Corona-Lockdown in NRW: Experte sieht Jugend in Gefahr – „Es müsste JETZT etwas passieren!“

Der Lockdown in NRW könnte für Schüler*innen zu einer Gefahr werden: Die Tendenz von Cybermobbing steigt! (Symbolbild)
Der Lockdown in NRW könnte für Schüler*innen zu einer Gefahr werden: Die Tendenz von Cybermobbing steigt! (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Shotshop

Der Corona-Lockdown trägt auch in NRW dazu bei, dass sich die Menschen vermehrt im Netz aufhalten. Von Homeschooling, über Homeoffice, bis hin zum Homeworkout – das Leben im Corona-Lockdown findet zuhause und online statt. Nicht nur in NRW.

Zeitgleich entfacht der Selbstmord eines 25-jährigen Models eine neue Debatte über Cybermobbing. Der Todesfall von Kasia Lenhardt zeigt, dass die psychische Gewalt im Internet alles andere als besiegt ist und schlimme Folgen haben kann.

Lockdown in NRW: Eine Gefahr für Kinder und Jugendliche?

Doch nicht nur Promis sind von den Angriffen im Netz betroffen. So findet Cybermobbing vor allem auch im Schulalltag statt. Laut einer Studie des „Bündnis gegen Cybermobbing“ verschärft der Corona-Lockdown diese Lage nun enorm - auch in NRW.

Ein Cyberkriminologe sieht daher dringend Handlungsbedarf und mehr Schutz für Kinder und Jugendliche. Wie geht das Schulministerium NRW mit dieser Herausforderung um?

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Die genauen Zahlen der Studie vom „Bündnis gegen Cybermobbing“ sieht der Cyberkriminologe Dr. Thomas-Gabriel Rüdiger eher kritisch. In einer Sache stimmt er dem ganzen jedoch voll und ganz zu: „Wenn Menschen mehr Zeit im Netz verbringen, dann steigt faktisch auch das Risiko, mit digitalen Delikten - wie Formen von Cybermobbing - konfrontiert zu werden.“

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Das ist das Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW):

  • ist das bevölkerungsreichste Bundesland mit 17.947.221 Einwohnern (Stand: Dezember 2019)
  • Landeshauptstadt: Düsseldorf
  • größte Stadt: Köln
  • seit 1949 ein Bundesland der Bundesrepublik Deutschland
  • Ministerpräsident ist Armin Laschet (CDU), Regierungsparteien sind CDU und FDP

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Welcher Gefahr sind die Schüler in NRW zu Lockdown-Zeiten nun ausgesetzt, wo sie aufgrund von Homeschooling und fehlenden Freizeitaktivitäten, offensichtlich vermehrt online sind?

Online-Hass in Lockdown-Zeiten: DIESE Maßnahmen sind notwendig

Wie der Experte im Gespräch mit DER WESTEN erklärt, sei das Grundproblem von Cybermobbing, dass die feindlichen Angriffe im Netz, besonders für die jüngeren Generationen zur Normalität geworden sind. So werden Hetzer und Mobber nur selten als Straftäter identifiziert oder geschweige denn zur Rechenschaft gezogen.

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„Der Broken Windows Ansatz besagt: Wenn jemand eine Scheibe einwirft und niemand sichtbar darauf reagiert, wird auch die nächste Scheibe eingeschlagen. Aus meiner Sicht kann dieser Gedanke auf das Netz übertragen werden", sagt Dr. Rüdiger über die Situation im Internet.

„Jede Hassnachricht oder sexuelle Belästigung stellt eine eingebrochene digitale Fensterscheiben dar und könnte dadurch die Hemmschwelle zu weiteren Tatbegehungen senken. Ich spreche dann von einem Broken Web Phänomen - also einem Gefühl eines rechtsfreien enthemmten Raumes“, erläutert der Cyberkriminologe sein Beispiel.

Schülern und Schülerinnen deshalb nun den Umgang mit den sozialen Netzwerken zu verbieten oder gar das Homeschooling in NRW abzuschaffen, hält Dr. Rüdiger jedoch für keine zielführende Idee, um das Problem zu beheben.

Vielmehr müsse man die Schutzmaßnahmen für Jugendliche im Internet, auch auf diversen Homeschooling-Portalen, massiv steigern. Und zwar nicht erst dann, wenn sich der nächste Selbstmordfall ereignet – sondern am besten JETZT!

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„Aus meiner Sicht benötigen wir eine echte gesellschaftliche Diskussion über mehr Polizeipräsenz im Netz und eine flächendeckende Vermittlung von Medienkompetenz und Aufklärung über Cybermobbing bereits ab der Grundschule. Je früher umso besser!“, betont der Cyberkriminologe.

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Lockdown in NRW: So greift das Schulministerium ein

Vor allem Schülerinnen und Schüler, die mit ihrem sozialen Alltag unzufrieden sind, seien besonders gefährdet. Im Internet suchen diese oftmals nach Kompensation und Bindung. Dies dürfte nun zu Lockdown-Zeiten vermehrt auftreten.

„Die Landesregierung tritt entschieden gegen jede Form von Gewalt ein und unterstützt auch die Schulen dabei“, heißt es auf Anfrage aus dem Schulministerium NRW.

So biete das Ministerium für Schule und Bildung, gemeinsam mit der Landesanstalt für Medien NRW, bereits ein umfangreiches Unterstützungsangebot an.

Zu einer verstärkten Fokussierung auf das Thema Cybermobbing, zu Zeiten des Corona-Lockdowns, äußert sich das Schulministerium NRW jedoch nicht.

Es sei grundsätzlich eine wichtige Aufgabe von Schulen, Kinder und Jugendliche auf ein selbstbestimmtes Leben in einer digitalisierten Welt vorzubereiten. (mkx)