Kölner Bundestags-Abgeordneter schießt gegen Philipp Lahm: „Name ist Programm“

Sven Lehmann kritisiert Philipp Lahm.
Sven Lehmann kritisiert Philipp Lahm.
Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress | Christoph Hardt/Geisler-Fotopres; IMAGO / Christian Grube; Montage: DERWESTEN

Köln. Der Kölner Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann (B90/ Die Grünen) schießt bei Twitter gegen Philip Lahm.

Grund dafür sind Passagen aus Philipp Lahms neuem Buch „Das Spiel: Die Welt des Fußballs“. In Auszügen, die die „Bild“ schon vor Veröffentlichung des Buchs zitierte, geht hervor, dass der Weltmeister von 2014 homosexuellen Fußball-Profis noch immer vom Coming-out abrät.

Der Abgeordnete aus Köln findet diesen Rat besonders „Lahm“

In den Buchauszügen, die für Schlagzeilen sorgen, heißt es von Philipp Lahm, es seien „die Chancen gering, so einen Versuch in der Bundesliga mit Erfolg zu wagen und nur halbwegs unbeschadet davonzukommen“.

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Diese Haltung hat seit Veröffentlichung der Auszüge für viel Wirbel und Kritik gesorgt. Der Abgeordnete des Deutschen Bundestags, Sven Lehmann, sieht Lahms Ratschlag auch mehr als kritisch.

In einem Twitter-Beitrag schießt der 41-Jährige gegen den Ex-Nationalspieler und schreibt: „Philipp Lahm - da ist der Name Programm... Anstatt schwulen Fußballern vom Coming-Out abzuraten, sollte er sie ermutigen - so wie es viele seiner Kollegen in 11 Freunde getan haben! “

Die Reaktionen auf den Twitter-Post sind ambivalent. In den Kommentaren werden verschiedenste Argumente zu dem Sachverhalt vorgetragen. Dort heißt es:

  • „Ich stimmte ja voll zu, dass Offenheit einer der wichtigsten Schritte hin zur Akzeptanz ist, aber ich befürchte, vielleicht sieht er das auch einfach nur realistischer als seine Kollegen.“
  • „Den Gegensatz kann ich so nicht erkennen. Natürlich kann man einem einzelnen Spieler im derzeitigen Klima nicht guten Gewissens zum Coming Out raten. Hoffentlich trägt die Aktion von 11 Freunde dazu bei, genau dieses Klima zu ändern.“
  • „Was manche nicht Bedenken, dass Lahm im DFB Präsidium für die CSR-Abteilung arbeitet also soziale Verantwortung hat. Und er das nicht nur gesagt hat sondern in seinem Buch geschrieben hat. Aber vielleicht sollte das DFB Präsidium sich mal fragen ob Lahm der richtige ist für den Job.“

Mit dem Post übt der Abgeordnete nicht nur Kritik an Lahm, sondern verweist gleichzeitig auf die Bemühungen, die es in gegenteilige Richtung gibt. Ein erst vor kurzen veröffentlichtes Solidaritätsschreiben der Fußballzeitschrift „11 Freunde“ zeugt von den Bemühungen, Outings in der Fußballwelt zu normalisieren. In dem Schreiben sichern 800 deutsche Fußballer und Fußballerinnen ihren Sportskollegen volle Unterstützung für ihr Coming-Out zu.

 
 

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