Köln: Gläubige treten massenhaft aus Kirche aus – jetzt muss sogar das Amtsgericht reagieren

Massenweise Gläubige kehren der Kirche in Köln den Rücken. (Symbolbild)
Massenweise Gläubige kehren der Kirche in Köln den Rücken. (Symbolbild)
Foto: dpa / Oliver Berg

Köln. Das Erzbistum Köln befindet sich in einer tiefen Krise. Die Zahl der Kirchenaustritte zu Beginn des Jahres ist ein deutliches Warnsignal für die katholische Kirche.

Jetzt musste das Amtsgericht Köln auf die hohe Nachfrage reagieren. Grund dafür dürfte auch der Skandal um Kardinal Rainer Marie Woelki sein.

Köln: Gläubige fliehen aus der Kirche – Amtsgericht reagiert

Bereits im Januar hatte das Amtsgericht Köln die Online-Termine für Kirchenaustritte von 600 auf 1000 aufgestockt. Doch das ist noch immer nicht genug.

Ab dem 1. März stellt das Gericht weitere 500 Termine monatlich zur Verfügung. Denn die Nachfrage will einfach nicht abreißen. Allein im letzten Jahr traten knapp 7.000 Menschen aus der Kirche aus.

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Für die Flucht aus der Kirche machen viele den Kölner Kardinal Woelki verantwortlich. Selbst Stadtdechant Robert Kleine, oberster Repräsentant der katholischen Kirche in der Stadt Köln, sagte, er könne derzeit niemandem einen Austritt aus der Kirche verdenken.

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Krise der Kirche in Köln: Woelki unter Beschuss

Grund dafür ist der Umgang des Kölner Kardinals im Umgang mit sexuellem Missbrauch von Priestern in der Kirche.

Woelki selbst hatte ein Gutachten in Auftrag gegeben, das untersuchen sollte, wie Verantwortungsträger des Erzbistums in der Vergangenheit reagiert haben, wenn Priester des sexuellen Missbrauchs von Kindern beschuldigt wurden. Doch das hält der Geistliche seit Monaten unter Verschluss - aus rechtlichen Gründen, wie er sagt.

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Für den 18. März hat Woelki die Veröffentlichung eines neuen Missbrauchsgutachten angekündigt.

Kirche in Köln: Woelki sieht Verschwörung

Es ist nicht der einzige Vorgang, mit dem Woelki in der Vergangenheit das Vertrauen der Gläubigen in Köln aufs Spiel gesetzt hat. Hier weitere Negativ-Schlagzeilen um Kardinal Woelki:

  • Homepage der Katholischen Hochschulgemeinde in Köln abgeschaltet, nachdem sie ein kritisches Papier veröffentlicht hatte
  • Einem Pfarrer, der Woelki scharf kritisiert hatte, drohte das Erzbistum mit Konsequenzen
  • Woelkis Weihbischof Ansgar Puff verglich die kritische Berichterstattung über Bischöfe mit den Fake News von Donald Trump und zitierte dazu Joseph Goebbels - dafür entschuldigte er sich später

Die Liste ließe sich fortsetzen. Woelki selbst hält sich bedeckt. Nach Angaben eines ehemaligen Mitarbeiters sei sich der Kardinal keiner Schuld bewusst. Stattdessen glaube er an eine Verschwörung der Medien: „Es sind die Journalisten, die ihm Böses wollen, weil er innerkirchlich so konservativ ist“, so der Ex-Mitarbeiter gegenüber der Deutschen Presseagentur.

Dass diese Haltung nicht auf breites Verständnis stößt, zeigt unter anderem die Flucht vieler Gläubiger aus der Kirche. (ak mit dpa)