In NRW muss jeder Zweite zur Arbeit pendeln

Zugreisende am Hauptbahnhof Dortmund: Die Hälfte der Beschäftigten in NRW müssen zur Arbeit längere Strecken zurücklegen.
Zugreisende am Hauptbahnhof Dortmund: Die Hälfte der Beschäftigten in NRW müssen zur Arbeit längere Strecken zurücklegen.
Foto: Ralf Rottmann/Funke Foto Services
Viele Beschäftigte in NRW müssen für den Weg zur Arbeit längere Anfahrtswege in Kauf nehmen. Die Hälfte pendelt in eine andere Stadt oder Gemeinde. Pendler-Magneten sind Köln und Düsseldorf. Die "Schlaf-Hochburgen" liegen dagegen am Niederrhein oder im Ruhrgebiet.

Düsseldorf.. Die Hälfte der 8,6 Millionen Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen pendelt zum Arbeiten in eine andere Stadt oder Gemeinde. Die Zahl der Berufspendler war 2012 in NRW um zwei Prozent höher als ein Jahr zuvor. Das geht aus der Pendlerrechnung 2012 hervor, die das Statistische Landesamt am Dienstag in Düsseldorf veröffentlicht hat.


Als Pendler-Magneten erwiesen sich Köln und Düsseldorf. In die Domstadt pendelten werktäglich 299.000 Menschen, in die Landeshauptstadt 285.000. Düsseldorf deckte seinen Bedarf an Arbeitskräften überwiegend aus dem Umland: 57,8 Prozent aller in Düsseldorf beschäftigten Erwerbstätigen waren Einpendler. Neuss wies mit 58,2 Prozent die höchste, Solingen mit 29,6 Prozent die niedrigste Einpendlerquote aller NRW-Großstädte auf.

Massive Investitionen in Ausbau von Straßen und Schienen gefordert

Moers war die Großstadt mit der höchsten Auspendlerquote (62,2 Prozent) in NRW: Täglich verließen etwa 30.000 der insgesamt 48.000 Erwerbstätigen die Stadt, um in einer anderen Gemeinde zu arbeiten. Auf den Plätzen zwei und drei der "Schlaf-Hochburgen" lagen Herne (Auspendlerquote: 58,4 Prozent) und Bergisch-Gladbach (56,6 Prozent).


Die geringste Auspendlerquote wurde in Münster registriert: Von den etwa 152.000 Erwerbstätigen, die in Münster wohnen, hatte nur ein Viertel seine Arbeitsstelle außerhalb der Stadt.


Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft NRW forderte angesichts der Zahlen massive Investitionen in den Ausbau von Straßen und Schienen in den NRW-Ballungszentren. Andernfalls drohe auf lange Sicht ein Verkehrskollaps auf den wichtigsten Fernstraßen des Landes. (dpa)

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