Kommunalwahl NRW: OB-Kandidat entdeckt eigene Todesanzeige – „Was für ein abartiger Dreck“

Boris Wolkowski, Oberbürgermeisterkandidat in der NRW-Stadt Mönchengladbach für die Grünen, ist geschockt.
Boris Wolkowski, Oberbürgermeisterkandidat in der NRW-Stadt Mönchengladbach für die Grünen, ist geschockt.
Foto: Die Grünen/Boris Wolkowski

Boris Wolkowski, Oberbürgermeisterkandidat in der NRW-Stadt Mönchengladbach für die Grünen, ist geschockt: Unbekannte haben eine Todesanzeige mit seinem Namen und seinem Foto aufgegeben. Laut der Anzeige verstarb er in der vergangenen Woche. Zuerst hatte der „WDR“ berichtet.

Bloß: Wolkowski ist äußerst lebendig. Aufgrund der in NRW aktuell starken Umfragewerte für die Grünen kann er sich sogar Hoffnung auf ein gutes Ergebnis bei der Kommunalwahl machen. Inzwischen ermittelt der Staatsschutz in der Angelegenheit.

Kommunalwahl in NRW: Das musst Du wissen
Kommunalwahl in NRW: Das musst Du wissen

Kommunalwahl NRW: Bürgermeisterkandidat entdeckt eigene Todesanzeige

Die Anzeige war zunächst online einsehbar, sollte es aber eigentlich auch in die gedruckten Lokalteile der „Rheinischen Post“ und der „Westdeutschen Zeitung“ schaffen – lediglich ein aufmerksamer Mitarbeiter der Zeitungsdruckerei verhindert Schlimmeres.

------------------------

Das ist die Kommunalwahl in NRW 2020:

  • die Kommunalwahlen finden am 13. September 2020 statt, die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet
  • dabei werden die kommunalen Parlamente und Städtevertretungen gewählt (Ortsvorsteher, Oberbürgermeister, etc.)
  • die letzte Kommunalwahl fand 2014 statt, dabei waren fast 14,3 Millionen Menschen in NRW wahlberechtigt, das Mindestalter beträgt 16 Jahre
  • 2014 lag die Wahlbeteiligung bei 49,97 Prozent

------------------------

Er hatte den OB-Kandidaten für die Kommunalwahl auf dem Bild erkannt. Seinem Vorgesetzten versicherte er daraufhin, dass Wolkowski noch am Leben sei. Der Druck der Ausgaben wurde im allerletzten Moment verhindert.

+++ Kommunalwahl NRW 2020: „Wähle Niemand!“ Kuriose Plakate aufgetaucht – das steckt dahinter +++

Laut dem „WDR“ haben die Grünen inzwischen den Staatsschutz eingeschaltet. Der OB-Kandidat selbst ist sich nicht sicher, was er von der Anzeige halten soll: Handelt es sich um einen schlechten Scherz oder eine tatsächliche Bedrohungslage?

Politiker reagieren mit Bestürzung

Andere Politiker in Mönchengladbach verurteilten die aufgegebene Todesanzeige scharf. Dieter Breymann, Mitglied des Stadtrats Mönchengladbach, schrieb auf Facebook: „Was für ein abartiger Dreck. Es macht mich fassungslos, dass Leute Todesanzeigen für noch lebende Politiker abgeben. Boris Wolkowski lebt zum Glück noch. Ich glaube zwar nicht, dass es ein Scherz sein sollte, aber selbst das wäre unverzeihlich. Boris, wir stehen in dieser Frage alle hinter Dir.“

FDP-Politiker Karsten Oberbach nannte die Anzeige „unfassbar“ und auch die eigene Partei stärkte Wolkowski den Rücken: „Wir verurteilen die feige Attacke auf unseren OB-Kandidaten Boris Wolkowski auf´s Schärfste!“

--------------------------------

Mehr zur Kommunalwahl in NRW:

Kommunalwahl Duisburg: Razzia! Wollten Politiker Stimmen mit Geld kaufen?

NRW-Kommunalwahl 2020: Ruhrparlament – Was ist das eigentlich?

Kommunalwahl Duisburg: CDU-Kandidat mit Verbindung zu türkischen Rechtsextremisten?

--------------------------------

Wer hinter der Anzeige steckt, ist bislang unklar. Laut Deutscher Presseagentur habe die Polizei bereits Kontakt zu dem betroffenen Kandidaten Wolkowski gesucht, auch der Staatsschutz habe Ermittlungen aufgenommen. (dav mit dpa)

 
 

EURE FAVORITEN