Minister Groschek will in Hagen eine „Lego-Brücke“ bauen

Ausflug in die Niederlande: NRW-Bauminister Michael Groschek informierte sich dort über die Vorteile der „Lego-Brücken“.
Ausflug in die Niederlande: NRW-Bauminister Michael Groschek informierte sich dort über die Vorteile der „Lego-Brücken“.
Foto: MBWSV
Minister Groschek will in Hagen eine „Lego-Brücke“ bauen . Drei Monate Bauzeit statt eineinhalb Jahre. Vorbild sind Bauwerke in den Niederlanden.

Düsseldorf. NRW will mit der landesweit ersten „Lego-Brücke“ in Hagen Zeit und Geld beim Brückenbau sparen. In dem Pilot-Projekt an der A46 sollen Fertigbauteile in nur wenigen Monaten zusammengesetzt werden. Baubeginn könnte nach Angaben des NRW-Bauministers Michael Groschek (SPD) bereits im Frühjahr 2017 sein. Der Minister schätzt, dass in den nächsten Jahren jede zweite der 800 Fernstraßen-Brücken in NRW aufgrund erheblicher Schäden durch Neubauten ersetzt werden muss.

Brücke von der Stange statt Maßarbeit

Die bisherige Brücke an der A46 bei Hagen („Hammacher Straße“) verbindet zwei Gewerbegebiete und ist zur Zeit für Fahrzeuge mit einem tatsächlichen Gewicht über 20 Tonnen gesperrt. Bei einem schnellen Ersatzneubau könnte auch auf eine teure Behelfsbrücke verzichtet werden, so dass eine deutliche Reduzierung der Planungs- und Bauzeit möglich wäre, sagte Groschek.

In den Niederlanden werden Brücken mit der „Lego-Technik“ in nur drei Monaten fertiggestellt – inklusive Abriss der alten Brücke. In NRW dauert der Bau einer ähnlichen Brücke bis zu eineinhalb Jahre. Der Landesbetrieb Straßen.NRW startet jetzt einen Ideenwettbewerb mit drei bis vier Ingenieurbüros, die Konzeptstudien für eine innovative Fertigteillösung erstellen sollen. Parallel laufen die notwendigen Arbeiten für die Bauvorbereitung. Der Bund als Träger der Maßnahme muss allerdings noch zustimmen. Derzeit läuft die Abstimmung mit Berlin.

Während Brücken in Deutschland bisher Maßanfertigungen sind, für die fast alle Teile an Ort und Stelle gegossen und verschraubt werden, werden immer gleiche Fertigteile in den Niederlanden im Werk produziert und am Stück zur Baustelle gebracht und dort zusammengesetzt. Für die Brücke in Hagen ist eine Ausnahmegenehmigung als Modellversuch erforderlich, weil ein Bauwerk aus Fertigteilen einzelne DIN-Normen nicht erfüllt.

Alle alten Brücken werden geprüft

Bei der Sanierung der Brücken steht das Transitland NRW vor großen Herausforderungen. „Alle Brücken, die vor 1985 gebaut wurden, müssen generell überprüft werden, ob sie statisch noch halten“, hatte Groschek gewarnt. Der Minister braucht angesichts des Mammutprojekts schnelle Lösungen, um die schon heute hohe Zahl der Staus zu begrenzen. „Wir haben ein Anderthalbjahrzehnteprogramm der Brückenerneuerung vor der Brust.“ Die „Lego-Brücken“ sollen da für Erleichterung sorgen.

 
 

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