Köln: Zehnjähriger schreibt Brief an Oberbürgermeisterin – seine Botschaft sorgt für ein Novum in der Geschichte

Diesen Brief hat der Zehnjährige an Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker gesendet.
Diesen Brief hat der Zehnjährige an Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker gesendet.
Foto: Privat

Köln. So etwas hat es in der Geschichte der Stadt Köln noch nicht gegeben: Ein Zehnjähriger schreibt einen Brief an Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Nun befasst sich mit seiner Idee am Dienstagnachmittag der Ausschuss für Anregung und Beschwerde.

Ein absolutes Novum in der 33-jährigen Geschichte des Ausschusses in Köln: Denn erstmals hat ein Kind einen Vorschlag eingereicht. In einem handgeschriebenen Brief stellt der Junge seine pfiffige Idee vor.

Köln: Zehnjähriger sorgt für Novum in der Geschichte

Der Zehnjährige hat der Stadt Köln einen Vorschlag zum Umweltschutz unterbreitet. Hier sein Brief im Wortlaut:

Ich habe letztens in der Geolino etwas gelesen, was mich sehr fasziniert hat. Davon möchte ich Ihnen kurz erzählen. In einer italienischen Stadt namens Bologna fuhren zu viele Autos. Dadurch war die Luft sehr verschmutzt. Damit weniger Leute die Autos benutzen, hat die Regierung etwas eingeführt.

Wenn man weniger mit dem Auto fährt, sondern mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad, kriegt man Kinotickets, Eis oder andere Sachen geschenkt. Das klappt sehr gut.

Man hat bisher erreicht, dass 3,7 Millionen Kilometer ohne Auto zurückgelegt wurden. Ich wollte sie deshalb fragen, ob Sie so ein System auch hier in Köln einführen können.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ich von Ihnen eine Antwort bekommen.“

Doch bei dem Brief wird es nicht bleiben: Der Zehnjährige wird persönlich in der Ausschusssitzung erscheinen und seine Idee für einen besseren Klimaschutz vortragen.

------------------------------------

• Mehr Themen aus der Region:

Mit dreistem Trick: Mann klaut seltenen Ferrari in Düsseldorf – so unglaublich wertvoll ist der Oldtimer

Dortmund: Mann pinkelt in U-Bahn-Station – als er erwischt wird, eskaliert die Situation

• Top-News des Tages:

Hund will sich nur ausruhen – weil er etwas übersieht, kämpft er mit seinem Leben

Dortmund: Mann pinkelt in U-Bahn-Station – als er erwischt wird, eskaliert die Situation

-------------------------------------

Was steckt hinter der Bologna-Idee?

Im Jahr 2018 hat die Stadt Bologna ein System eingeführt, die jedem eine Belohnung verspricht, der sein Auto stehen lässt und sich stattdessen mit Bus, Bahn, Fahrrad, Carsharing oder zu Fuß fortbewegt. Über die App „Better Points“ können die Bürger der Luft- und Gebäudeverschmutzung entgegenwirken.

Das funktioniert folgendermaßen: Um die kostenlose Belohnung zu kassieren, lassen die App-Nutzer ihre Bewegung per GPS aufzeichnen. Nutzt der User nun Bahn und Co. sammelt er Punkte, die später gegen eine Belohnung eingetauscht werden können.

Bisher ist das System ein Erfolg: 22.000 Menschen luden sich in der knapp 400.000-Einwohner-Stadt die App herunter. Tatsächlich legten die App-Nutzer in der sechsmonatigen Testphase 3,7 Millionen Kilometer ohne Auto zurück und erhielten dafür mehr als 16.000 Belohnungen. Über 1.000 Werbepartner unterstützen das Konzept.

Stadt Köln steht der Idee offen gegenüber

Die Stadt Köln scheint von dem Belohnungssystem nicht abgeneigt zu sein: „Es gilt (…) mit positivem Beispiel voranzugehen, um die Stadtgesellschaft zum Handeln zu überzeugen.“

Dass die Domstadt es ernst meint, zeigt sie bereits ansatzweise mit ihrem Programm „KölnKlimaAktiv 2022“, welches Anreize für „nachhaltiges Mobilitätsmanagement“ legt.

So hat das Kölner Startup Radbonus eine App entwickelt, die die mit dem Rad zurückgelegten Kilometer misst und anschließend Boni oder Rabatte ausschüttet. Auch hier unterstützen beispielsweise Krankenkassen, Arbeitgeber und Online-Shops die Idee. (mb)

 
 

EURE FAVORITEN