Kriminelle Clans: Blick nach Schweden wird zum Alarmsignal – DAS gilt es im Ruhrgebiet zu verhindern

Clan-Kriminalität in Deutschland: Woher kommen die Clans und wie kriminell sind sie?
Beschreibung anzeigen

Kriminelle Clans beschäftigen NRW, Berlin oder Bremen. Aber nicht nur in Deutschland ist das Thema Kampf gegen die organisierte Kriminalität auf der Agenda nach oben gerückt. In Schweden hat das Problem der kriminellen Clan-Familien weitaus heftigere Ausmaße angenommen.

Als im vergangenen Jahr schwedische Polizisten die Essener Kollegen besuchen, um sich über das Thema Clankriminalität auszutauschen, wurde schnell deutlich, wie bedrohlich die Lage in Schweden ist. Dort geben kriminelle Clans in manchen Vierteln bereits den Ton an.

Kriminelle Clans: In Schweden regieren die Banden ganze Straßenzüge

„Wie viele Handgranaten explodieren an einem Tag hier bei euch?“, wollen die Beamten wissen. Zum Glück wissen die Kollegen in NRW von solchen Zuständen nicht zu berichten.

In Schweden hat sich die Lage seither weiter zugespitzt. Inzwischen schlägt sogar Abba-Mitglied Björn Ulvaeus Alarm! In einem Beitrag in der Zeitung „Dagens Nyheter“ zeigte sich der 75-Jährige besorgt über die wachsende Clan-Kriminalität. Diese bedrohe die schwedische Gesellschaft. Er schlug daher Änderungen beim Öffentlichkeits- und Geheimhaltungsgesetz vor, um den kriminellen Banden das Leben zu erschweren.

+++ Essen: Polizei wird gewarnt, dass sich etwas zusammenbraut +++

Abba-Mitglied und Polizei-Vize schlagen Alarm

Schwedens Vize-Polizeichef malt in zwei Interviews ein schwarzes Bild von der Lage: „Derzeit haben wir mindestens 40 auf Familienstrukturen basierende kriminelle Netzwerke in Schweden, sogenannte Clans. Ich behaupte, dass sie eindeutig mit dem Ziel nach Schweden gekommen sind, organisiert und systematisch Kriminalität zu betreiben.“ Ob auch Clan-Angehörige im Stockholmer Reichstag Sitze hätten, sagte er: „Wir verfolgen das geheimdienstlich. Mehr kann ich nicht sagen.“ Die Interviews schlugen in Schweden ein wie eine Bombe!

Dahinter steckt wohl auch ein Hilferuf der Polizei. Im August war ein zufällig vorbeigehender Junge (12) in Botkyrka südlich von Stockholm getötet worden, als sich rivalisierende Bandenmitglieder an einer Tankstelle beschossen. 27 Menschen starben bei solchen Schießereien allein in diesem Jahr, die meisten junge Bandenmitglieder. Das Risiko als junger Mensch zwischen 15 und 29 Jahren durch eine Schusswaffe zu sterben, ist in Schweden laut einer Vergleichsstudio aus dem Jahr 2018 zehnmal höher als in Deutschland.

-------------

Mehr News aus Essen:

-------------

Banden errichten Straßensperren

Zuletzt machten in Göteborg Meldungen die Runde, dass sich bekriegende Banden regelrecht Straßensperren mit eigenen Kontrolleuren errichteten. In von ihnen dominierten Stadtteilen sollen regelrecht Ausgangsperren verhängt worden sein.

In Schweden schaut man sehnsüchtig auf die Möglichkeiten Clan-Vermögen zu konfiszieren, wie sie in Deutschland teilweise bereits praktiziert wird.

+++ Clans in NRW: Jugendliche Intensivtäter im Visier – DAS soll kriminelle Karrieren verhindern – „Hardcore-Arbeit“ +++

Austausch in Sachen Prävention

Doch auch wenn die Zustände inzwischen in Schweden deutlich dramatischer sind, versuchen deutsche Experten von Skandinavien zu lernen. Dabei geht es um die Frage der Prävention.

Auf der Suche nach wirkungsvollen Programmen gegen die Clankriminalität insbesondere unter Jugendlichen, sind Präventionsexperten des NRW-Innenministeriums nach Informationen dieser Redaktion auch mit Kollegen in Schweden im Austausch. So soll geprüft werden, um in Schweden funktionierende Programme auch auf NRW übertragbar wären. NRW-Innenminister Herbert Reul hat sich den Kampf gegen Clan-Kriminalität auf die Fahne geschrieben. Im Ruhrgebiet finden beispielsweise in Duisburg, Essen, Dortmund oder Bochum immer wieder Razzien statt.

 
 

EURE FAVORITEN