Landeskirche fährt auf Öko ab

An Rhein und Ruhr..  Wer „Schöpfung bewahren“ predigt, muss den Worten auch Taten folgen lassen. Die Evangelische Kirche Rheinland (Ekir) bemüht sich verstärkt, Umwelt- und Klimaschutz in den Alltag einfließen zu lassen. LED-Leuchten statt Glühbirnen, bewusstes Heizen, Öko-Standards fürs Publizieren, Mitarbeitermails zu umweltgerechtem Verhalten – Ideen gibt es viele. Das Landeskirchenamt in Düsseldorf und seine 250 Mitarbeiter gehen mit gutem Beispiel voran. Auch die Weihnachtsbeleuchtung ist dort nicht sakrosankt. In diesem Jahr soll eine energiesparende Variante für Lichterschein sorgen.

Photovoltaikanlagesorgt für grünen Strom

„Wir wollen Ressourcen einsparen, vor allem Wärme, Strom und Wasser, und uns für den Schutz der Umwelt einsetzen“, heißt es in jüngst beschlossenen Umweltleitlinien des Kirchenamtes. Umweltfreundliche Produkte, Verfahren und Dienstleistungen sollen bevorzugt werden. Die neu geleasten Dienstwagen erfüllen die EU-Abgasnorm (siehe Box), Carsharing könnte zudem eine Option sein und wird zurzeit geprüft. Der Präses fährt schon lange vorweg. Bei kürzeren Strecken vor allem rund um Wuppertal setzt Manfred Rekowski schon seit Jahren auf ein klima-schonendes Elektromobil.

Eine Photovoltaikanlage-Anlage sorgt auf dem Dach des Landeskirchenamtes bereits seit langem für „grünen“ Strom und produziert jährlich rund 26 000 Kilowattstunden. Das ist gut, soll aber nicht alles sein. Ein Team aus Verwaltungsleuten und Technikern nimmt das Arbeiten im Haus deshalb unter Umweltschutzaspekten unter die Lupe und hat zum Beispiel Bewegungsmelder für die Flure ins Gespräch gebracht, damit das Licht dort tatsächlich nur dann brennt, wenn auch jemand dort ist. Manchmal kann Energiesparen aber auch ganz einfach sein. „Schon die Kontrolle des Verbrauchs führt mitunter zu einem sparsameren Verhalten“, erklärt Richard Brand (55), Umweltreferent der Rheinischen Kirche. Alle Daten zu Strom- und Wärmeverbrauch werden deshalb im „Grünen Datenkonto“, einer Internet-Datenbank von zehn Landeskirchen, nachgehalten. Kirchengemeinden können die Datenbank kostenlos nutzen.

Apropos Gemeinden: Eine Klimaschutzkonzeption für die gesamte Rheinische Kirche mit ihren 2,7 Millionen Mitgliedern ist der nächste Schritt. Bis zur Synode im Januar 2016 soll das Papier vorliegen. „Die Diskussion läuft jetzt an“, erklärt Brand. Viele Gemeinden fangen dabei nicht bei Null an, im Gegenteil. „Es gibt in der Landeskirche viele tolle Leute, die die Schöpfung bewahren wollen“, lobt der Umweltreferent. Vor Ort gibt es regelrechte Vorzeigeprojekte – etwa die Christuskirche in Heinsberg, ein 60 Jahre altes Gebäude, das für 1,3 Millionen Euro auf den sogenannten Passivhaus-Standard umgebaut wurde und nun nahezu perfekt gedämmt ist. Solche Investitionen sind freilich nicht überall möglich, beim Umweltschutz muss es auch nicht immer gleich der große Wurf sein. Richard Brand schult Gemeindevertreter deshalb im Umgang mit dem Kirchenmanagement „Grüner Hahn“, das viele Handreichungen bereit hält. Schulungen für den Niederrhein und das westliche Ruhrgebiet beginnen am 13. September in Dinslaken.

 
 

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