Köln: Ein Toter nach Massenschlägerei in Innenstadt – Todesursache geklärt

Köln: Nach einer Auseinandersetzung mit mehreren Beteiligten auf dem Ebertplatz war ein Mann gestorben.
Köln: Nach einer Auseinandersetzung mit mehreren Beteiligten auf dem Ebertplatz war ein Mann gestorben.
Foto: Marius Becker/dpa
  • Ein 25-Jähriger stirbt nach einer Auseinandersetzung auf dem Kölner Ebertplatz.
  • Zehn potenziell an der Tat Beteiligte nimmt die Polizei vorläufig fest, eine Mordkommission ermittelt.
  • Der Fall weckt Erinnerungen: Vor zwei Jahren war schon ein Mensch dort gestorben.
  • Die Todesursache steht nun fest.

Über einen schlimmen Vorfall in Köln sind neue Details bekannt: Bei einer Massenschlägerei auf dem Ebertplatz in der Domstadt ist vor rund drei Wochen ein Mann ums Leben gekommen.

Zehn potenziell an der Tat beteiligte Männer wurden am besagten Sonntag vorläufig festgenommen, wie Wolfgang Baldes, Pressesprecher der Polizei Köln, sagte. Eine 20-köpfige Mordkommission ermittelte.

Jetzt steht die genaue Todesursache des Mannes fest.

Durch einen Bericht der Landesregierung an den Innenausschuss wurden nun neue Details bekannt. So stach der mutmaßliche Täter (25) dem Opfer „wahrscheinlich mit einer abgebrochenen Glasflasche“ in den Hals, so dass Halsschlagader und Luftröhre aufgeschlitzt wurden. Die Tat hatte eine neue Debatte um die Sicherheit am Ebertplatz ausgelöst.

Köln: Mann stirbt nach Massenschlägerei am Ebertplatz

Was genau war passiert?

Laut dem Bericht des Innenministers war ein Streit unter den beiden Männern - bei dem es um ein Drogengeschäft gegangen sein soll - am Morgen des 25. August gegen 4.50 Uhr eskaliert. Zunächst seien zwei „weitere Personen aus dem Bekanntenkreis der Kontrahenten“ eingeschritten, am Ende seien es zehn Männer gewesen.

Opfer verblutete am Tatort

In dieser Situation soll der 25-Jährige zugestochen haben. Das Opfer verblutete laut Bericht am Tatort. Der Verdächtige wurde wegen Totschlags verhaftet.

------------------------------------

• Mehr Themen:

Tödlicher Unfall auf der A45: Motorradfahrer (48) stirbt – Autobahn komplett gesperrt

Tödlicher Unfall in Dortmund: Ersthelfer spricht über dramatische Erlebnisse – „Von da an war alles vorbei bei mir“

• Top-News des Tages:

Streit vor Club in Köln eskaliert: Türsteher sollen auf Israeli eingeschlagen haben – Staatsschutz eingeschaltet

Cathy Hummels zeigt ihren Bauch und verrät intimes Detail – doch dann fällt Fans DAS auf

-------------------------------------

Mann lag schwer verletzt am Boden

Die Polizei berichtete damals, dass die Beamten zu einer Kneipe am Westende des Platzes in Köln alarmiert worden seien. Dort fanden sie eine Gruppe aus zehn bis 15 Männern vor, die zuvor in einen Streit geraten waren.

Als die Polizisten eintrafen, lag ein Beteiligter schwer verletzt am Boden. Trotz erster Rettungsmaßnahmen kam für den 25-Jährigen jede Hilfe zu spät. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Opfers feststellen. Wie genau er ums Leben kam, wird derzeit noch ermittelt.

+++ Feuerball über Deutschland gesehen – ESA bestätigt Phänomen +++

In einer ersten Mitteilung der Polizei und Staatsanwaltschaft hieß es, dass es vor der Tat eine Auseinandersetzung zwischen 10 bis 15 Männern aus Afrika gegeben habe. Die Beteiligten seien bei Eintreffen der Polizei zunächst geflohen. Die Spurensicherung dauerte am Sonntag noch an.

