt für einen Ausfall der Belüftungsanlage gesorgt. Weil eine Alarmanlage nicht angeschlagen hatte, wurde der Schweinemastbetreiber nicht gewarnt. Der Landwirt hatte damals von sich aus die Behörden alarmiert. (dpa/mj)

 
 

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