Dschihadist aus Bonn will zurück nach Deutschland: „Ich bevorzuge ein Gefängnis, wo man gewisse Rechte hat“

Fared Saal verließ Deutschland 2013 und schloss sich kurz später der Terrormiliz an. (Symbolfoto)
Fared Saal verließ Deutschland 2013 und schloss sich kurz später der Terrormiliz an. (Symbolfoto)
Foto: Uncredited / dpa
  • Fared Saal befindet sich seit etwa einem Jahr in kurdischer Haft
  • Durch ein Propagandavideo der Terrormiliz erlangte er weltweite Bekanntheit
  • Er will seine Haft lieber in Deutschland absitzen

Bonn. Seit fast einem Jahr sitzt der aus Bonn stammende Dschihadist Fared Saal in Nordsyrien im Gefängnis. Ein Video, in dem er sich vor einem Leichenberg zeigt, machte ihn weltweit bekannt.

Reporter des NDR und SWR sprachen nun in einem Interview mit dem mutmaßlichen Kriegsverberecher.

Durch ein Propagandavideo wurde er weltweit bekannt

Das Video, in dem er sich stolz und überzeugt vor unzähligen Toten zeigt, machte Fared Saal wurde zu einem der meistgesuchtesten deutschen IS-Anhänger.

Seine Sprachkenntnisse brachten ihm eine Position an der Grenze zur Türkei. Seit 2014 kümmerte er sich dort um diejenigen, die über die Grenze geschmuggelt werden mussten, um sich der Terrormiliz anzuschließen.

Laut eigener Aussage hat er sich vom IS distanziert

Der mittlerweile 29-jährige Deutsch-Algerier behauptet, sich seit Ende 2016 vom IS distanziert zu haben. Und wünscht sich außerdem, nach Deutschland ausgeliefert zu werden.

„Wenn es ein Gefängnis sein muss, dann bevorzuge ich ein Gefängnis, in dem man gewisse Rechte hat. Menschenrechte et cetera“, sagt er auf die Frage, ob er gerne nach Deutschland zurückkehren würde.

------------------------------------

• Mehr Themen:

Islamist aus Dortmund klagt in Haft: „Der IS hat mich enttäuscht!“

Ehrenmord-Prozess in Essen: Dieser skurrile Fehler hat erhebliche Folgen

• Top-News des Tages:

Plötzlich reich: Teenager findet Millionen auf seinem Konto und will damit etwas sehr Dummes machen

Lena Meyer-Landrut teilt süßes Bild: Musiker-Kollege bekommt einen ganz privaten Verdacht und lässt nicht locker

-------------------------------------

Er hätte „Nein“ sagen können

Weiterhin sagt er, dass er bereut, was getan hat, sieht aber auch ein, dass er nicht mehr ändern kann, was passiert ist.

Laut eigener Aussage handelte er damals nicht aus Zwang. So wurde ihm ein System vorgegeben, zu dem er auch „Nein“ hätte sagen können.

Die Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen kann er nachvollziehen

Ein Reporter erzählt ihm, dass gegen ihn unter anderem wegen Kriegsverbrechen ermittelt wird. Auf die Frage, ob er das nachvollziehen kann, antwortet er mit einem direkten „Definitiv.“

In dem Beitrag des SWR wird außerdem darüber berichtet, dass derzeit etwa 60 deutsche IS-Anhänger kurdischen Gefängnissen sitzen.

Laut dem Auswärtigen Amt sei eine konsularische Betreuung mutmaßlicher IS-Anhänger in Nordsyrien derzeit faktisch nicht möglich. (db)

 
 

EURE FAVORITEN