Moers

Moers: Roboter als Kellner im China-Restaurant – das steckt hinter dem abgefahrenen Vorhaben

Diese Roboter bedienen dich bald im China-Restaurant „Neue Epoche“ in Moers.
Diese Roboter bedienen dich bald im China-Restaurant „Neue Epoche“ in Moers.
Foto: Shobotixx

Moers. Im China-Restaurant „Neue Epoche“ in Moers ist der Name bald Programm. Denn laut dem Inhaber erwartet die Gäste hier das erste Robotik-Restaurant Deutschlands. Die Service-Roboter bringen in abgeschwächter „R2D2-Manier“ die Speisen und Getränke an den Tisch der Gäste. Nach dem Essen räumen die Kellner-Roboter den Tisch wieder ab. Für Gäste dürfte die Begutachtung dieses Schauspiels ein interessantes Erlebnis werden.

Sind Roboter-Kellner in Moers also eine außergewöhnliche Form der Erlebnis-Gastronomie oder die durchschnittliche Gastronomie von Morgen? Nicht nur konservative Kunden dürften sich schon heute fragen, ob sie schon in wenigen Jahren in Restaurants nur noch von Robotern bedient werden. Auf diese Zukunftsfragen, die für viele IT-Spezialisten schon die Gegenwart bedeuten, hat Matthias Hofmann von der Firma Showbotixx aus Remscheid Antworten.

Seine Firma übernimmt die Programmierung und Wartung der Service-Roboter. Betreiber und Koch Jiang Sheng hat sie für sein Restaurant: „Neue Epoche“ bereits erworben.

China-Restaurant in Moers: „Geplant sind Mensch-Roboter-Teams“

„Geplant sind Mensch-Roboter-Teams“, so der IT-Fachmann. Wer nun also Angst vor einer „menschenfreien-Zone“ im China-Restaurant hat, den kann Matthias Hofmann von Showbotixx weiter beruhigen. „Wir wissen das 70 Prozent der Arbeitszeit eines Kellners darauf verwendet wird in die Küche zu laufen, weil gerade jemand gebimmelt hat, um dann wieder zurück zu hetzen.

Mit den Service-Robotern als Unterstützung, hat der Kellner wieder mehr Zeit für die Menschen“, erklärt Hofmann. Im Restaurant werden also weiterhin menschliche Kellner arbeiten.

„Die Bestellung gibt man dann schon beim Kellner auf“

Wenn ein Gast Sonderwünsche bei seiner Bestellung hat, ist der Roboter nach jetzigem Stand der Technologie noch nicht in der Lage diese so aufzunehmen. „Die Bestellung gibt man dann schon beim Kellner auf“, so Hofmann. In der Küche werden die Fahrten der Roboter dann koordiniert. Auch bezahlen könnten die Kunden aus technologischer Sicht bereits beim Roboter, aber noch verhindert ein Gesetz diese Form des bargeldlosen Bezahlens.

Auf lange Sicht gesehen, sollen Roboter nach Ansicht des IT-Experten aus Remscheid keinesfalls Menschen ersetzen. Momentan stehe noch die Erlebnis-Gastronomie im Vordergrund. „Das ist auch etwas fürs Auge, das sieht man nicht alle Tage“, erklärt Matthias Hofmann.

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„Beim Fast-Food-Konzept sind schon jetzt viele Abläufe automatisiert“

Momentan gehe es um eine Hilfeleistung für Menschen durch Robotik. „Wir haben Roboter und die haben bestimmte Fähigkeiten, mit denen sie Menschen unterstützen können“, so der IT-Spezialist. „Es sollte immer einen Menschen geben, der Ansprechpartner ist“, findet Matthias Hofmann außerdem. Doch das sei nicht in allen Bereichen der Gastronomie der Fall.

„Beim Fast-Food-Konzept sind schon jetzt viele Abläufe automatisiert“, erklärt Hofmann. In der Zukunft könnten weiterentwickelte Roboter durchaus noch über ihre jetzigen Fähigkeiten hinaus, viele Arbeitsschritte übernehmen. Also wird es zukünftig zumindest im Fast-Food-Bereich kaum noch Kontakt mit Menschen geben.

„Tatsächlich gibt es schon jetzt weiterentwickelte Roboter, die durchaus mit Menschen kommunizieren können und in Krankenhäusern als Therapie-Roboter eingesetzt werden“, erklärt Hofmann zum Pflegebereich.

Auch Krankenhaus Bethanien in Moers testet Therapie-Roboter

So auch im Krankenhaus Bethanien in Moers. Das Krankenhaus hat im Rahmen eines Pilotprojekts bereits den Roboter „Pepper“, der über soziale und kommunikative Fähigkeiten verfügt, ausgetestet.

„Das ist aber alles noch Zukunftmusik“, sagt Dirk Ruder vom Krankenhaus Bethanien. Die Technologie habe man sich bereits angeschaut, doch reine 'Pflegeroboter' werde es niemals geben. „Die Pflege eines Menschen wird kein Roboter je leisten können“, sagt Ruder. Die Roboter seien eine Unterstützung für Pflegepersonal, das dann mehr Zeit für andere Tätigkeiten und den Umgang mit Menschen hätte.

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Ohne fächendeckend gute WLAN-Verbindung, keine Roboter-Technologie

Doch noch schaue man sich erst einmal an, was die Technologie im Alltag überhaupt so kann. „Der Roboter bleibt einfach stehen, wenn im Krankenhaus eine schlechte WLAN-Verbindung ist. Um die Roboter tatsächlich nutzen zu können, müsste es erst einmal flächendeckend eine gute Internetverbindung in Deutschland her“, so Ruder weiter.

„Ohne die Fachkräfte wird es gerade im Gesundheitssektor nicht gehen“

Diese Einschätzung teilt auch IT-Experte Matthias Hofmann.

„Ohne die Fachkräfte wird es gerade im Gesundheitssektor nicht gehen“, so Hofmann. Angst vor einer Zukunft mit Robotik-Technologie brauche ohnehin niemand zu haben. „Es gibt sehr viele Vorurteile und einige Menschen, die glauben, dass sie nicht mehr gebraucht werden, doch das stimmt nicht“, stellt IT-Fachmann Hofmann zum Schluss klar.

Wann der genaue Eröffnungstermin des ersten Robotik-Restaurants in Deutschland ist, steht noch nicht fest.

 
 

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