Kommunalwahl in Köln: Zwei Wahl-Sensationen in der Domstadt

Muss am 27. September in der Stichwahl noch mal ran: die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker
Muss am 27. September in der Stichwahl noch mal ran: die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker
Foto: dpa

Kommunalwahlen in Köln: Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) muss in die Stichwahl.

Bei der OB-Wahl am Sonntag lag sie mit 45,1 Prozent der Stimmen in der Gunst der Wähler zwar deutlich vorne – die absolute Mehrheit verfehlte sie allerdings. Der Landtagsabgeordnete Andreas Kossiski von der SPD erreichte mit 26,8 Prozent der Stimmen den zweiten Platz und tritt nun am 27. September in der Stichwahl gegen Reker an.

Bei der Wahl zum Kölner Stadtrat fuhren die Grünen ein sehr gutes Ergebnis ein. Die Partei erreichte 28,5 Prozent und wurde damit stärkste Kraft vor der SPD (21,6) und der CDU (21,5).

2014 lagen SPD und CDU im Rat etwa gleichauf. Umfragen vor der Wahl deuten bereits darauf hin, dass die Grünen bei dieser Wahl ebenfalls ins Rennen um die stärkste Partei in Köln einsteigen. Mit so einem Ergebnis hatte allerdings niemand gerechnet.

Stichwahl in Köln: Ergebnis der OB-Stichwahl 2020 hier! Auch interessant: Stichwahlen in NRW im News-Ticker.

Vorläufiges Endergebnis der Kommunalwahl 2020 in Köln:

  • SPD: 21,6 Prozent (2014: 29,4 Prozent)
  • CDU: 21,6 Prozent (2014: 27,2 Prozent)
  • Grüne: 28,5 Prozent (2014: 19,5 Prozent)
  • Linke: 6,5 Prozent (2014: 7,0 Prozent)
  • FDP: 5,3 Prozent (2014: 5,1 Prozent)
  • AfD: 4,4 Prozent (2014: 3,6 Prozent)
  • Volt: 5 Prozent (erstmals angetreten)

Wahlbeteiligung: 51,41%

(1231 von 1231 Stimmbezirken ausgezählt)

Vorläufiges Endergebnis bei der OB-Wahl in Köln:

  • Henriette Reker: 45,1 Prozent
  • Andreas Kossiski 26,8 Prozent

(1231 von 1231 Stimmbezirken ausgezählt)

+++ Ticker aktualisieren +++

Montag, 14. September 2020

12.15 Uhr: Bunter Kölner Stadtrat

Neben Vertretern der großen Parteien, die auch im Bundestag sitzen, haben es auch folgende Kandidaten über die Reservelisten in den Kölner Stadtrat geschafft:

  • Volt: 4 Mitglieder
  • KLIMA FREUNDE: 2 Mitglieder
  • DIE PARTEI: 2 Mitglieder
  • GUT: 2 Mitglieder
  • Freie Wähler Köln: 1 Mitglied

5.50 Uhr: Überraschung in Köln!

Die amtierende Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker muss in die Stichwahl! Das Ergebnis ist eine kleine Überraschung, da Wähler-Befragungen vor dem Urnengang die Wiederwahl der 63-Jährigen schon im ersten Wahlgang in Aussicht gestellt hatten.

Reker ist seit 2015 Rathaus-Chefin und hatte für eine zweite Amtszeit kandidiert. Die parteilose Politikerin wird von der CDU und den Grünen unterstützt.

Reker ist die erste Frau auf dem OB-Posten der viertgrößten Stadt Deutschlands. 2015 hatte sie sich das Amt gleich im ersten Wahlgang mit 52,66 Prozent gesichert. Der Triumph wurde damals allerdings überschattet von einem Messerattentat auf sie am Tag zuvor. Sie überlebte den Angriff knapp. Die Wahl nahm sie am Krankenbett an.

Sonntag, 13. September 2020

0.30 Uhr: Diese Mehrheiten sind möglich

Die Sitzverteilung in Köln sieht wie nach dem vorläufigen Endergebnis wie folgt aus:

Bei 90 Sitzen im Rat bräuchte es für eine Mehrheit eine Koalition mit 46 Sitzen. Eine Koalition aus Grünen und SPD käme nach aktuellem Stand nicht auf die erforderliche Menge, sondern lediglich auf 45 Sitze.