Köln: Mord in Innenstadt – zehn Festnahmen

Insgesamt sind zehn potenziell Tatbeteiligte festgenommen worden. Die Polizei verhört aktuell Zeugen. Nach dem blutigen Vorfall wurde der Ebertplatz weiträumig gesperrt.

+++ Herne: Hilflose Frau (21) hört Musik – dann vergeht sich ein Mann an ihr +++

Noch am Tag der Tat wurde der Getötete obduziert.

Laut Kölner Stadtanzeiger sollte am Sonntagnachmittag auf dem Ebertplatz eine Kulturveranstaltung stattfinden. Diese wurde wegen des Vorfalls abgesagt.

Innenminister fordert Videoüberwachung am Ebertplatz

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) hat nach dem Vorfall eine schnellstmögliche Einrichtung von Videoüberwachung am Ebertplatz gefordert. „In jedem Fall sollte die Inbetriebnahme der Videoanlage jetzt oberste Priorität haben“, sagte Reul dem „Kölner Stadtanzeiger“ (Montag).

Nach der Tat müsse man sich fragen, ob die bisherigen Maßnahmen, die den Platz sicherer machen sollten, wirklich ausreichten. „Aus meiner Sicht müsste man zum Beispiel überlegen, ob der Weiterbetrieb der Kneipe auf der unteren Ebene, die ja ein Anziehungspunkt für eine bestimmte Klientel zu sein scheint, wirklich klug ist.“

+++ A2: Schrecklicher Unfall auf Autobahn in NRW – ein Toter, drei Schwerverletzte +++

Tod eines 22-Jährigen am Ebertplatz

Bereits im Oktober 2017 war am Ebertplatz ein 22-Jähriger gewaltsam zu Tode gekommen. Im August 2018 verurteilte das Landgericht Köln einen 26-Jährigen zu sechs Jahren und neun Monaten Haft. Es sprach ihn wegen Körperverletzung mit Todesfolge in Tateinheit mit Beteiligung an einer Schlägerei schuldig. Zwar habe der aus Marokko stammende Mann damals nicht den tödlichen Messerstich geführt. Aber er habe das Opfer aus Guinea verletzen wollen.

Fall weckt Erinnerungen an eine zurückliegende Tat

Hintergrund der Auseinandersetzung damals war nach Erkenntnis des Gerichts eine Revierstreitigkeit zwischen nordafrikanischen und westafrikanischen Drogenhändlern. Nachdem der Guineer im von anderen Dealern beanspruchten Teil des Platzes Drogen verkauft hatte, reklamierten diese den Erlös von zehn Euro für sich. Der 22-Jährige weigerte sich aber zu zahlen. Es kam zum Streit, in dessen Verlauf das Opfer tödlich verletzt wurde. Der Haupttäter wurde bislang nicht gefasst.

+++ Hund in NRW brutal von Labrador zerfleischt – Verhalten des Halters macht sprachlos +++

Nach dem Vorfall wurde der Ebertplatz mit dem schmucklosen Betonambiente etwas aufgewertet - der Brunnen wurde zum Beispiel repariert.

Polizeipräsident Jacob sagte am Sonntag: „Diese schreckliche Tat soll für alle Bemühungen kein Rückschlag sein.“ Er kündigte Maßnahmen an: „Aus polizeilicher Sicht sprechen wir hier über einen Brennpunkt, deswegen habe ich eine Videoüberwachung angeordnet, die gerade installiert wird.“ Diese soll zum Jahresende laut Jacob einsatzbereit sein.

Kriminalitätsbrennpunkt Ebertplatz

Innenminister Herbert Reul verweist in seinem Bericht zwar darauf, dass die Gesamtzahl der angezeigten Delikte am Ebertplatz im Vergleich zu den beiden Vorjahren zurückgingen - Rauschgift- und Körperverletzungsdelikte würden am Ebertplatz aber „überproportional häufig begangen.“ Der Platz in der Kölner City sei daher immer noch ein Kriminalitätsbrennpunkt.

(jhe, js mit dpa)

 
 

EURE FAVORITEN