Köln: Heftige Nachricht aus Groß-Bordell Pascha – „Wir sind am Ende“

Köln: Frauen werden ihre Dienste nicht mehr in dem Groß-Bordell „Pascha“ anbieten können. (Symbolbild)
Köln: Frauen werden ihre Dienste nicht mehr in dem Groß-Bordell „Pascha“ anbieten können. (Symbolbild)
Foto: imago images / Rolf Kremming / Udo Gottschalk

Köln. Wegen des Coronavirus' sind Bordelle bereits seit Monaten geschlossen. Der Staat schob den Freudenhäusern einen Riegel vor, weil von einer zu großen Ansteckungsgefahr ausgegangen wird. Doch die lang anhaltende Schließung scheint auch keine Lösung zu sein, denn Jobs und Existenzen stehen vor dem Aus.

Jetzt ist eine heftige Nachricht aus dem Groß-Bordell „Pascha“ in Köln bekannt geworden. In der heißt es: „Wir sind am Ende.“

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Köln: Groß-Bordell „Pascha“ mit heftiger Nachricht: „Wir sind am Ende“

Es deutete sich bereits an: Das „Pascha“ in Köln hält nicht mehr lange ohne Einnahmen durch. Geschäftsführer Armin Lobscheid (64) sagte im April: „Das alles ist extrem kompliziert. Fakt ist, dass wir die finanziellen Belastungen nicht noch weitere Monate tragen können. Wenn keine staatlichen Hilfen fließen, werden wir Insolvenz anmelden.“

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Nun ist es offiziell: Eines der größten Bordelle Europas wird es nicht mehr geben! „Pascha“-Boss Lobscheid hat am Dienstag Insolvenz angemeldet, wie der „Express“ berichtet.

Lobscheid sagt: „Es ist irgendwie unvorstellbar, aber ich habe den Insolvenzantrag am Dienstag beim Amtsgericht eingereicht. Wir sind am Ende.“ Demnach sind mittlerweile alle Rücklagen, die der Geschäftsführer hatte, aufgebraucht. Die Kosten für das zehnstöckige Bordell liefen schließlich weiter. 60 Angestellte mussten bezahlt werden; die Kosten waren einfach nicht mehr tragbar.

Daraufhin äußerte der „Pascha“-Boss harte Kritik an der Politik: „Man hat uns alle 14 Tage auf weitere zwei Wochen vertröstet. So können wir nicht planen. Wir hätten die Insolvenz mithilfe der Banken vielleicht abwenden können, wenn man uns zugesagt hätte, dass es Anfang nächsten Jahres wieder losgehen kann.“

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Geschäft „geht weiter“

Schließlich laufe das Geschäft mit dem käuflichen Sex ja weiter - bloß in der Anonymität und vorbei am Finanzamt, so Lobscheid. Das bestätigte selbst „Pascha“-Gegnerin Alice Schwarzer, die seit Jahren gegen Bordelle wie das „Pascha“ kämpft. „(...) weil die Nachfrage weiter vorhanden ist, treffen sich die Frauen nun in Hotels, Wohnungen, Autos und Wohnmobilen mit den Männern“, so Schwarzer.

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Das ist Köln:

  • Rund 1,1 Millionen Einwohner
  • Bevölkerungsreichste Stadt in NRW
  • Viertgrößte Stadt in Deutschland
  • Oberbürgermeisterin Henriette Reker
  • Kölner Dom ist Wahrzeichen der Stadt

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Die Bordell-Gegnerin macht auf eine Problematik aufmerksam, die seit der Bordell-Schließungen eine neue Form angenommen haben dürfte: „Sie genießen nun keinen Schutz mehr, sind ihren Zuhältern und auch Freiern hilflos ausgesetzt. Denn sie können ja schlecht zur Polizei, wenn etwas passiert. Das wissen die Freier und zwingen sie zum Beispiel zu Sex ohne Gummi.“

Schließung trifft Beteiligte hart

Die Insolvenz des „Paschas“ trifft damit nicht nur Geschäftsführer Lobscheid, seine Angestellten und die 120 Prostituierten hart. Die Stadt Köln dürfte nicht begeistert von der Schließung sein, vor allem steht aber auch der Besitzer des Hochhauses vor einer Ungewissheit. Denn das Gebäude war schon immer ein Bordell, doch wer wird es für diesen Zweck mieten wollen, solange es Corona gibt? Eine andere Art der Nutzung ist auch unwahrscheinlich, weil das Hochhaus dafür aufwendig umgebaut werden müsste.

„Wir müssen nun mit dem Insolvenzverwalter viele Fragen klären. Das Haus muss ja nun über den Winter beheizt werden, weil es sonst zu einer baufälligen Ruine verkommen würde. Das Haus kostet eben auch Geld, obwohl es zu ist“, erklärt Lobscheid gegenüber dem „Express“. (nk)

<<< Welche irre Idee der „Pascha“-Boss noch im April hatte, kannst du hier nachlesen >>>

 
 

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