Eine "GroKo" aus SPD und CDU ist ebenfalls nicht möglich, mit 38 Sitzen verfehlt sie die Mehrheit deutlich. Möglich hingegen wäre ein Dreierbündis aus SPD, CDU und Grüne (gemeinsam 64 Sitze) oder Rot-Rot-Grün (51 Sitze). Schwarz-Grün käme auf 45 Sitze und wäre auf einen weitere Koalitionspartner angewiesen. Für ein Bündnis aus Grünen und CDU könnte aber allerdings jede andere Partei zum Königsmacher werden, beispielsweise die FDP. Eins steht fest: Es werden spannende Verhandlungen im Rat!

23.29 Uhr: Weitere Stimmbezirke ausgezählt

Weiter werden Stimmbezirke ausgezählt (1222 von 1231). So sind die aktuellen Zwischenergebnisse:

  • SPD: 21,68 Prozent
  • CDU: 21,45 Prozent
  • Grüne: 28,46 Prozent
  • Linke: 6,49 Prozent
  • FDP: 5,24 Prozent
  • AfD: 4,41 Prozent
  • Volt: 4,97 Prozent

Bei der OB-Wahl sind 1227 der 1231 Bezirke ausgezählt. Hier liegt aktuell Amtsinhaberin Henriette Reker (44,99 Prozent) vor ihrem Konkurrenten Andreas Kossiski (26,84 Prozent). Alle anderen Kandidaten sind weit abgeschlagen. Damit wird es wohl zur Stichwahl zwischen beiden kommen! Eine echte Überraschung.

21.24 Uhr: Diese Mehrheiten sind möglich

Eine vorläufige Sitzverteilung in Köln sieht wie folgt aus:

Für eine Mehrheit im Rat der Stadt bräuchte eine Koalition mindestens 46 Sitze. Eine Koalition aus Grünen und SPD käme nach aktuellem Stand auf 45 Sitze - und damit einen Sitz zu wenig. Eine "GroKo" aus SPD und CDU ist ebenfalls nicht möglich, mit 36 Sitzen verfehlen sie das Ziel deutlich. Möglich wäre ein Dreierbündis aus SPD, CDU und Grüne (gemeinsam 62 Sitze) oder Rot-Rot-Grün (52 Sitze). Schwarz-Grün käme auf 43 Sitze und wäre ebenfalls auf einen weitere Koalitionspartner angewiesen.

Für ein Bündnis aus Grünen und SPD könnte aber auch jede andere Partei zum Königsmacher werden, beispielsweise die Volt-Partei.

21.01 Uhr: Weitere Stimmbezirke ausgezählt

Weiter werden Stimmbezirke ausgezählt (1059 von 1231). So sind die aktuellen Zwischenergebnisse:

  • SPD: 21,65 Prozent
  • CDU: 20,19 Prozent
  • Grüne: 28,67 Prozent
  • Linke: 7,01 Prozent
  • FDP: 5,08 Prozent
  • AfD: 4,73 Prozent
  • Volt: 5,14 Prozent

Vor allem für die CDU droht die Wahl damit zum Debakel zu werden. Sie würde nach aktuellen Zahlen bei unter 20 Prozent liegen.

Bei der OB-Wahl sind 1190 der 1231 Bezirke ausgezählt. Hier liegt aktuell Amtsinhaberin Henriette Reker (44,74 Prozent) vor ihrem Konkurrenten Andreas Kossiski (26,91 Prozent). Alle anderen Kandidaten sind weit abgeschlagen. Damit wird es wohl zur Stichwahl zwischen beiden kommen! Eine echte Überraschung.

