Missbrauchskomplex Münster: Sicherungsverwahrung für den Haupttäter – auch seine Mutter muss in Haft

Missbrauchskomplex Münster: Die Urteile sind gefallen.
Missbrauchskomplex Münster: Die Urteile sind gefallen.
Foto: picture alliance/dpa/dpa pool | Guido Kirchner

Im Missbrauchskomplex Münster ist der 28-jährige Hauptangeklagte wegen des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu 14 Jahren Haft mit Sicherungsverwahrung verurteilt worden.

Das Gericht folgte im wesentlichen den Forderungen der Anklage und verkündete hohe Haftstrafen und zum Teil Sicherungsverwahrung. Eine Frau muss ebenfalls ins Gefängnis.

Missbrauchskomplex Münster: Sicherungsverwahrung für den Haupttäter

Im Missbrauchskomplex Münster erhielt der Hauptangeklagte eine dauerhafte Freiheitsstrafe. Für die Zeit nach seiner Haft ordnete das Landgericht Münster für den IT-Techniker wegen Wiederholungsgefahr Sicherungsverwahrung an. Er gilt als Schlüsselfigur in dem am Dienstag beendeten Prozess mit vier weiteren Angeklagten.

Die Urteile für die anderen Männer lauten:

  • 10 Jahre Haft für einen Mann aus Hannover (36) für 4 Fälle
  • 11 Jahre und 6 Monate für einen 43-Jährigen aus Schorfheide in Brandenburg für 5 Fälle
  • 12 Jahre für einen 31-jähriger aus dem hessischen Staufenberg für 6 Fälle.

Auch für diese Männer ordnete das Gericht Sicherungsverwahrung an. Damit folgte es weitestgehend der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Missbrauchskomplex Münster: Mutter des Angeklagten muss ebenfalls in Haft

Wegen Beihilfe soll die Mutter (46) des IT-Technikers für 5 Jahre ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft hatte auf 6 Jahre plädiert.

Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Missbrauchskomplex Münster: Grauenhafte Taten in einer Gartenlaube

Münster ist neben Lügde und Bergisch Gladbach einer von drei großen Missbrauchsfällen der vergangenen Jahre in Nordrhein-Westfalen. Der Fall kam im Juni 2020 nach Ermittlungen in einer Gartenlaube ans Licht. Im Zuge dessen hatte es in mehreren Bundesländern und im Ausland Festnahmen gegeben.

In dem Komplex wurden bereits fünf Männer zu Freiheitsstrafen verurteilt. Insgesamt wurden durch die Ermittler mehr als 50 Tatverdächtige identifiziert, von denen derzeit etwa 30 in U-Haft sitzen.

dpa