NRW: Jugendlicher mit einmaligem Projekt – es soll gegen dieses schlimme Problem helfen

Cyber-Mobbing ist ein ernstes Problem in Deutschland. (Symbolfoto)
Cyber-Mobbing ist ein ernstes Problem in Deutschland. (Symbolfoto)
Foto: imago images / Panthermedia

Für die einen ein Segen, für die anderen ein Fluch...

Zweifellos erleichtern Social Media-Plattforme wie Facebook, Twitter und Instagram, aber auch Messenger wie Whatsapp die Kommunikation unter Menschen. Gerade Jugendliche und (junge) Erwachsene können und wollen nicht mehr auf Social Media verzichten. Doch entsprechend größer ist die Zahl derer geworden, die Opfer von Cyber-Mobbing sind.

Das Leid von Mobbing-Opfern, die im Internet öffentlich verleumdet, beleidigt oder bloßgestellt werden, führt bei Betroffenen nicht selten zu ernsten psychischen Problemen, die schlimmste Konsequenzen nach sich ziehen können. Jetzt will ein Teenager aus NRW dagegen steuern – mit einem bundesweit einzigartigen Projekt!

NRW: Jugendlicher startet einmaliges Projekt gegen Cyber-Mobbing

Lukas Pohland ist erst 16 Jahre alt, kommt aus Schwerte (NRW) – und war mit 13 Jahren selbst Opfer von Cyber-Mobbing! Der Schüler zu DER WESTEN: „2017 bin ich im Internet gemobbt worden. Dabei war ich Zufallsopfer, weil ich einer Mitschülerin, die gemobbt wurde, geholfen habe. Das hatte sich sogar so weit entwickelt, dass ich Morddrohungen erhalten habe.“ Die Lage hat sich für ihn erst normalisiert, als diese Mitschülerin die Schule gewechselt hatte. Pohland: „So weit darf es nicht kommen.“

Deshalb will er jetzt reagieren und hat mit Mitstreitern und Freunden einen Verein gegründet, der Opfern von Cyber-Mobbing Unterstützung, Rat und Halt bieten soll. Bundesweit einmalig! Lukas Pohland: „Es gibt zwar schon Beratungsstellen in öffentlicher Hand. Aber es ist etwas ganz anderes, wenn auf der anderen Seite des Tisches jemand sitzt, der etwa gleich alt wie man selbst.“

Und weiter: „Wir kennen die heutigen Medien und Kommunikationsmöglichkeiten, Fallstricke und Gefahren, einige sind selbst Mobbing-Opfer gewesen, können sich also reinversetzen.“ Die Webseite cybermobbing-hilfe.com ist bereits online, die Online-Beratung soll Ende März starten.

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Das ist Cyber-Mobbing:

  • bezeichnet verschiedene Formen der Verleumdung, Belästigung und Nötigung anderer Menschen über das Internet und/oder in Chats
  • Begriff kommt aus dem Englischen
  • auch der Diebstahl von Identitäten, um in fremden Namen Beleidigungen auszustoßen oder Geschäfte zu tätigen wird als Cyber-Mobbing bezeichnet
  • die Universität Münster und die Techniker Krankenkasse kamen 2011 zum Ergebnis, dass 32 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen als Opfer von Cyber-Mobbing betroffen sind

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Im Gegensatz zur Gesetzeslage in Großbritannien, Südkorea und den US-Bundesstaaten Missouri und New Jersey gibt es in Deutschland bislang kein eigenes Gesetz speziell zu Cybermobbing. Auch fehlt es an einer Kooperation, wie sie in Frankreich besteht, nach der Mobber identifiziert und von der Schule ausgeschlossen werden.

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Appell an Politiker: „Da muss mehr kommen“

Schon jetzt hätten sich mehrere Jugendliche und junge Erwachsene gemeldet, um sich Ratschläge und Hilfe zu holen, so Pohland weiter: „Die Resonanz ist wirklich positiv. Auch Lehrer haben sich erkundigt, wollen das Thema 'Cyber-Mobbing' vertieft im Unterricht behandeln. Leider, muss man ja dazu sagen. Uns wäre es lieber, wenn man unsere Arbeit nicht nötig hätte.“

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Von der Politik erwartet er künftig mehr Unterstützung, vor allem der Druck auf Social Media-Plattformen, in denen Cyber-Mobbing hauptsächlich stattfindet, müsse größer werden. Der Schwerter: „In der Vergangenheit hat es eher symbolische Schritte auf politischer Ebene gegeben. Da muss viel mehr kommen.“ Bis das so weit sein wird, werden eben Lukas Pohland und sein Team helfen.

 
 

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