19.38 Uhr: Reker geht von Stichwahl aus

61 Prozent waren Henriette Reker in Umfragen vorausgesagt. Aktuell deutet alles darauf hin, dass es für die Kaniddatin in die Stichwahl geht. Im WDR-Fernsehen erklärte Reker: „Ich freue mich, dass ich diesen Wahlabend erlebe. Ich bin davon ausgegangen, das sich auch in die Stichwahl kommen kann. Ich bin gespannt, wie es weiter geht, ich gehe von einer Stichwahl aus. Bei der vergangenen OB-Wahl war Reker nach einem Messerangriff in einem Krankenhaus im künstlichen Koma.

Reker erklärte weiter, sie „gehe sehr zuversichtlich in eine Stichwahl. Ich denke, ich habe die Nase vorn.“

19.31 Uhr: Mehr als 150 Stimmbezirke ausgezählt

Die ersten Stimmbezirke sind ausgezählt (172 von 1231). So sind die aktuellen Zwischenergebnisse:

  • SPD: 23,54 Prozent
  • CDU: 21,65 Prozent
  • Grüne: 25,62 Prozent
  • Linke: 6,35 Prozent
  • FDP: 5,24 Prozent
  • AfD: 6,68 Prozent
  • Volt: 4,21 Prozent

Bei der OB-Wahl sind 391 der 1231 Bezirke ausgezählt. Hier liegt aktuell Amtsinhaberin Henriette Reker (40,89 Prozent) vor ihrem Konkurrenten Andreas Kossiski (27,91 Prozent).

18.52 Uhr: Neue Prognose zur OB-Wahl

Der WDR hat zur OB-Wahl eine neue Hochrechnung herausgegeben. Und die deutet erneut darauf hin: Es wird wohl zur Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt kommen. Eine dicke Überraschung! Die Wiederwahl der parteilosen Henrette Reker galt Umfragen zufolge als äußerst wahrscheinlich. Jetzt wird sie wohl doch in die Stichwahl mit Andreas Kossiski müssen. Er liegt unter den Gegenkandidaten mit Abstand auf dem zweiten Platz.

18.00 Uhr: Erste Prognose von Infratest-Dimap

Pünktlich um 18 Uhr gibt es die erste Prognose zur Kommunalwahl in Köln. Die erste Prognose wird sich sicher noch um ein paar Prozentpunkte ändern, ist aber bereits ein deutlicher Fingerzeig. Die Grünen dürften demnach tatsächlich in Köln stärkste Partei werden. CDU und SPD schmieren auf knapp 20 Prozent werden. Die Wahlbeteiligung in Köln liegt mit 50,6 Prozent deutlich über dem Wert von 2014.

Prognosen Kommunalwahl Köln:

  • SPD: 20,0 (2014: 29,4 Prozent)
  • CDU: 20,5 (2014: 27,2 Prozent)
  • Grüne: 29,0 (2014: 19,5 Prozent)
  • Linke: 7,0 (2014: 7,0 Prozent)
  • FDP: 5,5 (2014: 5,1 Prozent)
  • AfD: 5,0 (2014: 3,6 Prozent)
  • Volt: 5,5
  • Sonstige: 7,5 (2014: 6,8 Prozent)

Eine Überraschung könnte es beim OB-Amt werden. Hier galt Henriette Reker eigentlich schon gesetzt. Doch die erste Prognose bescheinigt der Kandidatin einen Wert von unter 50 Prozent. Damit gäbe es eine Stichwahl um das OB-Amt in Köln.

Prognosen OB-Amt:

  • Henriette Reker: 48,5
  • Andreas Kossiski 24,0

17.35 Uhr: Lange Schlangen vor den Lokalen - SO darfst du auch nach 18 Uhr noch wählen

Vor einigen Wahlbüros in NRW stehen die Menschen in langen Schlangen. Vor allem aus Köln gibt es zahlreiche Bilder und Videos von Menschenansammlungen. In rund 25 Minuten schließen die Wahllokale - doch wer um Punkt 18 Uhr in der Schlange steht, darf noch zur Urne vorgelassen werden.

17.10 Uhr: Wahlbeteiligung schon fast so hoch wie 2014

2014 lag die Wahlbeteiligung für die Kommunalwahl in Köln insgesamt bei 46,8 Prozent. Gegen 17 Uhr war dieser Wert schon beinah geknackt. 45,1 Prozent der rund 825.000 Wahlberechtigten hatten bereits ihre Stimme abgegeben. Noch rund eine Stunde haben die Menschen für den Wahlgang Zeit. Um 18 Uhr schließen die Lokale. Dann wird auch mit ersten Ergebnissen für die Kommunalwahl 2020 gerechnet.

