Melda Hund kandidiert für den Bundestag, will aber gar nicht in den Bundestag – aus diesem unverständlichen Grund

Daniel Sobolewski
An einem Platz im Bundestag hat Melda Hund kein Interesse mehr.
An einem Platz im Bundestag hat Melda Hund kein Interesse mehr.
Foto: xblickwinkel/McPhotox/BerndxLeitnerx / imago
  • Melda Hund aus dem oberbergischen Eckenhagen kandidiert für den Bundestag
  • Da will sie aber gar nicht hin
  • Im WDR-Kandidatencheck verwundert die Politikerin mit seltsamen Antworten

Eckenhagen. Noch bis zum 24. September geht es im Wahlkampf um die Wurst. Wer überzeugt die Wähler und ergattert einen der begehrten Plätze im Bundestag?

Aus den vielen Kandidaten sticht Melda Hund besonders hervor. Denn trotz Kandidatur und Listenplatz 17 bei ihrer Partei „Bündnis Grundeinkommen“ hat die 23-Jährige überhaupt keine Lust, in den Bundestag gewählt zu werden.

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Glaubst du nicht? Das hat die Kandidatin aus Reichshof-Eckenhagen im Oberbergischen Land selbst im WDR-Kandidatencheck gesagt.

Der Grund ist aber irgendwie nicht so ganz nachvollziehbar: „Ich möchte gar nicht mehr in den Bundestag gewählt werden, weil ich denke, die Friedensschaffung vollzieht sich jeden Tag in jeder Handlung und in Situationen, wie ich den Situationen begegne und auch in meinen Gedanken.“

Einige Fragezeichen ploppen auch bei den folgenden Antworten der Nicht-mehr-Kandidatin über den Köpfen der Zuschauer auf.

„Ich glaube nicht an die Rente“

Beispiel gefällig? Frage: „Wie stellen Sie sich die Rente der Zukunft vor?“

Antwort von Melda Hund: „Ich glaube nicht an die Rente. Was ich mache ist, dass ich denke, dass ich durch mein Wirken mein Leben ermöglichen werde. Ich arbeite an 14 Themengebieten zurzeit und einige davon werden auch Bücher. Und ich vertraue in mein Handeln in dem Moment und in der Gegenwart. Denn in der Gegenwart können wir vieles erreichen.“

Vorläufiger Rückzug aus der Politik

Im Kandidatencheck zur Landtagswahl am 14. Mai 2017 glänzte Hund noch mit Ideen und einem politischen Plan. Diesmal wirkt sie eher wie eine schlecht vorbereitete Psychologie-Studentin in der mündlichen Prüfung.

Mit dem Kandidatencheck des WDR zur Bundestagswahl zieht sich Melda Hund jetzt aus der Politik zurück. Vorläufig, wie sie betont. Gut für den Kandidaten auf Listenplatz 18, falls er denn in den Bundestag möchte.