Urteil nach Mord an Iulia (†15) in Viersen gefallen! „Eine schlimmere Tat hätte ich mir nicht vorstellen können“

Das Mädchen wurde am Montagmittag im Casinopark in Viersen mit mehreren Messerstichen so schwer verletzt, dass es im Krankenhaus verstarb. Der mutmaßliche Täter Matyu K. sitzt in Untersuchungshaft.

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  • Am Mittwoch ist Matyu K. am Landgericht Mönchengladbach verurteilt worden
  • Er hatte vergangenes Jahr seine Ex-Freundin Iulia im Viersener Casinogarten erstochen

Mönchengladbach. Ein langwieriger Prozess hat Mittwochmittag am Landgericht Mönchengladbach sein Ende gefunden. Matyu K., der seine Ex-Freundin Iulia (15) mit mehreren Messerstichen im Viersener Casinogarten getötet hatte, muss für neun Jahre und sechs Monate ins Gefängnis.

Der Richter stimmte der Staatsanwaltschaft zu, dass der Angeklagte aus Heimtücke und niederen Beweggründen gemordet hatte. Die Verteidigung des 18-Jährigen hatte zuvor auf Totschlag plädiert.

Mord an Iulia (15) in Viersen: Matyu K. schrammt an Höchststrafe vorbei

Das Urteil begründete der Richter darin, dass Matyu K. den Mord zuvor in Chats angekündigt hatte. Auch, dass er ein Messer bei sich geführt hat, bewegte die Kammer zu dem Urteil, das knapp unter der Höchststrafe von zehn Jahren liegt.

Heimtücke sei deshalb gegeben, weil das Opfer nicht mit dem Angriff gerechnet hatte. Iulia war vielmehr von einem klärendem Gespräch ausgegangen.

Nach der Trennung kämpft sich die 15-Jährige aus dem Drogensumpf zurück, startet eine „Comebackprogramm“, wie Ermittler Ingo Thiel nach der Tat erklärt hatte.

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Staatsanwalt: „Eine schlimmere Tat hätte ich mir nicht vorstellen können“

Dem Verurteilten wird zu Gute gehalten, dass er sich freiwillig gestellt hatte und den Tathergang, aber nicht die Tötungsabsicht, eingeräumt hatte. Nach der Tat war er jedoch geflohen und hatte sich gemeinsam am nächsten Tag mit seiner Rechtsanwältin gestellt.

In seinem Plädoyer hatte Staatsanwalt Stefan Lingens erklärt, dass er sich eine schlimmere Tat als die des Angeklagten nicht hätte vorstellen können.

Verteidigung spricht von „überarbeitungsbedürftigem Frauenbild“

Die Verteidigung hatte, wie vor dem Urteil angekündigt, auf Totschlag plädiert. Sie sah die Mordmerkmale als nicht erfüllt an. Matyu K. habe vor der Tat vielfältige Todesdrohungen ausgesprochen.

Darüberhinaus sei die getötete Iulia keinesfalls arglos gewesen, da der Verurteilte seine Tat angekündigt hatte. Dies Argumente sprächen gegen das Mordmerkmal der Heimtücke.

Ebenfalls habe er nicht aus niederen Beweggründen gehandelt - vielmehr sei es zur einer Übersprungshandlung bei dem gedemütigten und enttäuschten Mann gekommen.

Iulia hatte sich erst kurz zuvor von ihm getrennt, weil er sie strengen Regel unterworfen hatte. So wollte er in der zweijährigen Beziehung nicht, dass sie sich schminkt oder mit anderen Männern trifft. Der Blugare habe, laut Verteidigung, ein „überarbeitungsbedürftiges Frauenbild“.

Matyu K. entschuldigt sich bei Iulias Eltern

Mit seinen letzten Worten bedauerte er die Tat und entschuldigte sich bei den Nebenklägern, den Eltern von Iulia. Sie hätten durch die Tat „einen Menschen verloren, den sie geliebt haben und den ich auch geliebt habe.“ Dies werde er sich nie verzeihen.

 
 

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