17.00 Uhr: AfD mit kuriosem Verdacht

Die Kölner AfD vermutet offenbar einen möglichen Betrug bei der Kommunwalwahl. Auf Twitter teilte der Kreisverband mit, es lägen "erste Hinweise auf Wahlhelfer der Antifa" in Köln vor. AfD-Wähler sollten deswegen Wahlauszählungen beobachten. Um welche Hinweise es sich dabei handeln soll, ist nicht bekannt. Bereits in der Vergangenheit hatte die AfD immer wieder von Manipulation zu ihrem Nachteil gesprochen.

16.30 Uhr: Wahlbeteiligung in Köln bei über 40 Prozent

Noch sind die Wahllokale in Köln geöffnet. Bereits um 16 Uhr stieg die Wahlbeteiligung auf 40,2 Prozent, wie die Stadt auf Twitter mitteilte. Wegen der vielen Wahlzettel und der Corona-Verordnung bildeten sich zum Teil lange Schlangen vor den Wahllokalen. Zum Verleich: 2014 betrug die Wahlbeteiligung in Köln insgesamt 46,8 Prozent.

15:40 Uhr: Extremer Trend bei der Kölner Kommunalwahl 2020

Bis Freitag gingen rund 251.000 Briefwahl-Anträge bei etwa 820.000 Wahlberechtigten ein - einer Stadtsprecherin zufolge kämen die ausgefüllten Wahlscheine „wäschekörbeweise“ zurück. Damit ist Köln kein Einzelfall.

Trotz des Trends zur Briefwahl gibt es in vielen NRW-Städten sogar Schlangen vor den Wahllokalen. Offenbar gibt es einen größen Andrang in diesem Jahr.

9.30 Uhr: Klare Angelegenheit in Köln?

Henriette Reker gilt als klare Favoritin und könnte schon im ersten Wahldurchgang das Rennen machen. Insgesamt zwölf Herausforderer stellen sich zur Wahl. Schärfster Widersacher: SPD-Kandidat Andreas Kossiki.

+++ NRW-Kommunalwahl 2020 im Ticker: WDR ruft dazu auf, zu wählen – doch dieser Halbsatz sorgt für einen Eklat +++

Mittwoch, 2. September 2020

16.15 Uhr: WDR-Umfrage kurz vor der Wahl in Köln

Kurz vor der Kommunalwahl in Köln veröffentlichte der WDR eine Umfrage. Sie zeigt einen mehr als deutlichen Trend bei der OB-Wahl.

Laut der Erhebung von infratest dimap kann Oberbürgermeisterin Henriette Reker mit ihrer Wiederwahl schon im ersten Wahlgang rechnen. Die parteilose Amtsinhaberin, die von CDU und Grünen unterstützt wird, kommt auf 61 Prozent! Weit abgeschlagen: SPD-Gegenkandidat Andreas Kossiki mit 22 Prozent. Jörg Detjen von den Linken darf mit sieben Prozent rechnen.

+++ Kommunalwahl NRW 2020: Wie funktionieren die Stimmzettel? Kreuze richtig ausfüllen +++

Viel mehr Spannung dagegen bei der Stadtratswahl: Dort liegen SPD und Grüne (jeweils 24 Prozent) und CDU (23 Prozent) praktisch gleichauf. Während SPD (-5,4) und CDU (-4,2) jedoch klar verlieren, gewinnen die Grünen 4,5 Prozentpunkte dazu.

Die Linken können laut WDR-Trend auf starke neun Prozent hoffen, die FDP stagniert bei fünf Prozent. Die AfD kann 2,4 Prozentpunkte auf nun sechs zulegen.

