„Man hat das Recht ein solches Buch zu schreiben“

Köln..  Skandalautor Michel Houellebecq (56) ist zum ersten Mal nach Erscheinen seines Roman „Unterwerfung“ und dem Anschlag in Paris. öffentlich aufgetreten. Der Auftritt in Köln war seit Dezember ausgebucht. Die Polizei hatte nach eigenen Angaben „angemessene Sicherheitsvorkehrungen“ ergriffen. Die Lit.Cologne als Veranstalter begründete das Festhalten an der Buchvorstellung damit, dass man sich der Freiheit der Kunst und des Worts verpflichtet fühle.

Am Anfang habe er nur das Problem gehabt, immer wieder erklären zu müssen, dass „Unterwerfung“ kein islamophobes Buch sei. „Jetzt muss ich zwei Dinge in einer Endlosschleife erklären: Erstens, dass mein Buch kein islamophobes Buch ist, und zweitens, dass man das Recht dazu hat, ein solches Buch zu schreiben“, sagte Houellebecq. Der Roman spielt im Jahr 2022 in Frankreich. Der Autor kritisiert darin sowohl die Demokratiemüdigkeit, den Egoismus und den Opportunismus des Establishments als auch die Islamisten, die in diese Lücke stoßen. Der Roman war am 7. Januar in Frankreich erschienen – am Tag des Attemtats: Die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ hatte eine Karikatur über den Autor auf der Titelseite.

Der DuMont Buchverlag hatte „Unterwerfung“ am Mittwoch eine Auflage von 100 000 Exemplaren auf den deutschen Markt gebracht. Eine zweite Auflage mit 50 000 Stück ist in Arbeit. Weitere Auftritte Houellebecqs isind bislang nicht geplant.

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