Köln: Rentner beschimpft Radfahrer – später drohen ihm 7 Monate Gefängnis

Ein Rentner hat einen Radfahrer beschimpft. (Symbolbild)
Ein Rentner hat einen Radfahrer beschimpft. (Symbolbild)
Foto: dpa

Köln. Ein 82-jähriger Mann hat sich vor dem Amtsgericht Köln wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten müssen, weil er einen Radfahrer mit einem Buch geschlagen hatte.

Der Rentner aus Köln gab vor Gericht allerdings an, dass er sich von dem Radfahrer bedroht gefühlt hatte, berichtet der „Express“.

Mann aus Köln schlägt mit Buch auf Fahrradfahrer ein

Doch was war eigentlich genau passiert? Das musste die Richterin Julia Schumacher herausfinden. Die Anklage forderte sieben Monate Freiheitsstrafe ausgesetzt zur Bewährung.

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Laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft war der 82-jährige Angeklagte aus einer Buchhandlung gekommen. Plötzlich sei ein Radfahrer ganz nah an ihm vorbeigefahren. Daraufhin habe er ihm „Arschloch“ hinterhergerufen, berichtet der Express.

Das wollte der Radfahrer (35) nicht auf sich sitzen lassen. Er radelte zu dem Senior zurück und fragte ihn nach eigener Aussage, wie er ihn gerade genannt habe.

Rentner trifft Radler mit Buch im Gesicht

In diesem Moment habe sich der Rentner so bedroht gefühlt, dass er mit seiner Tasche und dem darin befindlichen Buch ausholte und nach dem Radler schlug.

Er traf das Gesicht des 35-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft stufte das Buch wegen des Hardcovers und des Gewichts als „gefährliches Werkzeug“ ein. Daher die Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung.

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Das ist ein Rechtsgespräch

  • im Volksmund auch Deal genannt
  • mit dem Vergleich im Zivilprozess vergleichbar
  • die Verständigung im Strafverfahren ist schließlich nur unter einigen Einschränkungen zulässig
  • es soll eine Art Kompromiss gefunden werden

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Der Rentner habe weggehen wollen, doch der Fahrradfahrer rief die Polizei und folgte dem 82-Jährigen. Dieser habe plötzlich nach dem Rad gegriffen und versucht, es auf den 35-Jährigen zu werfen. Dabei wurde das Rad beschädigt.

Zu guter Letzt ließ Richterin Julia Schumacher das Verfahren einstellen, nachdem sich Anklage und Verteidigung auf ein Rechtsgespräch geeinigt hatten. Außerdem sei der Rentner nicht vorbestraft und wegen seines hohen Alters sei die Einstellung sachgemäß, so die Begründung. (fb)

 
 

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