+++ Kommunalwahl NRW 2020: Kann man Briefwahl jetzt noch beantragen? +++

Laut der WDR-Umfrage sind 85 Prozent der Kölner zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit den Lebensbedingungen in ihrer Stadt. Als größtes Problem sehen viele den Verkehr und ÖPNV an (29 Prozent der Befragten), danach kommt bezahlbarer Wohnraum (14 Prozent).

+++ Corona und NRW-Kommunalwahl 2020: Das muss ich im Wahllokal beachten +++

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Kommunalwahl in Köln 2020 mit OB-Wahl: Die Ausgangslage nach der Wahl 2014

Kommunalwahl in NRW: Das musst Du wissen
Kommunalwahl in NRW: Das musst Du wissen

Traditionell geht es eng zu bei Kommunalwahlen in Köln: SPD und CDU lieferten sich in den vergangenen Wahlkämpfen oft knappe Rennen. Die Grünen sind als starke dritte Kraft in Köln hinzugekommen.

Zunächst sah es 2014 so aus, als hätte Rot-Grün eine Mehrheit von einem einzigen Sitz im Stadtrat. Doch die CDU klagte gegen ein fragwürdiges Ergebnis im Briefwahlbezirk Rodenkirchen. Das Verwaltungsgericht Köln ordnete letztlich 2015 eine Neuauszählung an – und tatsächlich wurden in dem Briefwahlbezirk die Werte von CDU und SPD vertauscht.

Ausgerecht der SPD-Oberbürgermeisterkandidat Jochen Ott verlor dadurch seinen Sitz im Stadtrat, die CDU gewann ein Mandat dazu. Es bildete sich eine schwarz-grüne Koalition.

Das Ergebnis der Kölner Stadtratswahl 2014:

  • SPD: 29,4 Prozent (+1,4)
  • CDU: 27,2 Prozent (-0,7)
  • Grüne: 19,5 Prozent (-2,2)
  • Linke: 7,0 Prozent (+2,2)
  • FDP: 5,1 Prozent (-4,3)
  • AfD: 3,6 Prozent (erstmals angetreten)
  • pro K: 2,6 Prozent (-2,8)
  • Piraten: 2,1 Prozent (erstmals anderen)
  • Sonstige: 3,5 Prozent (+0,7)

Im Kölner Stadtrat saßen nach der Kommunalwahl 2014 auch zwei Vertreter Deine Freunde (jetzt KLIMA Freunde) sowie ein Vertreter der Freien Wähler Köln.

Köln: Dramatisches Finale des OB-Wahlkampfes 2015 – Attentat auf Henriette Reker

Besonders dramatisch war das Finale des Oberbürgemeister-Wahlkampfes in Köln im Jahr 2015. Die parteilose Kandidatin und Sozialdezernentin Henriette Reker, die von CDU, Grünen und FDP unterstützt wurde, gewann die Wahl mit 52,6 Prozent im ersten Wahlgang.

Am Wahlsonntag befand sich Reker nach einem Messerattentat am Vortag im künstlichen Koma. An einem CDU-Wahlkampfstand wurde die Kandidatin von einem Rechtsextremisten attackiert und schwer verletzt.

SPD-Kandidat Jochen Ott landete abgeschlagen mit 32 Prozent hinter Reker. Er konnte somit nicht die Nachfolge seines Parteigenossen Jürgen Roters antreten.

+++ Ticker zur NRW-Kommunalwahl 2020 +++

OB-Wahl am 13. September 2020 in Köln: Henriette Reker tritt erneut an – SPD setzt auf Andreas Kossiki

Bei der Kommunalwahl 2020 in Köln will Henriette Reker jetzt ihr Amt verteidigen. Dabei gibt es insgesamt zwölf Gegenkandidaten, gefährlich könnte ihr allerdings nur SPD-Mann Andreas Kossiski werden.

Henriette Reker (parteilos, von CDU und Grünen unterstützt): Die 63-jährige parteilose Oberbürgermeisterin wird von der schwarz-grünen Ratskoalition unterstützt – die FDP jedoch macht für sie keinen weiteren Wahlkampf mehr. Bundesweit in die Kritik geriet die Juristin nach den sexuellen Übergriffen vor dem Kölner Hauptbahnhof an Silvester 2015/16, als sie Frauen "eine Armlänge Abstand" zu Fremden empfahl.

