Jäger wollen weiterhin wildernde Katzen und Hunde abschießen

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Die Jäger in Nordrhein-Westfalen wehren sich gegen ein Verbot zum Abschuss von wildernden Katzen und Hunden. Durchschnittlich töten sie jährlich bis zu 11.000 Tiere. Ein Streuner, so argumentieren die Jäger, könne bis zu 1000 Vögel und Kleinsäuger töten.

Essen. Die Jäger wehren sich gegen ein Verbot zum Abschuss von wildernden Katzen und Hunden. Jährlich werden in Nordrhein-Westfalen rund 11.000 Katzen und 50 Hunde erschossen, weil sie Vögel, Kaninchen oder Rehkitze jagen. Der Präsident des Landesjagdverbandes, Ralph Müller-Schallenberg, warnte die Landesregierung vor der geplanten Abschaffung des Tötungsrechts im neuen Landesjagdgesetz. Eine streunende Katze kann den Jägern zufolge jährlich bis zu 1000 Vögel und Kleinsäuger erbeuten.

Nach erheblichen Protesten hat Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) den geplanten Entwurf fürs neue Jagdgesetz erst einmal hinter die Kommunalwahl am 25. Mai verschoben. Die 90.000 Jäger in NRW fürchten zu viel „grüne Ideologie“, weil Remmel ein Verbot der Hundeausbildung am lebenden Tier anstrebt.

Umweltverbände fordern Verbot von Bleimunition

Zudem fordern Umweltverbände ein landesweites Verbot von Bleimunition und schärfere Regeln für die Fallenjagd. Auf dem Landesjagdtag am Samstag in Köln sucht Remmel erneut den Dialog mit den Grünröcken. Die Jäger signalisieren Kompromissbereitschaft – „der Naturschutz darf aber das Jagdrecht nicht überlagern“ mahnte Müller-Schallenberg.

Nach geltendem Recht können streunende Katzen geschossen werden, wenn sie mindestens 200 Meter Abstand zur Wohnbebauung haben. Als Kompromiss zum Schussverbot ist eine Erhöhung der Abstandsregelung auf 400 Meter im Gespräch. „Wir sind gegen den Haustierabschuss. Er ist kompletter Unsinn“, sagt Holger Sticht, Landeschef des Umweltverbandes BUND. Beute machende Katzen stellten für den Naturschutz kein Problem dar. Deutlich werde das etwa dadurch, dass es in Siedlungsbereichen bodenbrütende Vogelarten wie Zilpzalp oder Rotkehlchen gebe – und zwar entgegen des allgemeinen Trends relativ häufig: „Und das, obwohl es dort besonders viele Katzen gibt und diese dort nicht bejagt werden.“