Köln: Enkel (22) soll Oma (79) getötet haben – weil sie DAS zu ihm sagte?

Maurice H. (22) muss sich vor dem Amtsgericht Köln verantworten. Er soll seine Oma getötet haben.
Maurice H. (22) muss sich vor dem Amtsgericht Köln verantworten. Er soll seine Oma getötet haben.
Foto: Federico Gambarini/dpa

Köln. Tötete er seine eigene Oma (79), weil sie ihn einen „faulen Hund“ nannte? Diese Frage beschäftigt seit Mittwoch das Landgericht in Köln.

Maurice H. (22) wird Mord vorgeworfen. Er soll seine Großmutter laut Anklage im Juni nach einem verbalen Streit in deren Wohnung in Köln-Heimersdorf heimtückisch ermordet haben.

Köln: Enkel soll Oma getötet haben

Wegen seines Lebenswandels soll die Großmutter ihren Enkel einen „faulen Hund“ genannt haben. Das soll offenbar der Auslöser dafür gewesen sein, dass der 22-Jährige seine Großmutter in den Schwitzkasten nahm und würgte.

Als die Rentnerin davon geschwächt war, soll ihr Enkel ein Küchenmesser (Klingenlänge 20 Zentimeter) geholt und achtmal auf sie eingestochen haben. Die Staatsanwaltschaft geht von einer Tötungsabsicht aus.

Die ältere Dame verblutete. Ihr Enkel soll noch 13.800 Euro Bargeld aus der Wohnung für seine Flucht mitgenommen haben. Er wurde am nächsten Tag in einem Münchener Hotel geschnappt.

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Oma verblutete in ihrer Wohnung

Am ersten Prozesstag wollte der Angeklagte sich nicht zu den Vorwürfen äußern, beantwortete aber Fragen zu seinem Lebenslauf. Er berichtete von Auseinandersetzungen mit seinem Stiefvater, von Mobbing in der Schule und seinen Schwierigkeiten, mit Menschen in Kontakt zu kommen. Wegen seiner „sozialen Inkompetenz“ habe er eine Psychotherapie gemacht, die aber nichts gebracht habe.

Als er nach dem Abbruch einer Bäckerlehre seine Wohnung verlor, zog er im Februar zur Großmutter. „Ich glaube, dass sie die einzige war, die mich verstand“, sagte der Angeklagte. Dennoch habe er kein Vertrauen zu ihr gehabt. Das anfangs gute Verhältnis habe sich verschlechtert. „Ich bin nach und nach zu einer Last für sie geworden.“

Vor Gericht erklärte der 22-Jährige, dass er sich wegen seiner Mobbing-Erfahrung „in der JVA fühle ich mich wohler als draußen.“ Weiterzitiert ihn der Kölner Stadt-Anzeiger: „Wir haben da alles eins gemeinsam – sind die Ausgestoßenen.“

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Zehn Verhandlungstage angesetzt

Bei der 11. Großen Strafkammer des Kölner Landgerichts sind zehn Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil soll am 20. Dezember fallen. (ms)

 
 

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