Dortmund

Münsterland: Mann überfällt Aldi – dennoch muss er nicht ins Gefängnis

Die drei Männer sollen unteranderem einen Aldi im Münsterland, sowie weitere Discounter überfallen haben.
Die drei Männer sollen unteranderem einen Aldi im Münsterland, sowie weitere Discounter überfallen haben.
Foto: imago images / Sven Simon

Dortmund. Dem Opfer muss das Urteil wie ein schlechter Witz vorgekommen sein: Ein 23-jähriger Azubi aus Lünen muss nach einer Raubserie nicht ins Gefängnis. Dabei hatte er mehrere Discounter überfallen, ist dabei teils brutal vorgegangen.

Im Zeitraum zwischen dem 14. Januar und 22. August 2017 raubten drei Männer - Jahrgang 1992, 1996 und 1997 - mehrere Supermärkte im Münsterland aus. Laut den Westfälischen Nachrichten auch eine Aldi-Filiale. Später kommen zwei weitere Überfälle auf Discounter in Hamm und Drensteinfurt hinzu.

Münsterland: Räuber-Trio überfällt Aldi und andere Discounter

Die Täter gehen immer auf ähnliche Weise vor: Erst verhält sich einer von ihnen wie ein normaler Kunde und kauft ein. Sobald sie an der Kasse sind, geht der Terror los. Mit einer Softairwaffe bedrohen sie die Kassier, verlangen Geld. Insgesamt stehlen sie bei ihren Raubzügen 20.000 Euro.

Da das Trio zuerst nicht gefunden wird, wird über die Raubserie Ende 2018 bei „Aktenzeichen XY“ im ZDF berichtet. Über 50 Hinweise gehen darauf bei der Polizei ein, einer führt die Ermittler zu einem der Täter.

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23-Jähriger erhält milde Strafe

Am Dienstag fiel für einen der drei Angeklagten das Urteil am Landgericht Dortmund. Der Richter verhängte zwei Jahre Jugendhaft auf Bewährung. Für den Angeklagten ist das milde Urteil eine Erlösung. Wie die Westfälischen Nachrichten berichten, macht er zurzeit eine Ausbildung zum Banker, trainiert nebenher eine Fußballmannschaft.

Der Richter berücksichtigt in seiner Urteilsverkündung, dass der 23-Jährige ein umfassendes Geständnis abgelegt hatte. Außerdem sei er selber nicht gewalttätig geworden. Für zwei Mitarbeiterinnen macht das wenig unterschied: Sie leiden noch heute unter Angstzuständen, konnten ein Jahr nicht arbeiten.

Zusätzlich war er zuvor und danach nie wieder straffällig geworden. „Es war eine Episode mit Ausnahme-Charakter“, zitiert die Zeitung Richter Ulf Pennigbei. Vielmehr sei er von seinen Komplizen verführt worden. Dennoch strich er wohl die Hälfte der rund 20.000 Euro ein.

Weitere Urteile stehen noch aus

Für die beiden anderen Tatverdächtigen ist der Prozess hingegen noch nicht vorbei. Ihr Verfahren wird gesondert behandelt, sie hatten bisher kein Geständnis abgelegt. Dabei hatte der 23-Jährige die beiden schwer belastet. Den Jüngsten stellte er als Rädelsführer dar. (mb)

 
 

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