Duisburg: Neue Details zu vermisstem Marvin – ignorierte Polizei Hinweis auf Verdächtigen (44) aus Recklinghausen?

Marvin wurde in Recklinghausen in einem Schrank entdeckt. In der Wohnung eines verurteiltes Besitzers von Kinderpornografie.
Marvin wurde in Recklinghausen in einem Schrank entdeckt. In der Wohnung eines verurteiltes Besitzers von Kinderpornografie.
Foto: dpa, Polizei

Jahrelang war Marvin (15) aus Duisburg vermisst. Dann plötzlich machte die Polizei in Recklinghausen (NRW) eine schockierende Entdeckung! Bei einer Durchsuchung der Polizei in Recklinghausen stießen die Ermittler in einem Schrank auf den Teenager.

Marvin aus Duisburg lebt – doch zu sein Verbleib in den vergangen zwei Jahren bleiben viele Fragen offen. DER WESTEN hält dich über die Ereignisse des krassen Falls auf dem Laufenden.

>>> Hier die ganze Chronik zum Fall Marvin

Duisburg: Polizei findet vermissten Marvin (15) im Schrank – alle Infos im Newsblog

Dienstag, 24. Dezember

11.52 Uhr: Die Polizei ermittelt mit einer 18-köpfigen Ermittlungskommission, um die Hintergründe des Vermisstenfalls aufzuklären. Am Samstag war die Wohnung in einer aufwendigen Aktion von Ermittlern leergeräumt worden. Dabei wurden auch Datenträgerspürhunde eingesetzt. Am Samstagabend wurden diverse Beweismittel sichergestellt. „Aktuell konzentrieren sich die Ermittlungen insbesondere auf die schnellstmögliche Auswertung der Datenträger. Daneben ist das persönliche Umfeld des Tatverdächtigen von besonderer Bedeutung“, so Polizeisprecher Andreas Wilming-Weber.

Auch über die Feiertage wird die Arbeit der Ermittler fortgesetzt, um die Details schnellstmöglich aufzuklären. Inzwischen ist auch klar, dass der Anstoß zu den Ermittlungen, die letztlich zur Wohnungsdurchsuchung beim mittlerweile in U-Haft sitzenden Recklinghäuser führten, durch Auswertungsergebnisse der Polizei Duisburg in einem anderen Strafverfahren ausgingen.

11.12 Uhr: Neue Hinweise im Fall des 15-jährigen Marvin, der am Freitag bei einem mutmaßlichen Sexualstraftäter im Schrank entdeckt wurde. Wie die Polizei Recklinghausen mitteilte, erhielt die Polizei Duisburg, die für den Vermisstenfall zuständig war, offenbar im Sommer 2019 einen Hinweis auf den tatverdächtigen Recklinghäuser. Der Hinweis soll nach der Ausstrahlung des Falls bei „Aktenzeichen XY“ im Juli 2019 erfolgt sein.

Jetzt werde polizeiintern sowie justiziell geprüft, ob durch die das Polizeipräsidium Duisburg diesem Hinweis mit der gebotenen Konsequenz nachgegangen wurde.

Montag, 23. Dezember

10.48 Uhr: Der verdächtige 44-Jährige ist im vergangenen Jahr bereits wegen des Besitzes von Kinderpornografie verurteilt worden. Das berichtet die Staatsanwaltschaft Bochum mit. Er sei damals auf Bewährung verurteilt worden. >>> hier mehr dazu

6.31 Uhr: Die letzten Jahre konnten Mutter und Sohn nicht gemeinsam Weihnachten verbringen. Jetzt, wo Marvin wieder da ist, möchte seine Mutter Manuela ihn zumindest in der Jugendpsychiatrie, in der er derzeitig untergebracht ist, besuchen. Sie möchte dringend ein bisschen Weihnachten mit ihrem Sohn feiern, berichtet die „Bild“ (Bezahlinhalt).

