Integrationsrat will Englischunterricht abschaffen – stattdessen soll Türkisch, Polnisch und Russisch unterrichtet werden

Tayfun Keltek, Integrationsrat in NRW, spricht sich gegen englisch als erste Fremdsprache aus und plädiert für türkisch, polnisch und russisch. (Archivbild)
Tayfun Keltek, Integrationsrat in NRW, spricht sich gegen englisch als erste Fremdsprache aus und plädiert für türkisch, polnisch und russisch. (Archivbild)
Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Köln. In Deutschland erlernen Schüler zumeist als erste Fremdsprache Englisch. Der Vorsitzende des Landesintegrationsrats, Tayfun Keltek, spricht sich dafür aus, dass stattdessen mehr Türkisch, Polnisch und Russisch unterrichten werden soll.

„Ich bin dafür, den Englisch-Unterricht an Grundschulen ganz abzuschaffen – nicht nur in den ersten beiden Schuljahren. Am besten würden Fremdsprachen erlernt, wenn sie von Muttersprachlern vermittelt würden“, sagte Keltek dem Kölner Stadt-Anzeiger.

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Mehr Türkisch, Russisch und Polnisch statt Englisch

„Etwa ein Drittel aller Kinder in NRW hat einen Migrationshintergrund. Sie sprechen zum Beispiel türkisch, russisch, polnisch. Für die deutschen Kinder wäre es einfacher, sie würden diese Sprachen erlernen. Und die Kinder mit Migrationshintergrund hätten mehr Zeit, sich auf das Deutsche zu konzentrieren", fügte Keltek hinzu. In Köln hätten 50 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund.

„Sie wachsen zweisprachig auf. Es wäre besser, die Kenntnisse in der Muttersprache und in Deutsch zu vertiefen, dann fällt ihnen später auch das Englische leichter", sagte Keltek.

Schulministerium möchte andere Schwerpunkte legen

Seine Forderung ist keinesfalls neu. Bereits 2008 fragte Grünen-Politiker Cem Özdemir: „Warum soll an deutschen Schulen neben Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch nicht auch mehr Türkisch angeboten werden?“ Dennoch betonte er auch: „Deutsch muss für Kinder, die hier leben und aufwachsen, immer die wichtigste Sprache sein“.

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) will dem Bericht zufolge in den nächsten Wochen ihre Ziele für die Grundschulen vorstellen. In den Lehrplänen soll demnach künftig mehr Zeit für Deutsch und Mathematik vorgesehen werden.

 
 

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