Düsseldorf

Kommunalwahl NRW: „Brutales" Wahlplakat vor Haus aufgetaucht – Anwohner ist schockiert

Um ein solches Wahlplakat von geht es. Die Botschaft empfindet ein Anwohner als zu brutal.
Um ein solches Wahlplakat von geht es. Die Botschaft empfindet ein Anwohner als zu brutal.
Foto: imago images / Stefan Zeitz / red

Düsseldorf. Wahlfieber an Rhein und Ruhr: Am 13. September findet die Kommunalwahl in NRW statt. Die Parteien laufen sich warm. Mittlerweile hängen überall in den Straßen schon die ersten Wahlplakate.

Berüchtigt für provokative Wahlplakate ist die Satirepartei „Die Partei“, die mittlerweile mit Martin Sonneborn und Nico Semsrott sogar zwei Europaabgeordnete stellt. In Düsseldorf jedoch brachte die Spaßpartei nun sogar einen Anwalt gegen sich auf.

Kommunalwahl in NRW: Wahlplakat sorgt für Empörung in Düsseldorf – „Ich war geschockt“

Gegenüber dem „Express“ zeigt sich der Düsseldorfer Rechtsanwalt Jürgen Michel empört. Er kann immer noch nicht fassen, was auf dem Wahlplakat steht, das „Die Partei“ vor seinem Haus in der Lessingstraße aufgehängt hat. „Ich war geschockt, als ich das Plakat zum ersten Mal sah, konnte kaum glauben, dass man so etwas Brutales aufhängt.“

Es ist grafisch ein schlichtes Wahlplakat - allerdings mit einem doppeldeutigen Satz. Für Anwalt Michel ist die Botschaft einfach nur niveaulos, beschwert er sich gegenüber dem „Express“.

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Kommunalwahl in NRW und Düsseldorf 2020

  • Am 13. September 2020 findet die Kommunalwahl in NRW statt.
  • Bei der vergangenen Wahl 2014 blieb die CDU mit 36,7 Prozent stärkste Kraft im Stadtrat der Landeshauptstadt Düsseldorf.
  • Die SPD stellt seitdem jedoch mit Thomas Geisel den Oberbürgermeister der Rheinmetropole. Er setzte sich in der Stichwahl gegen CDU-Amtsinhaber Dirk Elbers durch.
  • Die Partei spielt in Düsseldorf bisher keine große Rolle. Bei der Kommunalwahl 2014 reichte es nur zu 1,7 Prozent.

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Aufregung vor Kommunalwahl in Düsseldorf – „Die Partei“: „Hätten wir gewusst, dass ...“

„Hier könnte ein Nazi hängen“, steht auf dem umstrittenen Wahlplakat. Eine Aufforderung zu Exekutionen von Nazis – oder eben nur ein Verweis darauf, dass der Plakatplatz auch von einer rechtsextremen Partei hätte belegt werden können. Die Satirepartei spielt ganz bewusst mit dieser Doppeldeutigkeit.

Dabei ist das Motiv gar nicht neu, entfacht aber in Düsseldorf jetzt wieder Empörung im NRW-Wahlkampf. Über Twitter reagiert „Die Partei“ gelassen und spöttisch: „Hätten wir gewusst, dass man die Aufmerksamkeit des Düsseldorfer Express nur mit Wahlplakaten von 2017 kriegt, hätten wir Kenos Keller nicht aufgeräumt. Smiley.“ Gemeint ist Keno Schulte, Ehrenvorsitzender der Düsseldorfer Partei.

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Doch der Rechtsanwalt Michel, der den Stein über den Express ins Rollen brachte, ist nicht allein mit seiner Empörung. „Die Partei hat zwischen Friedhof, Kindergarten und Kirche ein 'Hier könnte ein Nazi hängen' hingehangen. Unpassender geht es nicht“, findet auch eine Twitter-Nutzerin. Eine weitere pflichtet ihr bei: „Die Partei schießt leider zu oft über das Ziel hinaus.“

Kommunalwahl 2020 in Düsseldorf: Anderes Wahlplakat bringt sogar Ballermann-Star auf die Palme

Dabei sorgte zuvor schon ein weiteres Wahlplakat aus Düsseldorf für Erregung. Ballermann-Star Melanie Müller legte sich mit der FDP in der Rheinmetropole an. Sie brachte ein Slogan der Liberalen auf die Palme. (mag)

 
 

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