Sonntag, 22. Dezember

15.46 Uhr: Nun meldet sich Stiefvater Michael B. auch zu Wort. Gegenüber RTL sagt er, dass Marvin K. seine Mutter am Samstag nur zehn Minuten in einer Klinik in Datteln sehen durfte. Der Stiefvater durfte nicht dabei sein. Lediglich eine Therpeutin. Mutter und Stiefvater wollten erst alleine mit ihrem Sohn sprechen. Das wurde abgelehnt. „Die Therapeutin sagte, der erste Kontakt sollte mit ihr zusammen sein.“

Der 15-Jährige soll nicht viel gesprochen haben. Sei „ziemlich verwahrlost“ gewesen. Im genauen Gegensatz zur Mutter behauptet der Stiefvater, Martin K. sei gegen seinen Willen in der Wohnung des Pädophilen gewesen. Er sagt: „Jetziger Stand: er war nicht freiwillig dort.“

Dem Jungen soll es körperlich gut sehen, aber psychisch nicht. Auch sein Stiefvater leidet. „Zweieinhalb Jahre ohne Kontakt, das geht nicht spurlos an einem vorbei“, sagt er gebenüber RTL.

13.26 Uhr: Auf Facebook äußert sich die Mutter von Marvin zum ersten Mal nach dem Wiedersehen. Sie schreibt, dass Mutter und Sohn gar nicht mehr aufhörten, sich zu umarmen. Marvin soll in einem schlechten Zustand vor ihr gestanden haben. Er trug sogar noch die Kleidung vom Tag seines Verschwindens am 11. Juni 2017. „Ist das noch Marvin?“, fragt sie sich. „Ich sehe ihn als gebrochen an.“

Ein Gerichtsmediziner habe den 15-Jährigen bereits untersucht. Marvin soll außerdem gesagt haben, dass er freiwillig bei dem Pädophilen aus Recklinghausen blieb. Die Mutter vermutet, dass ihr Sohn das Stockholm-Syndrom entwickelt habe. Dabei empfinden Entführungsopfer eine emotionale Verbundenheit zum Täter.

Sie soll ihren Sohn erst nicht erkannt haben. Sein Kopf war nach Angabe der Mutter „so groß wie ein Kürbis“. Sie vermutet, dass Marvin K. mit Hilfe von Drogen ruhiggestellt wurde. Sie muss das Geschehene nun verarbeiten. Fragt sich selbst: „Wie schafft Marvin das?“

8.30 Uhr: In welchen Zuständen musste Marvin in der Wohnung leben? „Es spricht einiges dafür, dass er sich schon längere Zeit freiwillig dort aufgehalten hat“, sagte ein Sprecher am Samstag. Laut RTL soll es sich bei der Wohnung um eine Messie-Wohnung handelt, der Gestank nach Urin sei allgegenwärtig. Die Polizei habe triefende Kartons mit Kinderwindeln aus der Wohnung getragen.

7.30 Uhr: Marvins Mutter hatte bei der Suche nach ihrem Sohn auch einen Hellseher eingeschaltet. Der hatte eine völlig irre Theorie, zu der er sich nun äußert. Mehr dazu kannst du hier lesen >>>

Samstag, 21. Dezember

19.12 Uhr: Laut der Polizei Recklinghausen soll die Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen einer schwerwiegenden Sexualstraftat gegen den mutmaßlichen Verdächtigen (44) erlassen haben.

10.50 Uhr: Marvin ist weiterhin in fachärztlicher Betreuung. Ob es schon Kontakt zwischen ihm und seiner Mutter gegeben hat, konnte der Pressesprecher der Polizei am Samstag nicht sagen.

„Er war zwei Jahre lang nicht in der Obhut von Erziehungsberechtigten“, sagte der Sprecher. Deshalb wurde Marvin in eine Klinik gebracht.

10 Uhr: Der 44-jährige Verdächtige aus Recklinghausen ist weiter in Gewahrsam. In seiner Wohnung wird weiter nach Beweisen gesucht. Dafür räumen die Ermittler am Samstag die komplette Wohnung leer, um jeden Zentimeter zu durchkämmen, sagte ein Polizeisprecher gegenüber DER WESTEN.

