Köln: Deutscher Staatsfeind in der Türkei auf freiem Fuß – kehrt der „Kalif von Köln“ wieder nach Deutschland zurück?

Der Islamistenführer Metin Kaplan besteigt in Köln seinen Pkw. Nach jahrelangem Rechtsstreit wird Kaplan am 12.10.2004 in die Türkei abgeschoben. (Archivfoto)
Der Islamistenführer Metin Kaplan besteigt in Köln seinen Pkw. Nach jahrelangem Rechtsstreit wird Kaplan am 12.10.2004 in die Türkei abgeschoben. (Archivfoto)
Foto: Roland Weihrauch dpa/lnw

Er nennt sich selbst „Kalif von Köln“, ist hierzulande als Staatsfeind in die Türkei abgeschoben worden – und steht womöglich vor der Rückkehr nach Deutschland...

Metin Kaplan (68) aus Köln ist 2006 in Istanbul zu mehr als 17 Jahren Haft verurteilt worden, weil er als Chef des in Deutschland verbotenen Islamistenverbandes „Kalifatsstaat“ einen Anschlag auf das Mausoleum des türkischen Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk in Ankara geplant hatte. Auch wegen Hochverrats ist er verurteilt worden.

„Kalif von Köln“ in der Türkei auf freiem Fuß – kehrt er wieder nach Deutschland zurück?

In Deutschland hatte er zuvor vier Jahre im Knast gesessen, weil er zur Ermordung seines Konkurrenten Halil Ibrahim Sofu aus Berlin aufgerufen hatte. Sofu hatte sich zum Gegenkalifaten ausrufen lassen, ist in der Folge von einem Killerkommando ermordet worden. Als Drahtzieher hatte Kaplan gegolten. Nach der Abschaffung der Todesstrafe in der Türkei im Jahr 2003 ist Kaplan 2004 in seine Heimat abgeschoben worden. Kehrt er jetzt, nach über 16 Jahren im Exil, zurück nach Köln?

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Das ist Islamismus bzw. der politische Islam:

  • wird auch „radikaler Islam“ genannt
  • Streben, im Namen Allahs eine allein religiös legitimierte Gesellschafts- und Staatsordnung zu errichten
  • richtet sich gegen die Prinzipien des Laizismus (Trennung von Staat und Religion), Individualität, Volkssouveränität, Gleichstellung der Geschlechter und Religions- und Meinungsfreiheit
  • zutiefst antisemitisch
  • es wird unterschieden zwischen Gruppierungen, die ihre Ziele friedlich durchsetzen wollen, und radikalen Strömungen, die Gewalt und Terror als Mittel anwenden

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2016 ist Kaplan wegen eines Krebsleidens aus dem Gefängnis entlassen worden. Er hatte einen Großteil der Strafe bereits verbüßt. Doch der Islamist wollte einen Freispruch und hat ein Wiederaufnahmeverfahren angestrengt – mit Erfolg: Am 15. Februar hat das 14. Oberste Strafgericht in Istanbul des heute 68-Jährigen von den Vorwürfen des Hochverrats und Terror-Anschlagsplänen freigesprochen. Laut Gericht würden keine Beweise für ein Verbrechen und einen geplanten Umsturz vorliegen. Für die Zeit im Gefängnis haben die Richter Kaplan sogar Entschädigungsansprüche zugebilligt.

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Köln: Kaplan hatte Demokratie als „Krebsgeschwür“ bezeichnet

Doch viel wichtiger für ihn: Sein Ausreisverbot ist aufgehoben worden! Sollte seitens der Bundesrepublik also kein Einreiseverbot gegen Kaplan vorliegen, wäre eine Rückkehr nach Köln wieder möglich. Metin Kaplan hatte sich 1996 mit einem Dolch in der Hand in einer Kölner Hinterhofmoschee zum „Kalifen der islamischen Weltgemeinschaft“ ausgerufen. Seine Anhänger haben minutenlang den Schlachtruf „Takbir! Allahu akhbar“ („Gott ist am größten“ gerufen. Kaplan hat in der Folge die Demokratie als „Krebsgeschwür“ bezeichnet.

1998 hatte es im Zuge des Verbotsverfahrens gegen den „Kalifatsstaat“ laut „Express“ eine großangelegte Razzia gegeben. Bei Metin Kaplan sind zwei Millionen D-Mark in einer Plastiktüte und mehrere Kilo Gold gefunden worden – obwohl er offiziell von Sozialhilfe gelebt hatte. Laut Experten zählt er heute aber nicht mehr viele Anhänger. Verfassungsschützer schätzen die Zahl in NRW auf rund 220. Viele ehemalige Gefolgsleute bewegen sich heute innerhalb anderer radikal-islamistischen Salafisten-Gruppen. (mg)

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