Missbrauch von Kindern in Lüdge: Wichtige Beweise verschwunden – schwere Vorwürfe gegen Polizei

Die Ermittlungen zum Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz in Lüdge werden zum Desaster.
Die Ermittlungen zum Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz in Lüdge werden zum Desaster.
Foto: dpa

Detmold. Der Schock über den massenhaften sexuellen Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz im Lüdge/NRW sitzt noch immer tief. Drei Männer sollen sich über zehn Jahre an mindestens 31 Kindern vergangen haben und kinderpornographisches Material ins Netz gestellt haben.

Herbert Reul regte sich bereits vergangene Woche massiv über das Versagen der Behörden auf: „Meine Oma hätte gemerkt, dass da was nicht stimmt“, sagte der NRW-Innenminister zu den Missbrauchs-Fällen.

Nach der neuesten Panne spricht Reul von einem Desaster.

Missbrauch in Lüdge: Koffer mit Beweisen verschwunden

Wie der NRW-Innenminister am Donnerstag mitteilte, hat die Polizei massenhaft Beweismaterial verloren.

So sei ein Koffer mit 155 Datenträgern aus dem Polizeirevier in Lippe verschwunden. Das sei bereits am 30. Januar entdeckt worden. Vier Sonderermittler seien nun darauf angesetzt, die fehlenden Aservate zu finden.

------------------------------------

• Mehr zum Missbrauchs-Fall in Lüdge:

Kinder auf Campingplatz in Lügde/NRW missbraucht – Zahl der Opfer steigt an

Kindes-Missbrauch auf Campingplatz in Lügde (NRW): Jetzt wird auch gegen die Polizei ermittelt

• Top-News des Tages:

Karl Lagerfeld tot: Dieser Mann war die große Liebe des Modezars – und sein letzter Wunsch hat mit ihm zu tun

Fans von Schalke und Manchester City liefern sich wilde Prügelei am Stadion! Fan in akuter Lebensgefahr

-------------------------------------

Ob auf den Datenträgern kinderpornographisches Material gespeichert ist, sei bislang unklar.

NRW-Innenminister Herbert Reul tobt

Die Beweise waren offenbar in einem Raum verstaut, der nicht ausreichend gesichert war. Zahlreiche Personen hätten Zugang zum Raum gehabt, weswegen die Identifikation des Schuldigen schwierig sei.

+++Brutaler Übergriff auf Polizisten in Lünen: Beamter bewusstlos gewürgt – dann fällt ein Schuss +++

Zwar sei der größte Teil des Datenmaterials vor dem Verschwinden der CD's gesichtet worden. Herbert Reul lässt das allerdings nicht gelten: „Man muss hier klar von Polizeiversagen sprechen“, sagte der Innenminister.

Ermittlungen gegen die Polizei

Zuvor standen die Behörden bereits massiv in der Kritik, weil sich im August 2016 Zeugen bei Polizei, Jugendamt und Kinderschutzbund wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Kindern durch den Hauptbeschuldigten gemeldet hatten. Ermittlungen hatte die Polizei danach nie aufgenommen.

+++ Bochumer Polizei nimmt Drogenbande hoch – und macht eine erschreckende Entdeckung +++

Den nächsten Hinweis im November 2016 leitete die Polizei an das Jugendamt weiter. Eigene Ermittlungen blieben wieder aus. Erst Ende 2018 nach Hinweisen durch ein sechsjähriges Kind kamen die Ermittlungen ins Rollen. Mehr dazu liest du hier >>> (mit dpa)

 
 

EURE FAVORITEN