Andreas Kossiki (SPD): Die Sozialdemokraten schicken den 62-jährigen ehemaligen Polizisten und Vorsitzenden der DGB-Region Köln-Bonn ins OB-Rennen. Bei der Landtagswahl 2012 gewann Kossiki das Direktmandat im Wahlkreis IV (Chorweiler/Teile von Nippes), 2017 konnte er sein Mandat verteidigen. Nun will Kossiki der sechste SPD-OB in der Geschichte Kölns werden und setzt dabei stark auf das Thema Sicherheit.

+++ NRW-Kommunalwahl: Personalausweis, Wahlbenachrichtigung, Maske – was brauche ich im Wahllokal? +++

Weitere Kölner OB-Kandidaten, aber ohne realistische Chancen auf den Chefsessel im Rathaus: Stadtrat Jörg Detjen (Linke), Christer Cremer (AfD), Stadtrat Thor Zimmermann (GUT), Sabine Neumeyer (parteilos), Roberto Campione (parteilos), Nicolin Gabrysch (Klima Freunde), Robert Nussholz (parteilos), Rüdiger-René Karl Maria Keune (ÖDP), Olivier Fuchs (Volt), Dagmar Langel (Wir sind Köln 2020), Martin Josef Przybylski (parteilos)

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Mehr zu den Kommunalwahlen in NRW:

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OB-Wahl in Köln: Kommt es am 27. September 2020 zu einer Stichwahl?

Vor fünf Jahren brauchte es keine OB-Stichwahl in Köln: Henriette Reker setzte sich direkt im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit von 52,6 Prozent durch.

Sollte ihr das diesmal im ersten Wahlgang nicht gelingen, kommt es in Köln am 27. September 2020 zu einer Stichwahl um den Oberbürgermeister-Posten. Die beiden bestplatzierten Kandidaten nehmen an der Stichwahl teil. Politische Beobachter halten es für gut möglich, dass Reker dann gegen den SPD-Herausforderer Kossiki antreten muss.

OB-Umfrage für Köln: Schlechter Wert für Henriette Reker vor der Kommunalwahl

Eine aktuelle OB-Umfrage für Köln gibt es zwar nicht, aber etwas ältere Zahlen, die für Henriette Reker nicht zuversichtlich zu deuten sind. Im Jahr 2018 befragte Forsa im Auftrag von RTL/ntv, wie zufrieden die Menschen in Deutschlands 15 größten Städten mit ihren Oberbürgermeistern sind. Dabei kam heraus, dass satte 59 Prozent der befragten Kölner die Arbeit von Henriette Reker als nicht gut bewerteten.

Reker gehörte damit zu den unbeliebtesten Oberbürgermeisterinnen in ganz Deutschland! Ob es ihr gelingt, dieses Meinungsbild bis zum 13. September 2020 umzukehren?

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Mehr Informationen über Köln:

  • Köln ist mit knapp 1,1 Millionen Einwohnern die größte Stadt in NRW
  • Die Stadtgeschichte reicht zurück bis in römische Zeit. Das heutige Köln wurde bereits im Jahre 50 nach Christus zur Stadt erhoben.
  • Berühmt ist Köln für den den imposanten Dom, den Karneval, das Bier Kölsch, den Kölscher Dialekt, die Queer-Kultur, das Schokoladenmuseum und den Fußballverein 1. FC Köln.

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Kommunalwahl in Köln 2020: Das alles wird am 13. September 2020 neu gewählt

In Köln werden am 13. September nicht nur die 90 Mitglieder des Stadtrat sowie der Oberbürgermeister neu bestimmt, sondern es werden auch die Bezirksvertretungen in den neun Stadtbezirken gewählt. Die Bezirksvertretungen haben jeweils 19 Mitglieder.

Außerdem wird ein neuer Integrationsrat gewählt. Wahlberechtigt sind hierbei Ausländer mit Aufenthaltserlabnis, EU-Bürger, Deutsche mit einer weiteren Staatsangehörigkeit, Kinder von ausländischen Eltern oder auch anerkannte Flüchtlige. (mag)

 
 

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