Krefelder Zoo: „Ein Stück Kindheit verbrannt“ – Trauer nach Feuer-Inferno im Affenhaus

Krefelder Zoo: Vor dem Eingang haben unzählige Menschen eine Gedenkstätte für die umgekommenen Affen errichtet.
Krefelder Zoo: Vor dem Eingang haben unzählige Menschen eine Gedenkstätte für die umgekommenen Affen errichtet.
Foto: Aaron Tanzmann

Krefeld. „Neujahr war ein einziger Schock.“ Ein Schniefen, die Stimme wird zittrig. „Heute bin ich immer wieder am Weinen.“ Astrid Venten (42) senkt den Kopf. Dann kramt die 42-Jährige ein Feuerzeug aus der Jackentasche hervor, zündet die weiße Kerze an, die sie bei sich trägt.

Vor ihr stehen mehrere Dutzend Menschen. Sie nehmen einander in den Arm, wischen sich die Tränen aus dem Gesicht, blicken ungläubig auf die Gedenkstätte vor ihnen. Mehr als 30 Tiere sind bei dem verheerenden Brand des Affenhauses im Krefelder Zoo ums Leben gekommen. Ein Ereignis, das bei den Menschen Spuren hinterlassen hat.

Krefelder Zoo: Anwohnerin Astrid in tiefer Trauer – „Jedes einzelne Tier gekannt“

„Ich wohne hier in der Nähe, ich habe das alles vom Balkon aus mitangesehen“, erinnert sich Astrid Venten an den aufwendigen Löscheinsatz in der Silvesternacht. Drei Frauen hatten eine chinesische Himmelslaterne in den Nachthimmel aufsteigen lassen wollen – und lösten damit in nur wenigen Minuten einen Vollbrand im Affenhaus des Krefelder Zoos aus.

„Ich habe mir heute alte Fotos angeguckt, auf denen auch die Affen abgebildet waren“, erzählt Astrid Venten. „Das ist wie ein Stück Kindheit, das da verbrannt ist. Man kennt jedes einzelne Tier, weil man immer wieder hier war.“ Betroffen kniet sie vor der Gedenkstätte, blickt auf das Meer aus roten und weißen Kerzen, Fotos und Plüschaffen.

Zoobesucher zwischen Kopfschütteln und Mitleid

Viele der Trauernden verbinden die gemeinsamen Kindheitserinnerungen an den Krefelder Zoo. Einer von ihnen ist Miguel Sanchez (41). Er zu DER WESTEN: „Wir Krefelder, die als Kinder oft im Zoo waren, haben eine große Bindung zu den Affen.“ Über die Brandursache kann er nur den Kopf schütteln. Er persönlich sei ja grundsätzlich gegen Silvesterböller, aber „das muss jeder für sich selbst entscheiden.“

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Mehr zum verheerenden Brand im Affenhaus:

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Andere zeigen auch Mitleid mit den Verursacherinnen. Eine Anwohnerin wird dabei sehr deutlich, sagt: „Ich und meine Schwester hätten es auch gewesen sein können. Wir hätten auch auf die Idee kommen können.“

 
 

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