Lost Places in NRW: Jugendliche finden brisante Akten – Polizei schaltet sich ein „Das ist krass“

Lost Places im Ruhrgebiet

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Mönchengladbach. Sie sind seit Jahren verlassen, verwittern schon und ziehen junge Menschen magisch an: Lost Places. In NRW gibt es einige bekannte Orte. Regelmäßig werden sie von der Lost-Places-Szene inspiziert.

Auch das Polizeipräsidium in Mönchengladbach zog Menschen der Lost Places-Szene an. Dort fanden Jugendliche brisante Akten. Das bekam auch die Polizei NRW mit und rückte an.

Lost Places in NRW: Mordfall in den Akten

Wie die „Rheinische Post“ berichtet, war ein damals 17-Jähriger im Frühjahr 2020 in dem alten Polizeipräsidium unterwegs und fand alte Ermittlungsakten. Die sollen in einem Keller gelegen haben, der nicht verschlossen war.

In einer der Akten, die in dem Lost Place lagen, soll ein Bericht von einem Fall gewesen sein, bei dem ein Mann zuerst seine Frau und anschließend sich selbst getötet hatte. Auch Obduktionsberichte und Fotos von den Leichen waren dabei.

Abschiedsbriefe an die Verwandten sowie unbekannte Substanzen, wahrscheinlich Medikamente, sollen auch dabei gewesen sein.

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Weitere Lost Places in NRW:

  • Zeche Westerholt, Gelsenkirchen
  • Kokerei Hansa, Dortmund
  • Schlackebahn, Bochum
  • Stadtbad Krefeld
  • Alter Solinger Bahnhof
  • Villa Amalia, Wuppertal
  • Villa Oppenheim, Köln
  • Geisterstadt Immerath, Erkelenz

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Als die Mutter des Jugendlichen diese Unterlagen zu Hause fand, war sie außer sich: „Da werden Akten mit so sensiblen Daten von der Polizei einfach liegen gelassen und vergessen? Das ist krass. Jetzt sind die Akten mit den grausigen Berichten und Bildern auch noch Kindern und Jugendlichen in die Hände gefallen.“

Von den verschwundenen Akten bekam dann auch die Polizei NRW Wind – allerdings erst am 10. Juni 2020. Mit zehn Polizisten einer Hundertschaft standen sie plötzlich vor der Tür der Familie. Sie durchsuchten alle Räume und Schränke.

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Lost Places in NRW: Polizeipräsident sauer

Die Mutter wusste zu diesem Zeitpunkt noch nichts von den Akten, die ihr Sohn der Lost-Places-Szene in dem alten Gebäude fand. „Mir war das alles peinlich, auch vor den Nachbarn.“

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Der inzwischen 18-jährige Sohn wurde wegen Einbruchs und Diebstahls angeklagt. Ihm und seinem Freund wurde außerdem vorgeworfen, dass sie die brisanten Akten hätten verkaufen wollen.

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Polizeipräsident Mathis Wiesselmann bezeichnet gegenüber der „Rheinischen Post“ die Tatsache, dass die Akten in dem Lost Place vergessen worden als „grobe Nachlässigkeit“. „Das ist im hohen Maße ärgerlich. Das hätte nicht passieren dürfen. Ich habe disziplinarrechtliche Mittel eingeleitet, die kurz vor dem Abschluss stehen.“ (ldi)

Zu einem Lost Place wird das Kaufhof-Gebäude in der Essener Innenstadt zum Glück nicht. Denn jetzt gibt es neue Pläne für das leerstehende Kaufhaus. Wie die aussehen, liest du hier>>>