Kommunen stimmen sich bei Windkraft nicht ab 

An Rhein und Ruhr..  Viele Mitglieder, berichtete Nabu-Vorsitzender Josef Tumbrinck gestern, sähen in der Windkraft einen Eingriff in die Natur und ihre Heimat. Da Ausbau und Standortsuche aber Sache einer jeden Kommune seien, entspreche die Planung vor Ort im Ergebnis häufig „Kraut und Rüben“. Er warf der Landesregierung vor, die gesamte Steuerung der Energiewende nicht bei der Regionalplanung belassen zu haben, wo es mehr Fachkompetenz gebe. „Auch untereinander stimmen sich die Kommunen meist nicht ab“, sagte er. Das öffne einer „mangelhaften und interessengeleiteten“ Planung Tür und Tor.

Umweltminister Johannes Remmel schätzt das Potenzial von Windenergie in NRW auf bis zu 71 Terrawattstunden Strom pro Jahr. Das ist mehr als doppelt so viel, wie alle privaten Haushalte an Rhein und Ruhr verbrauchen. Um dies auszuschöpfen, müsse die Zahl der rund 2900 Windanlagen in NRW höchstens verdoppelt werden, sagte er bei der Vorstellung einer Studie vor einigen Monaten.

Aber die Naturschützer spüren auch Gegenwind. Bei einer Anhörung im Landtag hatte der Landesverband für Erneuerbare Energien vor übertriebenem Artenschutz gewarnt: „Wir sollten die Kirche im Dorf lassen.“ Der Verband sprach sich dafür aus, Windkraftflächen auch in Vogel- und Landschaftsschutzgebieten auszuweisen, weil sonst nicht genug Windzonen zur Verfügung stünden.

Rückenwind für den Artenschutz erhofft sich der NABU von einem Leitfaden, der derzeit in Remmels Haus für die Planung und Genehmigung von Windkraftanlagen erarbeitet werde. Als positiv strich Tumbrinck heraus, dass Rot-Grün den Naturschutzetat in diesem Jahr auf 36 Millionen Euro verdoppelt habe.

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