Kommunalwahl NRW: Heftige Kritik an AfD-Kandidatin – „Bindeglied in eine rechte Mischszene“

Vor der Kommunalwahl in NRW wird die Kritik an einer AfD-Politikerin in Emmerich immer lauter. Sie hat Kontakte tief in die rechte Szene. (Symbolbild)
Vor der Kommunalwahl in NRW wird die Kritik an einer AfD-Politikerin in Emmerich immer lauter. Sie hat Kontakte tief in die rechte Szene. (Symbolbild)

Emmerich. Kurz vor der Kommunalwahl in NRW hat die Alternative für Deutschland (AfD) in Emmerich ein Problem. Zumindest sehen das Außenstehende so. Denn Kandidatin Stefanie van Laak, die im Wahlbezirk 140 für die AfD antritt, wurde durch Verbindungen tief in die rechte Szene auffällig.

Es geht um ein Engagement in einer rechten Gruppe, um Kontakte zu Bürgerwehren, Hooligans und Neonazis. Vor der Kommunalwahl in NRW am Sonntag wird die Kritik an van Laak deswegen immer lauter. Die AfD selbst sieht hingegen kein Problem mit der Kandidatur der rechten Aktivistin, wie die „NRZ“ berichtete.

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Kommunalwahl NRW: Kandidatin mit Verbindung zu Rechtsextremen

Zunächst hatte das antirassistische und antifaschistische Bündnis „Essen stellt sich Quer“ auf die Causa van Laak aufmerksam gemacht. Stefanie van Laak, bei politischen Veranstaltungen auch unter dem Namen Steff Charlotte van Laak aktiv, gilt als einer der führenden Köpfe des rechten Bündnisses „NRW stellt sich quer“. Das Bündnis hat, wenig überraschend, mit dem aus Essen wenig gemeinsam.

„NRW stellt sich quer“ mischt bei vielen Veranstaltungen der extremen Rechten munter mit: Von Pegida bis zum Tag der Nation, es bestehen Kontakte zu anderen rechten Gruppen wie die Steeler Jungs, Wir sind Deutschland oder der Bruderschaft Deutschland.

Auch van Laak ist auf mehreren Fotos mit Mitgliedern der beiden gefährlichen Gruppen zu sehen, einige davon teilte sie sogar auf ihren eigenen Facebook-Accounts. Dort finden sich auch diverse Links zu verschwörungstheoretischen Inhalten wie den Querdenken-Demonstrationen.

Rednerin bei Pegida-Demonstration

2019 trat sie unter anderem im November in Duisburg als Rednerin bei einer Veranstaltung unter dem Motto „Pegida in NRW ist zurück“ auf. Damals stand sie unter anderem gemeinsam mit Andre Poggenburg auf der Bühne. Poggenburg, ehemals AfD-Chef in Sachsen-Anhalt, trat nach einer türkenfeindlichen Rede am politischen Aschermittwoch 2018 auf Druck seiner Fraktion zurück, trat Anfang 2019 aus der Partei aus.

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Das Bündnis Essen stellt sich Quer analysiert: „Van Laak versteht es als Bindeglied in eine rechte Mischszene zu fungieren. Neben Rockern, Hooligans und Rechtsradikalen wirkt sie auch in die Szene von Verschwörungserzähler*innen und Reichsbürger*innen.“ Die AfD selbst scheint hingegen kein Problem mit den Verbindungen von van Laak in die rechte Szene zu haben.

Keine Distanzierung aus Reihen der AfD

Selbst, dass wie die „NRZ“ berichtet, nun sogar der Staatsschutz Ermittlungen in Emmerich aufgenommen hat, kümmert die örtliche AfD-Spitze wenig. Gegenüber der „NRZ“ erklärte Christoph Kukulies, Sprecher des AfD-Stadtverbandes Emmerich, dass ihm van Laak nicht als rechtsextrem aufgefallen sei und er die Facebook-Seite von NRW stellt sich quer nicht kenne.

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Das ist jedoch stark zu bezweifeln, gehört Kukulies selbst seit vergangenem Jahr einer Facebook-Gruppe unter dem Namen „NRW Quer Backup“ an, wie Essen stellt sich Quer recherchiert hat. Auch weitere AfD-Mitglieder aus Emmerich sind Mitglieder der Facebook Gruppe von NRW stellt sich quer. AfD-Bürgermeisterkandidat Christopher Gietmann sympathisiert ebenfalls öffentlich mit der Gruppe.

Wenig verwunderlich, dass von Distanzierungen zu van Laaks rechter Weltsicht jede Spur fehlt. (dav)

 
 

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