Kindesmissbrauch Münster/NRW: Männer sollen Kinder in Gartenlaube vergewaltigt haben – Anklageschrift offenbart Grausames

In dieser Gartenlaube in Münster sollen Kinder stundenlang missbraucht worden sein. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben.
In dieser Gartenlaube in Münster sollen Kinder stundenlang missbraucht worden sein. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben.
Foto: dpa
  • Im Missbrauchsfall in Münster/NRW wurde jetzt Anklage erhoben
  • Der Hauptverdächtige ist ein 27-Jähriger aus Münster
  • Die Anklage lautet auf schweren sexuellen Missbrauchs in 26 Fällen
  • Seine Mutter sowie vier weitere Männer sind ebenfalls angeklagt
  • Die Männer sollen mehrere Kinder teilweise gemeinsam mehrmals vergewaltigt haben
  • Die Mutter soll alles stillschweigend hingenommen haben

Dieser Missbrauchsfall aus dem Münsterland in NRW schockte bundesweit! Die abscheulichen Details der Tat kamen im Juni 2020 ans Licht, als die Polizei fünf Tatverdächtige – eine Frau und fünf Männer – festnahm. Nun kommt weiter Bewegung in den Fall.

Im Missbrauchsfall Münster (NRW) hat die Staatsanwaltschaft drei Monate nach der Festnahme jetzt Anklage gegen die fünf Beschuldigten erhoben. Dabei steht ein 27-Jähriger im Mittelpunkt.

Missbrauchsfall Münster (NRW) Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft Münster soll der junge Mann über Jahre bei mindestens 26 Gelegenheiten den Sohn (10) seiner Lebensgefährtin vergewaltigt haben. Der Tatvorwurf lautet auf schweren sexuellen Missbrauch und gefährlicher Körperverletzung.

Ab 2018 bis zum 3. Mai 2020 sollen die schrecklichen Taten laut Anklageschrift abgelaufen sein. Einer der Orte für den Missbrauch war eine in der Zwischenzeit abgerissene Gartenlaube in einem Kleingartenverein in Münster. Hier alles zu den furchtbaren Taten lesen >>>

Angeklagt sind zudem

  • die 45 Jahre alte Mutter des 27-Jährigen
  • ein 30 Jahre alter Mann aus Staufenberg in Hessen
  • ein 42-Jähriger aus Schorfheide in Brandenburg
  • und ein 35-Jähriger aus Hannover.

Laut Anklage sollen die Männer zu unterschiedlichen Zeitpunkten mehrere Kinder zum Teil gemeinsam vergewaltigt haben. Der 27-Jährige soll den Jungen dabei in Foto- und Videodateien auch über das Darknet im Internet angeboten haben.

Dort hatte er auf einer Pädophilen-Plattform den 41-Jährigen Mitangeklagten aus Köln kennengelernt. Gemeinsam mit dem Sohn seiner Partnerin sei er dann nach Köln gefahren, um den Jungen gemeinsam in einem Waldstück zu missbrauchen.

Männer verabreden sich an Geburtstag, um Kinder zu vergewaltigen

Wahrscheinlich hatte er die anderen Männer auch in solchen Chats kennengelernt. Sie verabredeten sich unter anderem ausgerechnet an den Geburtstagen des Hauptangeklagten und des Mannes aus Staufenberg in der Gartenhütte, um mehrere Tage lang (24. bis 26. Mai 2020) ihre beiden Kinder beziehungsweise Stiefkinder zu vergewaltigen.

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Opfer sollen laut Anklage der fünfjährige Sohn des Mannes aus Staufenberg und der zehn Jahre alte Sohn der Lebensgefährtin des Münsteraners gewesen sein. Den Kindern sollen sie nach bisherigen Kenntnissen KO-Tropfen verabreicht haben, um sie mehrmals über mehrere Stunden zu missbrauchen.

Mutter des Hauptbeschuldigten wusste Bescheid

Die 45-jährige Frau ist auch angeklagt, weil sie die Mutter des 27-Jährigen ist und ihm die Schlüssel ihrer Gartenlaube überließ. Sie soll gewusst haben, was dort vor sich gehen sollte.

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Die Beschuldigten befinden sich alle in Untersuchungshaft. Bislang haben sie sich zu den Tatvorwürfen nicht geäußert. Das Jugendamt hat die Betreuung der Kinder übernommen.

Da der 27-Jährige IT-Fachmann ist, erschwert dies die Arbeit der Ermittler. Seine Computer und Datenspeicher waren hochgradig verschlüsselt. Bislang ist es den Experten nur zu einem Teil gelungen, das Material zu entschlüsseln. Auf das dabei entdeckte Foto- und Videomaterial stützt sich jetzt die Anklage. Allein zur Gartenlaube liegen den Ermittlern 30 Stunden Filmmaterial vor.

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Bei dem Angeschuldigten aus Staufenberg besteht der Verdacht, dass er neben seinem Sohn auch die zwei Jahre jüngere Tochter missbraucht hat. Hier liegen entsprechende Fotos mit einem jungen Mädchen vor. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die damals 5-Jährige auf dem Bild zu sehen ist.

Über die Zulassung der Anklage muss das Landgericht Münster entscheiden. Nach Lügde und Bergisch Gladbach ist Münster der dritte große Missbrauchsfall der vergangenen Jahre in Nordrhein-Westfalen.

Festnahmen in weiteren Bundesländern

Durch die Ermittlungen im Missbrauchsfall Münster gab es Festnahmen in weiteren Bundesländern, zuletzt in Dresden und Pirna. Anfang August war ein Franzose (62) in Saarbrücken festgenommen worden. Er soll einen Jungen in Pulheim bei Köln missbraucht haben. Der 27-Jährige aus Münster soll ihm das Kind im Dezember 2018 zugeführt haben. (js mit dpa)

 
 

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