Lebendige Kaninchen gehören nicht ins Osterkörbchen

Marina Hinz vom Tierheim in Dorsten weist auf die Verantwortung hin, die ein Kleintierkauf mit sich bringt. Vanessa und Carmen interessieren sich mehr für das Kaninchen.
Marina Hinz vom Tierheim in Dorsten weist auf die Verantwortung hin, die ein Kleintierkauf mit sich bringt. Vanessa und Carmen interessieren sich mehr für das Kaninchen.
Foto: Waz/Fotopool
Ein echtes Kaninchen macht das Osterkörbchen perfekt? Zu Ostern sind die flauschigen Tierchen mit den langen Ohren ein beliebtes Geschenk. Doch Marina Hinz vom Dorstener Tierschutzverein warnt: Kaninchen sind keine Schmusetiere. Sie klärt über Irrtümer in der Haltung auf.

Dorsten-Hervest.. Pino ist ein ganz besonders flauschiges Exemplar. Das Zwergkaninchen mit dem schönen hellbraunen Fell ist fast drei Jahre alt, es wurde kurz nach seiner Geburt beim Dorstener Tierheim über den Zaun geworfen. Pino ist kerngesund und wartet auf ein neues Zuhause. Aber nicht um jeden Preis.

Jedes Jahr zu Ostern sind Kaninchen besonders beliebte Präsente. Ein Osterhase im Osterkörbchen, passt doch super.

Aber Vorsicht: „Ein Kaninchen ist kein Spielzeug“, stellt Marina Hinz klar, sie ist 2. Vorsitzende des Tierschutzvereins Dorsten und in der Hervester Einrichtung für die Abteilung Kleintiere zuständig.

Die 29-Jährige stellt klar: „Ein Kind darf niemals die alleinige Verantwortung für ein Kaninchen tragen.“ Schließlich müssen die Tiere auch artgerecht gehalten werden, wenn das Kind mal den Spaß daran verlieren sollte. Die Anschaffung eines Kaninchens bedeutet jahrelange Verantwortung. „Ein Kaninchen kann problemlos zwischen acht und zehn Jahre alt werden“, sagt Marina Hinz.

Mindestens zu zweit halten

Darüber hinaus gilt: Kaninchen sind keine reinen Schmusetiere. Sie können sogar böse beißen. Die Dorstenerin weist darauf hin, dass Kaninchen sehr soziale Tiere sind, sie also zwingend mindestens zu zweit gehalten werden müssen.

Ein weit verbreiteter Irrglaube sei, dass Kaninchen und Meerschweinchen zusammengehalten werden können. Falsch. „Beide Tiere sind in ihrer Lebensweise sehr unterschiedlich. Das fängt schon bei der Kommunikation an“, erklärt Marina Hinz.

Kaninchen sind Fluchttiere und brauchen viel Platz. Sie buddeln viel und sitzen gerne erhöht. „Kleines Tier heißt nicht kleines Gehege“, sagt die Expertin. Eine ganze Menge Arbeit macht zudem die Stallhygiene.

Vorher gegen Tierhaar-Allergie testen

Marina Hinz weist darauf hin, sich vor der Anschaffung eines Kaninchens zu informieren, wo man das Tier lassen kann, wenn beispielsweise eine Urlaubsreise ansteht. Ebenso gilt es im Vorfeld zu checken, ob Allergien vorliegen. Es gebe Familien, die ihr Kaninchen nach Jahren ins Tierheim brachten, eine Allergie als Grund nannten. „Das kann man in den meisten Fällen sicher vorher testen“, sagt sie.

Und Vorsicht: Sind Tiere mit Jagdtrieb im Haus, sollte man zwingend von der Anschaffung eines Kaninchens absehen. „Das bedeutet Stress für das Kaninchen, Stress für das andere Tier und Stress für den Besitzer“ Auch über den Kostenfaktor sollte man sich im Vorfeld im Klaren sein. Die Haltung von Kaninchen ist nicht billig: Futter, Tierarzt, Utensilien. „Da kommt schon was zusammen“, sagt Marina Hinz.

Manchmal kann ein Schokohase das viel bessere Geschenk sein.

 
 

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