Köln: Fünf Jahre nach brutalem Raubmord an Rentnerin – ist ausgerechnet ER der Täter?

Mehr als fünf Jahre nach der Tat steht ab dem 14. November ein Mordverdächtiger vor dem Kölner Landgericht. (Symbolbild)
Mehr als fünf Jahre nach der Tat steht ab dem 14. November ein Mordverdächtiger vor dem Kölner Landgericht. (Symbolbild)
Foto: Oliver Berg/dpa; imago images / Panthermedia; Montage: DER WESTEN

Köln. Im eigenen Wohnhaus gefesselt und ausgeraubt! Dieses Schicksal musste eine Rentnerin vor fünf Jahren im Pulheimer Stadtteil Brauweiler (westlich von Köln) erdulden – mit tödlichem Ausgang.

Am 14. Juni 2014 sollen Unbekannte bei der damals 78-Jährigen eingebrochen sein, die Frau in ihrem Bett gefesselt und ihren Mund mit einem schwarzen Klebeband vollständig überklebt haben. Anschließend rissen sich die Täter laut Anklage einige Wertgegenstände unter den Nagel. Ein Laptop, Bargeld sowie eine teure Damenuhr im Wert von rund 1250 Euro sollen entwendet worden sein.

Die Seniorin bekam unter ihrem Klebeband-Knebel nicht ausreichend Luft und erstickte noch im Verlauf des Tages. Ein Nachbar entdeckte sie später, als ihm die geöffnete Haustür auffiel. Der Fall aus dem kleinen 8.000-Seelen-Ort nahe Köln machte bundesweit Schlagzeilen.

Prozessauftakt in Köln: Ist Athanasios L. schuldig?

Ab dem 14. November muss sich nun Athanasios L. vor dem Landgericht Köln verantworten. Die Anklage gegen den 38-jährigen Griechen: Mord! Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, gemeinsam mit noch unbekannten Mittätern im Sommer vor fünf Jahren jenen brutalen Überfall durchgeführt zu haben. Besonders erschreckend: Athanasios L. ist der Stiefenkel des Opfers!

Warum dauerte so lange, bis der Angeklagte gefasst wurde? Zwar wurden am Tatort damals drei verschiedene DNA-Spuren gesichert, doch trotz Hunderter Speichelproben fanden die Ermittler keine Übereinstimmungen. Selbst ein Fahndungsbild oder die Ausstrahlung in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY“ brachten Anfang 2015 keinen entscheidenden Hinweis.

Ein unglaublicher Zufall hilft den Ermittlern!

Doch im Januar 2019, viereinhalb Jahre nach der Tat, wendete sich das Blatt! Im Rahmen einer allgemeinen Verkehrskontrolle im Kölner Raum gab Athanasios L. freiwillig (!) eine Speichelprobe ab. Jan Orth, Pressesprecher am Landgericht Köln, zeigt sich auch heute noch verwundert. „Fragen Sie mich nicht, warum er das getan hat“, meint er im Gespräch mit DER WESTEN.

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Mit dieser Speichelprobe geriet Athanasios erst ins Visier der Ermittler: denn die Probe stimmte mit einer der DNA-Spuren überein, die am Tatort gefunden wurden! Bereits 2014 soll der Angeklagte im Rahmen der damaligen Ermittlungen aufgefordert worden sein, eine Speichelprobe abzugeben, kam dieser aber wohl nicht nach.

Wenige Monate später konnte Athanasios festgenommen werden!

In einem Vorort von Amsterdam, wo der 38-jährige mit Lebensgefährtin und Kind gemeldet war, sollte er festgenommen werden, wie der „Kölner Stadtanzeiger“ berichtet. Doch als die Polizei eintraf, seien alle drei Personen bereits verschwunden gewesen.

Es dauerte bis zum 28. Mai, ehe Athanasios L. in Griechenland aufgespürt und festgenommen werden konnte. Seit dem 6. Juni sitzt der Angeklagte in der JVA Köln, wie Jan Orth gegenüber DER WESTEN erklärte. Was das mögliche Motiv oder die Identitäten der zwei mutmaßlichen Mittäter angeht, gibt es noch keine Erkenntnisse.

Am Donnerstag, den 14. November, beginnt vor dem Landgericht Köln der Prozess gegen den verdächtigen Stiefenkel. Ein Urteil soll im Januar 2020 fallen.

 
 

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