Morddrohungen gegen Schützen nach Nein zu schwulen Königspaaren

Nach dem Verbot von homosexuellen Königspaaren hat der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften Morddrohungen erhalten.
Nach dem Verbot von homosexuellen Königspaaren hat der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften Morddrohungen erhalten.
Der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften hat Morddrohungen bekommen. Das bestätigte am Mittwoch ein Sprecher. Trotz massiver Kritik hatten die Schützen am Wochenende homosexuelle Königspaare in den eigenen Reihen verboten.

Essen. Nach dem Verbot von homosexuellen Königspaaren hat der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften Morddrohungen erhalten. Das bestätigte am Mittwoch Sprecher Rolf F. Nieborg. "Das ist passiert, und es ist nicht zum ersten Mal passiert", bestätigte er entsprechende Berichte. Demnach hatten Unbekannte gedroht: "Dafür wollen wir euch hängen sehen. Ihr und eure Familien werdet nicht mehr glücklich. Wir machen euch das Leben zur Hölle."

Der Rummel um den Homosexuellen-Beschluss scheint den Schützen selbst nicht geheuer. "Am besten sagen wir da überhaupt nichts mehr zu", erklärte Sprecher Nieborg. Und auch im Erzbistum Köln wollte man Morddrohungen, die Weihbischof Heiner Koch in seiner Funktion als Bundespräses der katholischen Schützen erhalten haben soll, nicht kommentieren. "Das wollen wir weder dementieren noch bestätigen", sagte ein Sprecher.

Dabei hatte Koch die Entscheidung des Schützenbundes vor wenigen Tagen noch öffentlich verteidigt. "Wir möchten verhindern, dass das öffentliche Auftreten als Schützenkönig und -königin missbraucht wird als Demonstration, dass jede partnerschaftliche Beziehung gleichwertig ist", hatte er im "Domradio" betont. "Wir möchten an der Spitze des Bundes weiterhin einen Mann und eine Frau haben."

Schützen-Verband verbietet homosexuelle Königspaare

Trotz massiver Kritik hatten die Schützen am Wochenende homosexuelle Königspaare in den eigenen Reihen verboten. Zwar soll es weiterhin schwule Schützenkönige geben dürfen. Ihr Partner darf den Thron aber nicht mehr mit besteigen.

"Das öffentliche Auftreten als gleichgeschlechtliches Königspaar oder Prinzenpaar ist mit der christlichen Tradition der Bruderschaften nicht vereinbar", heißt es in dem auf der Bundesvertreterversammlung beschlossenen Antrag. "Repräsentanten müssen durch ihr Auftreten zum Ausdruck bringen, dass sie die Grundsätze des christlichen Glaubens mittragen." Das Sakrament der Ehe habe eine wesentlich tiefere Bedeutung als jede andere Lebenspartnerschaft. (kari/dapd)

 
 

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