Gleichzeitig wird das bisher entdeckte Material ausgewertet. Die Erkenntnisse daraus sind entscheidend, ob der Recklinghäuser (44) am Samstag einem Haftrichter vorgeführt wird. Zusammenhänge zu dem Kinderporno-Ring in Bergisch-Gladbach liegen laut Polizei keine vor.

9 Uhr: Was sich in der Wohnung in Recklinghausen abgespielt hat, ist ein Rätsel. Hat Marvin dort seit seinem Verschwinden gelebt? Ein Nachbar einer gegenüberliegenden Wohnung sagt gegenüber der „Bild“-Zeitung: „Ich kann mir das nicht vorstellen. Ich habe da nie einen Jungen bemerkt.“

Freitag, 20. Dezember

17 Uhr: Marvins Mutter wird darüber informiert, dass ihr Sohn lebt und aufgefunden wurde. „Die Mutter war erleichtert“, sagte ein Polizeisprecher gegenüber DER WESTEN.

Die Polizei hat nun viele Fragen an Marvin. Dabei sei es wichtig, einen Zugang zu dem Jungen zu finden. „Wir wollen natürlich klären, wo er sich die letzten zwei Jahre aufgehalten hat, wo er gelebt hat“, so Wilming-Weber.

Der Jugendliche sei in fachärztliche Behandlung übergeben worden, erklärte der Sprecher. Körperlich sei er unversehrt. Auch das Jugendamt und Opferschutzbeauftragte der Polizei seien hinzugezogen worden.

16 Uhr: Was hat Marvin in der Wohnung gemacht? Hat er dort gelebt oder wurde er festgehalten? „Es gab keine Hinweise darauf, dass der Junge sich dort aufhalten könnte“, sagt Andreas Wilming-Weber, Pressesprecher der Polizei Recklinghausen. Die Beamten hätten die Wohnung auf der Suche nach Beweismitteln durchsucht und seien dabei auf den 15-Jährigen gestoßen.

„Wir haben keine Hinweise, dass er im Schrank gelebt oder dort gefangen gehalten wurde“, so der Sprecher. „Es spricht einiges dafür, dass er sich schon längere Zeit freiwillig dort aufgehalten hat.“

14 Uhr: Es stellte sich heraus, dass es sich dabei um den vermissten Marvin (15) aus Duisburg handelt. Marvin verschwand vor zwei Jahren spurlos, sein Handy war zuletzt in Recklinghausen geortet worden.

12 Uhr: Die Polizei durchsucht am Vormittag eine Wohnung in Recklinghausen. Der Verdacht: Der 44-Jährige Bewohner soll kinderpornografische Schriften verbreitet haben. Bei der Durchsuchung der Wohnung stoßen die Beamten im Schrank des Mannes auf einen 15 Jahre alten Jungen.

Neben dem Tatverdächtigen (44) wurde auch dessen Vater (77) in der Wohnung angetroffen. Die Polizei nahm beide Männer fest. Es bestätigte sich gegen den Vater aber zunächst kein Tatverdacht. Er wurde inzwischen aus dem Gewahrsam entlassen.

Bei der Suche kam auch ein Datenträgerspürhund in der Wohnung zum Einsatz. „Die Auswertung der Datenträger soll schnellstmöglich erfolgen, um die Frage zu klären, ob der Junge womöglich Opfer strafbarer Handlungen wurde“, so Andreas Wilming-Weber, Pressesprecher der Polizei Recklinghausen.

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So reagiert die Polizei Duisburg

Erleichterung herrscht auch bei der Polizei in Duisburg. Die Beamten dort waren seit zwei Jahren mit dem Vermisstenfall betraut und hatten unter anderem in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ nach dem Jungen gesucht. „Die Erleichterung bei uns und seiner Mutter war natürlich groß“, so ein Sprecher der Polizei Duisburg. (ms/jg/ldi)

 
 

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