Lokale in NRW öffnen wieder: „Es fühlt sich an wie eine Neueröffnung“

Die ersten Lokale dürfen in NRW wieder öffnen – zumindest in der Außengastronomie.
Die ersten Lokale dürfen in NRW wieder öffnen – zumindest in der Außengastronomie.
Foto: picture alliance/dpa | Bernd Thissen

Ein Kaffee, der nach Normalität schmeckt. Darauf haben die Menschen in NRW monatelang gewartet. Die ersten Lokale dürfen im Bundesland wieder öffnen – zumindest in der Außengastronomie.

Seit Mittwoch werden in Lokalen der Städte Soest und Lippstadt im Rahmen eines Modellprojektes draußen wieder Gäste bewirtet. Doch hierbei handelt es sich erst um einen kleinen Vorgeschmack auf das, was ab Samstag in noch mehr Regionen in NRW wieder möglich wird.

NRW: Wiedereröffnung von Lokalen – HIER startete man bereits den Versuch

Im November letzten Jahres mussten alle Restaurants und Cafés in NRW dicht machen. Seither steht die Gastronomie-Welt still. Damit soll nun in einigen Regionen in NRW endlich Schluss sein.

Die Schwestern Gerlinde Kirschner und Margit Husemann konnten ihr Glück kaum fassen. Die beiden zählten am Mittwoch zu den allerersten Gästen, die an den Tischen der Brasserie „Lämang“ in Soest Platz genommen haben. „Auf ein neues Leben“, sagten sie sich und stoßen fröhlich mit Prosecco an.

Durch einen Modellversuch soll in Soest und Lippstadt seit Mittwoch ermittelt werden, ob eine Gastronomie-Öffnung trotz Corona-Pandemie langfristig möglich sein könnte. Auf etwa 1800 Außen-Sitzplätze können bislang in den Lokalen der Stadt Soest Getränke und Gerichte bestellt werden. Rund 500 Stück sind es bei den Lippstädter Restaurants und Cafés.

„Es fühlt sich an wie eine Neueröffnung“, schwärmte die Inhaberin der Brasserie Margarita Burgos Luque, die fast sieben Monate ohne Einnahmen da stand.

Doch wie NRW-Wirtschaftsminister Andres Pinkwart wenig später in Düsseldorf verkündete, soll das erst der Anfang sein.

NRW: Gastronomieöffnung auch in deiner Region? – DAS sind die Voraussetzungen

Ab Samstag, dem 15. Mai, sollen überall dort in NRW wieder eingeschränkte Gastronomie-Öffnungen möglich sein, wo die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf Werktagen unter 100 liegt. Aktuell trifft das auf rund 15 von 53 Regionen in NRW zu.

+++ Corona in NRW: Erste Städte öffnen Gastronomie – unter diesen Bedingungen +++

Am besten steht derzeit Münster mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 51,7 da. Der Kreis Soest, zu dem beide Modellkommunen gehören, liegt mit 62,3 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche ebenfalls deutlich unter dem Landesniveau.

Geöffnet werden dürfen zunächst jedoch ausschließlich Außenbereiche und es besteht eine Reservierungspflicht. Alle Gäste müssen zudem einen negativen Corona-Schnelltest vorlegen, der nicht älter als 24 Stunden ist – davon ausgenommen sind bereits geimpfte Personen. Darüber gelten wie immer das Abstandsgebot und die Maskenpflicht abseits der Tische.

Erste Lokale in NRW wieder geöffnet – und die Telefone klingeln Sturm

„Da sieht man, welchen Nachholbedarf es gibt, nach all den Monaten“, sagte Yvonne Pälmer, die Inhaberin des Soester Lokals „Im Wilden Mann“ ist. So stehe das Telefon für die Sitzplatzreservierungen fast keine Sekunde still.

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Die Bürger der Städte Soest und Lippstadt sind so glücklich über die Wiedereröffnung der Lokale, dass sie die Chance alle sofort nutzen wollen.

„Mit diesem Kaffee kommt einfach auch ein Stück Normalität wieder“, schwärmte der Gast eines Eiscafés.

„Endlich können wir uns wieder hier treffen. Irgendwann kann man die eigenen vier Wände ja auch nicht mehr sehen“, äußerte wiederum die junge Mutter Angelique Paul-Brackelmann, die sich mit einer Freundin in der Stadt getroffen hat.

Da könne man fast ein wenig neidisch werden. Bleibt nur zu hoffen, dass die Inzidenzzahlen sich von nun an weitläufig geringhalten, damit auch weitere Städte in NRW bald in diesen Genuss kommen dürfen. (dpa/mkx)