Iserlohn: Mit über 70 Stichen getötet – wurde dem jungen Paar der Parkschein zum Verhängnis?

Polizisten sichern Spuren nach dem Doppelmord in der Nähe des Hauptbahnhofs in Iserlohn.
Polizisten sichern Spuren nach dem Doppelmord in der Nähe des Hauptbahnhofs in Iserlohn.
Foto: dpa

Iserlohn. Diese Tat ist an Grausamkeit kaum zu überbieten...

Die Staatsanwaltschaft wirft Shpejtim H. (43) einen Doppel-Mord in Iserlohn vor. Er soll im August erst seine Ex-Freundin niedergestochen haben, anschließend streckte er noch ihren neuen Lebensgefährten mit über 70 Stichen nieder. Er verblutet elendig in der Nähe des Hauptbahnhofs Iserlohn.

Iserlohn: Doppelmord – Ex-Freund stellte Nafije H. nach

Ein warmer Samstagnachmittag im August, Nafije H. (32) und ihr Freund Amir N. (23) parken ihr Auto in einem Parkhaus am Hauptbahnhof Iserlohn. Gemeinsam wollen sie mit ihrem zwei Monate alten Baby in der Innenstadt shoppen. Nafije H. hat bereits seit längerer Zeit das Gefühl, dass ihr Ex-Freund Shpejtim H. ihr nachstellt.

Als sie nach dem Stadt-Bummel in das Parkhaus zurückkehren, bezahlen sie den Parkschein. Doch am Ausgang gibt es ein Problem: Der Automat an der Schranke akzeptiert den Parkschein nicht. Nafije H. verlässt den Wagen, um nochmal zum Parkscheinautomaten zu gehen. Es soll ihr Todesurteil werden.

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„Overkill“ mit über 70 Stichen

Ihr Ex-Freund hatte sie bereits seit mehreren Stunden beobachtet. Er lauert ihr auf, sticht mehrfach mit einem Küchenmesser mit Zwölf-Zentimeter-Klinge auf sie ein, heißt es in der Anklage. Sie versucht noch zurück zu ihrem Freund zu eilen und Unterstützung zu suchen. Das Baby harrt zur gleichen Zeit im Auto aus.

Doch auch Amir N. kann den Angreifer im Rausch nicht stoppen. Er reist sich los, rennt aus dem Parkhaus, parallel zu den Gleisen, davon. Geschwächt stürzt er zu Boden, worauf er zum leichten Ziel für den Tatverdächtigen wird.

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Shpejtim H. soll über 70-Mal auf ihn eingestochen haben. Kriminalexperten nennen solch eine krasse Gewalteskalation „Overkill“ (Übertötung). Er zückt sein Handy, schießt noch Bilder des Getöteten und verschickt sie per Whatsapp. Erst ein Polizeibeamter zwingt ihn zur Aufgabe.

Angeklagtem droht lebenslänglich

Das Motiv: Rache an seiner Ex-Freundin. Daher geht die Staatsanwaltschaft von niederen Beweggründen aus. Im Februar kommenden Jahres startet der Prozess am Landgericht Hagen.

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Die Eltern von Amir N. werden vor Gericht als Nebenkläger auftreten und sich durch Anwälte vertreten lassen. Shpejtim H. droht lebenslange Haft plus Sicherheitsvewahrung.

 
 

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