Verheerendes Feuer im Kreis Soest: Giftwolke über Westfalen – Menschen dürfen Rußpartikel nicht berühren!

Verheerendes Feuer in Lippstadt.
Verheerendes Feuer in Lippstadt.
Foto: IDA-NEWS
  • Ein Betrieb in einem Gewerbegebiet geht in Flammen auf
  • Für die Bewohner von Lippstadt hält das Feuer eine böse Überraschung bereit
  • Über ihrer Stadt schwebt eine giftige Wolke

Lippstadt. Wegen eines Großbrands in einem Gewerbegebiet in Lippstadt bei Paderborn ist eine giftige Rauchwolke über der Stadt aufgestiegen. Bewohner sollten abregnende Rußpartikel nicht berühren, warnte die Feuerwehr am Freitagmorgen.

Die größte Gefahr nach dem Feuer bestehe aktuell durch glühende Styroporteilchen, die auf die gesamte Stadt hinabgeregnet seien, sagte ein Sprecher der Polizei. Verletzte gab es zunächst nicht.

Feuer in Lippstadt: Explosionsgefahr

Der Brand war am späten Donnerstagabend gemeldet worden. Ein hartschaumverarbeitender Betrieb in dem Gewerbegebiet habe bereits komplett in Flammen gestanden, als die Feuerwehr eintraf. Kurz danach sei eine Halle komplett eingestürzt, eine andere halb.

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Wegen beschädigter Hauptgasleitungen, Gasflaschen und eines Gastanks habe zwischenzeitlich Explosionsgefahr bestanden - die Einsatzkräfte hätten die Löscharbeiten deshalb schon eine halbe Stunde nach Einsatzbeginn unterbrechen müssen.

Menschen sollen herabregnende Teile auf keinen Fall berühren

Bei den Löscharbeiten seien die Styroporteilchen zusammen mit der Rauchwolke in die Luft gestiegen, aber dort nicht ganz verbrannt, erklärte der Polizeisprecher. Schließlich seien sie hinabgeregnet. Bürger sollten sie keinesfalls berühren - die Teilchen seien gesundheitsschädlich. Die gefährliche Wolke ziehe nicht nur über Lippstadt sondern habe bereits Orte im Kreis Wadersloh erreicht, teilte die Feuerwehr am frühen Morgen mit.

Rund 350 Einsatzkräfte kämpften in der Nacht und am Morgen gegen die Flammen. Am Morgen gegen 7.30 Uhr teilte der Krisenstab der Kreisverwaltung Soest mit, dass das Feuer weitgehend bekämpft wurde.

Feuer in Lippstadt: Warnungen per Lautsprecherdurchsagen

Sogenannte ABC-Messzüge unterstützten die Einsatzkräfte der Feuerwehr und und messen im ganzen Stadtgebiet Schadstoffwerte. Per Lautsprecherdurchsagen und durch die Warnapp "Nina" ist die Bevölkerung gewarnt worden - Bürger sollten Fenster und Türen geschlossen halten und Lüftungsanlagen ausschalten, um sich vor dem schadstoffhaltigen Rauch zu schützen.

Auch sollten Spielplätze und Pools aufgrund der herabregnenden Rußpartikel nicht betreten werden. Obst von den Lippstädter Bäumen sollte außerdem nicht gegessen werden, warnt der Krisenstab. Am besten alles, was mit den Partikel belastet ist, wegwerfen.

Gegen 9.30 Uhr konnte der Krisenstab eine kleine Entwarnung geben. Die Menschen können wieder ihr Haus verlassen, sollten aber vorsichtig sein und alle Rußpartikel abwaschen. Das Lippstädter Freibad konnte auch wieder öffnen.

Wie Radio Gütersloh mitteilte, sei die Rauchwolke am Morgen Richtung Westen gezogen.

Großbrand in Lippstadt: Löscharbeiten auch am Freitagmorgen

"Wie wir da vorgehen, klären wir aktuell", sagte der Polizeisprecher. Chemie-Experten würden zusammen mit dem Landesumweltamt und Einsatzkräften aus den ABC-Messzügen überlegen, wie die Teile am besten wieder aus der Stadt entfernt werden können. "Der Einsatz wird uns wohl noch den ganzen Tag beschäftigen."

Am Freitagmorgen war die Feuerwehr zunächst weiterhin mit den Löscharbeiten beschäftigt. Der Brand ist inzwischen unter Kontrolle. Die Einsatzkräfte führen aber ständig Schadstoffmessungen im betroffenen Bereich durch.

Unter anderem hatte auch die Feuerwehr Bochum die Kräfte in Lippstadt unterstützt. Die Feuerwehrleute waren gegen 2.30 Uhr alarmiert worden. Die Bezirksregierung hatte ein Warnfahrzeug und ein Messfahrzeug angefordert. Fünf Mitarbeiter der Löscheinheit Querenburg und der Berufsfeuerwehr waren bis Freitagmorgen im Einsatz, meldet die Feuerwehr.

Die Giftwolke zieht offenbar in Richtung Westen und soll inzwischen Wadersloh erreicht haben. (dpa/pen)

 
 

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