Löste Materialfehler das Schwebebahnunglück aus?

Wuppertal..  Nach dem Schwebebahn-Unfall Mitte Oktober in Wuppertal steht die Bezirksregierung Düsseldorf in Sachen Wiederbetrieb auf der Bremse: Erst wenn die Unfall-Ursache herausgefunden ist, könne die Bahn wieder fahren. Jetzt im Blick: die Aufhängung der Stromschiene. Die war mehr als 100 Jahre lang aus Stahl. Mittlerweile aber sind die Halterungen aus Kunststoff, heißt es bei der Staatsanwaltschaft Wuppertal. Die hat nun den Kreis der Gutachter erweitert: um einen Werkstoff-Experten.

Es sieht also danach aus, dass die Schwebebahn noch länger still steht, nachdem am 18. Oktober eine massive Stahl-Stromschiene hinter dem Bahnhof Kluse auf einer Länge von 260 Metern aus dem Schwebebahn-Gerüst in die Wupper und auf eine Straße und zwei Autos gekracht war. Ein Zug mit 76 Fahrgästen hing für Stunden über der Wupper, die Feuerwehr musste die Menschen über eine Leiter befreien, zwei Menschen hatten sich verletzt.

Volker Klagges, Sprecher der Bezirksregierung, macht klar: „Die Schwebebahn wird erst dann wieder fahren, wenn die Ursache gefunden und gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen an der Strecke ergriffen worden sind.“ Beim Schwebebahn-Betreiber, den Wuppertaler Stadtwerken (WSW), ist man nervös. Über das schlimmstmögliche Szenario mag Sprecher Holger Stephan nicht spekulieren: „Wir hoffen, dass es am Fahrzeug liegt. Da wäre die Ursache am leichtesten zu beheben.“ Klar ist: Sollte es durch einen Konstruktions- oder Materialfehler am Fahrgerüst zu dem Unfall gekommen sein, müsste womöglich die komplette Strecke ausgebessert werden - auf den kompletten 13,3 Kilometern.

Erst im Mai war die Schwebebahn, deren offizielle Premiere im März 1901 war, nach 18-jähriger Sanierung und zahlreichen wochen- bis monatelangen Streckenstilllegungen für insgesamt 600 Millionen Euro wieder in Betrieb gegangen.

 
 

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