„Lassen Sie keinen Fremden herein“

An Rhein und Ruhr..  Der „Enkeltrick“, mit dem Betrüger immer häufiger Seniorinnen und Senioren um ihr Erspartes bringen, ist eine Erfindung der 90er-Jahre und einer der bekanntesten Tricks. Warum er weiter und weiter funktioniert, ist nicht ganz klar. Die Täter gehen psychologisch geschickt vor und appellieren an Angst um den Enkel und die Hilfsbereitschaft der Großeltern. „Wer überzeugt ist, das ist mein Enkel, setzt dann solche Scheuklappen auf“, sagt Polizei-Expertin Ramona Hörst: „Manche sind auch froh, dass wieder der Kontakt gesucht wurde.“ Bei manchen Opfern spielt auch geistiger Abbau eine Rolle.

Bei anderen gängigen Trickbetrügereien sind die Zahlen schwankend, aber im Großen und Ganzen konstant. So bekamen ältere Leute es zwischen Januar und Oktober 2014 in NRW mit 523 falschen Wasserwerkern zu tun, mit 187 falschen Telekom- oder Kabelfirmenmitarbeitern und mit 99 falschen Polizisten. Der Zetteltrick („Darf ich kurz reinkommen und Ihrem Nachbarn eine Nachricht aufschreiben?“) wurde dem LKA 481-mal gemeldet.

„Lassen Sie keinen Fremden in die Wohnung, wenn Sie alleine sind“, sagt Gerd Sauer. Der 68-jährige Ex-Polizist ist ehrenamtlich als Seniorensicherheitsberater unterwegs. Er hat noch drei weitere Tipps. Erstens: „Vergewissern Sie sich, wer da anruft. Gucken Sie auf die Nummer im Display. Verabreden Sie, zurückzurufen. Wenn Ihnen irgendetwas komisch vorkommt: lieber die Polizei einmal mehr anrufen als einmal zu wenig.“

Zweitens: „Den Stadtwerker kann ich fragen, wo sein Fahrzeug steht. Oder wie meine Kundennummer ist. Wenn der Täter in der Wohnung ist, haben Sie schon verloren. Er lenkt Sie dann ab, und der zweite durchsucht blitzschnell alles.“

Drittens: Sichere Verstecke gibt es nicht. „Eine alte Dame erzählte mir neulich freudestrahlend, sie habe jetzt ihr Geld in einer Dose im Küchenschrank... Die Leute nutzen tausend Verstecke, aber die Täter kennen tausendeins. Die finden alles. Es ist auch schon vorgekommen, dass Leute vergessen haben, wo sie ihre Wertsachen versteckt haben.“

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