Köln: Rollstuhlfahrer in Bahn gefangen – dann wird eine Passantin zur „Superheldin“

Für einen Mann aus Köln, der im Rollstuhl sitzt, wurde eine Frau zur Superheldin. (Symbolbild)
Für einen Mann aus Köln, der im Rollstuhl sitzt, wurde eine Frau zur Superheldin. (Symbolbild)
Foto: imago images / Shotshop / Panthermedia; Privat (Montage: DER WESTEN)

Köln. In Köln wurde eine Superheldin gesichtet! Nein, nicht Wonder Woman oder Super Girl aus den Comics. Eine ganz normale Frau aus Fleisch und Blut. Denn sie eilte zu Hilfe, als ein Mann aus Köln plötzlich in einer Bahn gefangen war.

In der öffentlichen Facebook-Gruppe „Nett-Werk Köln“ berichtet Rollstuhlfahrer Marcel (38) von einer Begegnung der besonderen Art. Er schreibt: „Ich, querschnittsgelähmt, im Rollstuhl, und meine Freundin waren auf dem Heimweg aus Brühl in der KVB Linie 18. Es war aufgrund der Außentemperatur von 27 Grad Celsius sehr warm und stickig.“

Köln: Rollstuhl passt nicht durch die Tür – was tun?

Da der hintere Waggon der Linie aus Köln defekt war, musste er mit seiner Begleitung vorne einsteigen. Doch an der Haltestelle Weißhausstraße öffneten die Türen nicht. „Auch die Versuche des KVB-Fahrers die Notverriegelung zu lösen, um die Türen manuell zu öffnen, schlugen fehl. Glücklicherweise behielten alle im Waggon die Ruhe.“

Den Fahrgästen blieb nur eine Möglichkeit, aus der Bahn zu entkommen: durch die Tür des Fahrers. Doch wer schon einmal mit einer Straßenbahn gefahren ist, weiß: Diese ist sehr schmal.

Marcel aus Köln hatte keine Chance, samt Rollstuhl aus der Linie 18 zu entkommen. Einzige Möglichkeit: Jemand muss ihn aus seinem Stuhl heben und raustragen. Weit und breit waren keine kräftigen Männer in Sicht.

Seine Freundin hatte nicht genug Kraft, um den Mann aus Köln zu tragen. Auch der KVB-Fahrer war ratlos. „Ich überlegte mir schon, dass mich eine Person unter die Arme nimmt und die andere an den Beinen packt“, schreibt er.

Doch dann plötzlich tauchte eine junge Frau Anfang 20 auf. Sie fragte Marcel, ob sie ihn auf die Schulter nehmen dürfte. Erst zögerte er, denn die Retterin hatte eine „schmale Statur“. Marcel hingegen wiegt etwa 70 Kilo und ist 1,90 Meter groß.

Köln: „Für meine Freundin warst du in der Situation ein Engel“

Doch sie ließ sich nicht bitten und fragte, ob sie ihn alternativ auf den Armen tragen darf. „Dies bejahte ich instinktiv und sie hob mich alleine im ‚Brautmodus‘ aus dem Stuhl und quetschte sich mit mir zusammen durch die Türen nach draußen.“

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Beeindruckt von der Aktion sucht Marcel aus Köln nun seine Retterin: „Für meine Freundin warst du in der Situation ein Engel, für mich eine Superheldin. Wie kann man so selbstlos und aktiv hilfsbereit sein, von der Statur als athletisches und schmales Model durchgehen und dann in dem Moment an der richtigen Stelle stehen und diese Kraft präsentieren? Ich bin immer noch fasziniert, verwundert und nachhaltig beeindruckt.“

Das finden auch die Facebook-Nutzer der Gruppe aus Köln.

Hier einige Kommentare:

  • „Wie toll! Es gibt sie, Engel in Menschengestalt.“
  • „Die Geschichte hat mein Herz erwärmt. Respekt an die junge Frau. Vielleicht kannst du die Geschichte bei der Reker erzählen und die junge Frau bekommt eine Auszeichnung Ehrenamt oder irgendwas.“
  • „Wie schön und herzerwärmend, da ist dir ein Engel begegnet.“
  • „Eine wundervolle Geschichte und eine tolle Frau, die zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort war und völlig selbstlos geholfen hat. Und ja, manchmal entwickelt man Superkräfte.“

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Gegenüber DER WESTEN hat Marcel aus Köln berichtet, dass er die Frau bisher noch nicht gefunden hat, auch nicht über Facebook.

Nun sucht er seine „Superheldin“ und will sich nochmals bedanken. Er ist sich sicher: „Wärst du nicht gewesen, hätte ich mit meiner Freundin – weiß Gott wie lange – in der Bahn bleiben müssen. Du hast selbstlos und ohne große Worte nicht nur schüchtern deine Hilfe angeboten, sondern hast sofort angepackt.“

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Clark Kent kann nun einpacken. Köln hat eine neue Superheldin! (ldi)

 
 

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